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Borussia Dortmund hat den großen Coup vor Augen

Noch ein Kraftakt trennt Borussia Dortmund vom Champions-League-Finale in London. Doch selbst das 4:1 aus dem Hinspiel gegen Real Madrid ist alles andere als eine Garantie.

Dortmund/Madrid. 250 Fans schickten die BVB-Stars am Flughafen mit großem Jubel auf die Reise - doch bei Robert Lewandowski und Co. blieb ein flaues Gefühl im Magen. Die Rolle des "Toreros" gegen die bis aufs Blut gereizten Königlichen von Real Madrid bereitet Borussia Dortmund einiges Unbehagen.

Voll konzentriert Richtung London

Im legendären Estadio Santiago Bernabeu versprechen die Spanier nach ihrer 1:4-Schmach im Hinspiel einen großen Kampf, BVB-Kapitän Sebastian Kehl erwartet sogar eine "Schlacht". Auf dem Weg zur zweiten Endspiel-Teilnahme in der Champions League nach dem Triumph von 1997 steht den noch immer ungeschlagenen Westfalen im Halbfinal-Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) die bisher härteste Probe in der Ära von Trainer Jürgen Klopp bevor.

"Ich bin angespannt und nervös. Aber jetzt wollen wir auch nach London", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Abflug. "Aber wir müssen voll konzentriert sein. Die Gefahr ist da, von Real überrannt zu werden", warnte Kehl und erinnerte an das 2:2 im Gruppenspiel am 6. November - Real baute damals nach dem 1:2-Rückstand immensen Druck auf, Nationalspieler Mesut Özil gelang in letzter Minute der Ausgleich.

Klopp brütet über der idealen Strategie für den großen Coup. Verraten möchte er nichts, doch weiß er nur zu genau, dass ein möglichst früher Auswärtstreffer das Ticket in die englische Hauptstadt nahezu garantieren würde. Dafür setzt Klopp besonders auf Lewandowski, den Vierfach-Torschützen aus dem ersten Duell am vergangenen Mittwoch.

"Noch einmal alles raushauen"

Nur ein 3:0 oder ein anderer Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied würde Reals lang gehegten Traum von der "Decima", vom zehnten Titel im Europapokal der Landesmeister oder der Champions League, leben lassen. "Wir wissen, dass wir noch einmal alles raushauen müssen", sagt Klopp und meint eine Leistung wie in der zweiten Halbzeit im ersten Duell, also mit taktischer Disziplin, höchster Laufbereitschaft und Effizienz vor dem gegnerischen Tor.

"Wir hatten schon vor dem Hinspiel nicht das Gefühl, dass für uns die Möglichkeit besteht, ein Ergebnis zu erzielen, mit dem wir besoffen nach Madrid fahren können und trotzdem weiterkommen", sagt Klopp. "Jetzt ist es besser, als wir es uns erträumt hätten. Aber entschieden ist nichts.



Klub-Boss Watzke verwies auf die Europacup-Historie, die einige "Wunder" ausweist - auch mit Beteiligung von Real Madrid. Zur Erinnerung: Der designierte Vize-Meister der Primera Division, der eine durchwachsene Saison mit dem Champions-League-Triumph retten will, drehte unter anderem einst ein 1:5 in Mönchengladbach mit einem 4:0 zu Hause (UEFA-Pokal 1985/86).

Klopp interessiert die Statistik nicht. "Wir können das Finale schaffen, das überrascht uns am meisten. Und das finden wir ziemlich cool", sagt er und versucht seiner Mannschaft die Anspannung zu nehmen. Sämtliche Störgeräusche wie die anhaltenden Diskussionen um den Transfer von Mario Götze, den möglichen Abschied von Lewandowski oder die Kampfansagen von Real blenden die Borussen aus.

Einige Fragezeichen vor dem Rückspiel

Klopp hofft, die Startelf vom vergangenen Mittwoch aufbieten zu können. Angeschlagen sind Götze (Hüftbeschwerden), Ilkay Gündogan (Nackenprobleme) und Lukasz Piszczek (Adduktorenzerrung). Der Einsatz gefährdet scheint jedoch nur beim Polen. Ein Test beim Abschlusstraining in Madrid soll Aufschlüsse geben.

Daheim in Dortmund ist die Euphorie grenzenlos. Tausende Fans werden in den Kneipen mit ihrem BVB zittern und sich dabei möglicherweise an die "Schlacht" 1997 im Halbfinal-Rückspiel in Old Trafford gegen Manchester United erinnern. Damals verteidigten die Schwarz-Gelben einen 1:0-Vorsprung im Rückspiel gegen die Angriffslawine der Red Devils derart leidenschaftlich, dass sie am Ende sogar von den englischen Fans mit Standing Ovations verabschiedet wurden.

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