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FC Bayern München gierig: „Wollen Champions League gewinnen!“

Bayern München geht nach dem 9:2 gegen den HSV mit großem Selbstvertrauen ins Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Juve. Das Ziel ist klar: der Titel im Mai in London.

München. Uli Hoeneß redet erst gar nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir wollen die Champions League gewinnen!“, sagt der Präsident vom FC Bayern München. Die „Gier“ auf Europas Fußball-Thron, ergänzt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „war noch nie so groß“, mit Ausnahme vielleicht des Jahres 2001, als der Klub letztmals den Henkelpott gewann. Der italienische Meister Juventus Turin soll die Gier am Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel zu spüren bekommen. Das Fußball-Fest der Münchner beim 9:2 gegen den Hamburger SV taugte dabei als Angstmacher zur rechten Zeit.

Endlich wieder nach ganz oben

Rummenigge meint, die Bayern wollten in diesem „vorweggenommenen Endspiel“ ihren Weg „unbeirrt weitergehen, wie uns das bereits 2010 und 2012 gelungen ist“. In beiden Jahren kam der FC Bayern ins Finale - und verlor, im vergangenen Jahr dramatisch im „Finale dahoam“. Am 25. Mai in London soll es aber endlich wieder klappen - wie 2001, als Oliver Kahn und Co., angetrieben vom Drama 1999 gegen Manchester United, den Pott holten. „Wir haben sehr gute Chancen“, glaubt Rummenigge.

Doch er warnt auch vor Juventus. „Es wird schwer. Wir haben Respekt vor Juve“, sagt er, „aber ich denke, Juventus hat auch Respekt vor Bayern München.“ Sportvorstand Matthias Sammer fordert: „Wir brauchen einen guten Plan, Strategie und Persönlichkeit in unserem Spiel.“ Die „Bianconeri“, nach dem 2:1 bei Inter Mailand weiter souveräner Tabellenführer der Serie A, haben die jüngsten fünf Spiele in der Königsklasse ohne Gegentor gewonnen, sind neben Borussia Dortmund das einzige ungeschlagene Team der Champions League und in Europa 18 Spiele unbesiegt.

„Wir sind besser“

Bastian Schweinsteiger nennt Juve „clever, abgezockt, taktisch gut geschult, schlitzohrig. Man denkt, man hat sie im Griff - dann machen sie aus Nichts ein Tor.“ Wie Italiens Nationalmannschaft, die im EM-Halbfinale 2012 mit sechs Juve-Profis das DFB-Team um acht Bayern bezwang. „Wir sind der FC Bayern!“, betont Toni Kroos, „wir sind besser. Wenn wir das zeigen, kommen wir weiter.“

Um das zu schaffen, müsse man „sehr schnell und überraschend nach vorne spielen, aber die Organisation nicht vergessen“, sagt Arjen Robben und bewirbt sich damit um einen Startplatz. Das tat er schon gegen den HSV, wie Xherdan Shaqiri oder Claudio Pizarro mit seinen vier Toren („Das beste Spiel meiner Karriere“). Doch das Trio muss wohl Thomas Müller, Franck Ribery und Mario Mandzukic weichen. Im Mittelfeld ersetzt Luiz Gustavo den gelbgesperrten Javi Martínez.

Einzige Sorge: Gegentreffer nach Standards

Obwohl der FCB am Samstag laut Rummenigge „Weltklasse-Fußball“ zelebrierte, bereiten die beiden Gegentore nach Ecken Sorgen. Das Champions-League-Finale und das damalige 1:1, das genau so fiel, „ist noch nicht so lange her“, sagt Sammer: „Ich bin kein Mahner, ich weise nur darauf hin.“ Robben scherzt: „Wenn wir am Dienstag wieder neun schießen, dürfen die auch zwei Kopfballtore machen.“ Coach Jupp Heynckes aber findet's nicht lustig: „Das Thema ärgert mich, das habe ich der Mannschaft in aller Deutlichkeit gesagt.“

Er sei schon vor dem HSV-Spiel „mit der 'alten Dame' Juve ins Bett gegangen und morgens wieder mit ihr aufgestanden“, sagt der Trainer über seine intensive Vorbereitung. Dabei ist ihm neben dem überragenden Regisseur Andrea Pirlo (Heynckes: „Juves Hirn“) eine geschlossen starke Mannschaft aufgefallen. Diese könne die Champions League gewinnen, sagt kein Geringerer als Jose Mourinho und schwärmt von Juve als „fast unsinkbarem Schiff“.

Juve ebenfalls selbstbewusst

Torhüter Gianluigi Buffon stichelt selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass sie froh sind, gegen uns zu spielen.“ Er steht hinter einer Dreierkette - der mit vier Gegentreffern besten Abwehr der Königsklasse. Mit den Stürmern Mirko Vucinic, der nach Fieber wieder fit ist, Fabio Quagliarella oder Alessandro Matri kann Juve „extrem gefährlich sein“, sagt Klublegende Dino Zoff im SID-Interview.

Wie der FC Bayern strebt auch die „alte Dame“, zuletzt vor zehn Jahren im Halbfinale, nach höchsten Weihen. „Letztes Jahr haben wir vom Sofa aus zugeschaut, jetzt jagen wir einen Traum“, sagt Trainer Conte.


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