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Mourinho: "Das wichtigste Match der letzten zehn Jahre"

Für Mourinho ist für Real vor dem Rückspiel gegen den BVB noch alles drin. Sergio Ramos setzt auf die Unterstützung der Fans, Sami Khedira erinnert an magische Nächte im Bernabeu.

Madrid. Cristiano Ronaldo blickt wild entschlossen, ja fast wütend in die Kamera. "Mit eurer Hilfe werden wir es schaffen", sagt der Superstar von Real Madrid und appelliert zusammen mit seinen Teamkollegen an die "Madridistas", die Fans der Königlichen. Die Botschaft des kurzen Videoclips ist eindeutig: Die Spanier haben sich vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Borussia Dortmund am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) noch lange nicht aufgegeben. Trotz der 1:4-Pleite aus dem Hinspiel glauben die Real-Stars an eine "Noche Magica" (magische Nacht) in der Festung Estadio Santiago Bernabeu.

Sergio Ramos: "Die Fans können uns beflügeln"

Sergio Ramos setzt auf die bedingungslose Unterstützung der Fans. "Wir erwarten die heißblütige Unterstützung, die sie uns immer gegeben haben. Sie können uns beflügeln", so der Andalusier der aber auch weiß, dass letztendlich die Spieler das Spiel machen. "Das bringt alles nichts, wenn wir unsere Aufgabe nicht erfüllen", so der Verteidiger, der morgen Kapitän sein wird.

Für Ramos gibt es "keine größere Motivation, als das Erreichen eines Champions-League-Finale":  "Seit acht Jahren bin ich hier und konnte bisher keines erreichen."

Mourinho: "Das wichtigste Match der vergangenen zehn Jahre"

Auch für Star-Trainer Jose Mourinho ist es "das wichtigste Match der vergangenen zehn Jahre". Die Hoffnung hat er dabei natürlich noch nicht aufgegeben: "Wir haben 90 Minuten Zeit, den Rückstand aufzuholen. Im Fußball ist alles möglich."

Der Portugiese spürt auch persönlich den großen Druck. "Wenn wir nicht ins Finale kommen, ist es mein Scheitern", so Mourinho auf der Pressekonferenz. Der umstrittene Coach kritisiert dabei die Mechanismen des Profifußballs, nach denen "in allen Teams, wenn sie gewinnen, es ein Erfolg der Mannschaft ist, aber wenn sie verlieren, man die Schuld beim Trainer sucht".

Letzte Niederlage im Bernabeu vor über einem Jahr

Die Spanier klammern sich an ihre Historie - und setzen dabei auf ihre imposante Heimbilanz. "Real Madrid hat schon viele magische Nächte im Bernabeu gefeiert. Wir werden unser Bestes tun, um der Liste eine weitere hinzuzufügen", sagte der deutsche Nationalspieler Sami Khedira.

Seit mehr als einem Jahr hat Real nicht mehr vor eigenem Publikum verloren. Am 25. April 2012 war es, als Mourinho und seine Elf Bayern München im Halbfinale der Champions League nach Elfmeterschießen unterlagen (1:3).

In dieser Saison zeigte sein Team in der Königsklasse unter anderem gegen Ajax Amsterdam (4:1) und Galatasaray Istanbul (3:0), dass es in der Lage ist, zu Hause klare Siege einzufahren. "Wir treten vor unseren Fans selbstbewusster auf. Uns ist klar, dass wir etwas Großartiges leisten müssen", sagte Khedira. Es wäre nicht das erste Mal in der ruhmreichen Europapokal-Geschichte des Klubs, dass sich "Los Blancos" aus einer scheinbar aussichtslosen Situation befreien.

Erinnerungen an glorreiche Europapokal-Aufholjagden

Ihre spektakulärste Wende gelang den Madrilenen ausgerechnet gegen ein Bundesliga-Team: In der UEFA-Cup-Saison 1985/86 war Real bei Borussia Mönchengladbach zunächst mit 1:5 untergegangen, setzte sich allerdings im eigenen Stadion noch mit einem 4:0 gegen die vom späteren Real-Coach Jupp Heynckes trainierten Fohlen durch. Ein Jahr zuvor hatten die stolzen Spanier im Achtelfinale des UEFA-Pokals den RSC Anderlecht nach einer 0:3-Hinspiel-Niederlage noch mit 6:1 bezwungen.

Besonders gerne erinnern sich die Real-Fans dieser Tage an das große Comeback gegen Derby County im Achtelfinale des Landesmeister-Wettbewerbs 1975/76. Wie gegen Dortmund hatte Madrid das Hinspiel mit 1:4 verloren und trotzdem den Sprung in die nächste Runde geschafft (5:1 n.V.). Damals hieß der große Held Santillana, am Dienstag soll Ronaldo in seine Rolle schlüpfen.

Ronaldo dabei, Arbeloa und Marcelo nicht fit

Der Einsatz des portugiesischen Angreifers schien zunächst gefährdet, beim Derby gegen Atlético Madrid am Samstag (2:1) wurde er mit einer Oberschenkel-Blessur geschont. Nun aber gab der 28-Jährige grünes Licht für die Aufholjagd gegen den BVB. "Ronaldo ist fit, Arbeloa und Marcelo nicht", sagte Mourinho, der ansonsten nichts über seine Aufstellung verraten wollte. Vor dem Hinspiel hatte der Portugiese noch seine gesamte Startelf verlesen.

Doch auch ohne exakte Kenntnis des Personals ist die Ausrichtung klar. "Wir werden versuchen, früh in Führung zu gehen", sagte Mourinho, der mit seinem Team bereits zum vierten Mal in dieser Saison gegen die Borussia antritt - und dabei bisher nicht einmal siegen konnte.

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