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Jose Mourinhos Truppe schied im letzten Jahr gegen den FC Bayern aus und konnte in der CL-Gruppenphase Dortmund nicht schlagen. Die Angst vor Barca ist dagegen Vergangenheit.

Kommentar von
Ben Hayward

Vor dem Anpfiff am Mittwoch war man sich beim FC Barcelona sicher, Gegner Paris Saint-Germain ausschalten und ins Halbfinale der Champions League einziehen zu können. So sicher, dass die Fans einen Blick auf die möglichen nächsten Kontrahenten in der Runde der besten vier Teams warfen und einen Wunschgegner bestimmen. Die Wahl war eindeutig - Real Madrid, aber da war das Selbstvertrauen eben noch intakt.

Im Licht des holprigen Auftritts gegen PSG, als ein hinkender Lionel Messi in der Rolle des Retters gefordert war - und das weit entfernt davon, völlig fit zu sein - schaffte Barcelona doch noch den Einzug ins Semifinale. Die Blaugrana scheinen etwas von ihrem Selbstvertrauen eingebüßt zu haben. Nun scheint es so, als sei Dortmund der Wunschgegner in der Runde der letzten vier.  

Bei Real Madrid sieht das anders aus. Für Jose Mourinhos Männer hat sich der BVB als wahre Stolperfalle entpuppt. Gegen die Dortmunder hagelte es auswärts eine 1:2-Niederlage, während man in zu Hause im Santiago Bernabeu in Madrid nur dank Mesut Özils Ausgleichstreffer in der 89.Minute ein Remis rettete. Reals „deutscher Fluch“ geht weiter, nachdem man im Vorjahr im Halbfinale am FC Bayern München scheiterte. Dazu kommen mehrere weniger schmeichelhafte Resultate in der jüngeren Vergangenheit gegen Vertreter aus der Bundesliga. Der spanische Hauptstadtklub ist wenig daran interessiert, erneut auf eine deutsche Mannschaft zu treffen, schon gar nicht auf das Team von Jupp Heynckes. Nein, Madrid will Barcelona.

CHAMPIONS LEAGUE: CLASICO-HALBFINALS
2001/02



2010/11

Barcelona 0-2 Real Madrid
Real Madrid 1-1 Barcelona


Real Madrid 0-2 Barcelona
Barcelona 1-1 Real Madrid

Mourinho liebt es, frühzeitig zu planen und der Portugiese war frustriert. als bei der Viertelfinal-Auslosung nicht gleichzeitig die möglichen Paarungen fürs Halbfinale ausgelost wurden. Nun entscheidet sich am Freitag in der Schweiz, wer Madrids Gegner wird. „Ich mag es lieber, wenn ich weiß, gegen wen ich spiele“, erklärte Mourinho vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Galatasaray am Dienstag.

Aber, sollte der nächste Herausforderer Barcelona heißen, weiß er ganz genau, wie er die Katalanen schlagen kann. Nachdem Mourinho bei seinem Clasico-Debüt im November 2010 noch eine demütigende 0:5-Pleite erlitten hatte, hat Mourinho mit Madrid die letzten beiden Clasicos gewonnen. Zudem hat er den Erzrivalen im Halbfinale des spanischen Pokals nach Hin- und Rückspiel aus dem Wettbewerb geworfen.

Nach der hartumkämpften 2:3-Niederlage gegen Galatasaray nach seinem Wunschgegner fürs Halbfinale befragt, sagte Mourinho: „Ich habe Freunde in Paris, aber keine in Barcelona.“ Allerdings merkte er an, dass Barcelona vermutlich gemeinsam mit den Bayern und Dortmund die nächste Runde erreichen werde. Und er behielt recht.

Von diesen möglichen drei Teams würde er Barcelona bevorzugen. Es besteht das Gefühl, dass Tito Vilanovas Team in einem Duell über zwei Spiele mit einem davon im heimischen Santiago Bernabeu eher bezwungen werden kann, als in einer Partie, wo es um alles geht. Mourinho ist ein Meister, wenn es darum geht, zu planen, wie man einen Gegner am besten in 180 Minuten ausschaltet. Und er weiß nach dem 3:1-Sieg gegen Barcelona im Februar, dass seine Mannschaft in Madrid großen Schaden anrichten kann.

Diese mögliche Paarung löst dagegen ein ungewisses Gefühl und Zweifel in der katalanischen Metropole aus. Mit dem Sieg im letzten Clasico haben die Madrilenen den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite und das zum ersten Mal seit die Ära von Pep Guardiola 2008 begann.

Dortmunds 4-2-3-1-Formation macht Madrid (das das gleiche System spielt) das Leben schwer, während die Bayern wiederum den psychologischen Faktor besitzen, nach dem Elfmeter-Erfolg im Halbfinale des Vorjahres. Das Offensivspiel Barcelonas passt besser zu Mourinhos Mannschaft. Mit dem mentalen Vorteil der letzten beiden Monate hofft Madrid am Freitag in Nyon auf die Zulosung Barcelonas und den erneuten Clasico. Barcelona, nach der wenig überzeugenden Leistung am Mittwoch, hofft dies sicher nicht.

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