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Real Madrid schmeißt Manchester United raus - Mag Cuneyt Cakir keine englischen Teams?

Nachdem Schiri Cakir am gestrigen CL-Abend im Fokus stand, wird natürlich seine Vita gegen Klubs von der Insel ausgegraben - und da gab es etliche strittige Entscheidungen. Zufall?

Manchester. Am Dienstagabend standen sich Manchester United und Real Madrid im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegenüber. Für Cristiano Ronaldo war es die erstmalige Rückkehr in das Stadion, in dem er große Erfolge feierte und wo man ihn immer noch liebt. Und doch war es nicht der Portugiese, der beim 2:1-Sieg der Königlichen im Blickpunkt stand, sondern ein Türke - Schiedsrichter Cuneyt Cakir. Und das nicht erstmals gegen Teams von der Insel.

Die Chronologie der Ereignisse

Ab der 48. Minute befand sich United mit weit mehr als einem Bein im Viertelfinale. Der überragende Nani tanzte Varane auf der linken Seite aus, flankte nach innen und dort prallte der Ball Ramos sehr unglücklich an den Fuß - Tor und die United-Führung. Doch nur acht Minuten später nahm das Spiel eine andere Wendung, nachdem Nani sich ein Duell mit Alvaro Arbeola auf der linken Angriffsseite lieferte, das mit Rot für den Mittelfeldmann von United endete. Nani konzentrierte sich ausschließlich auf den Ball, schaute auch nur auf das Leder und ging mit dem Fuß voraus zur Sache. Dabei traf er Arbeloa und der türkische Schiedsrichter Cuneyt Cakir stellte ihn wegen gefährlichen Spiels mit Rot vom Feld. Zehn Red Devils gegen 11 Madrilenen. Nur zehn Minuten nach dem Platzverweis drehten engagierte Königliche das Spiel, die nach dem Platzverweis in einer Tour das Tor der Engländer attackierten. Die Folge war der Doppelschlag in der 66. und 69. Minute - Manchester war ausgeschieden und Real im Glück. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn der Schiedsrichter im Fokus steht
Manchester United 1:2 Real Madrid
48' EIGENTOR! Ramos netzt ins eigene Tor - ManUnited bei 1 1/2 Beinen im Viertelfinale
56' ROTE KARTE! Nani muss vom Feld - ManUnited nur noch zun zehnt
66' TOOOOR! Modric netzt zum Ausgleich ein - eine Verländerung droht
69' TOOOR! Ronaldo schießt ManUnited aus dem Rennen - Real im Viertelfinale

Cuneyt Cakir ist nicht als der ultimative Karten-Rambo bekannt. Doch wenn er den Karton zückt, dann darf es auch mal Rot oder Gelb-Rot sein. Das sah man bei der EM 2012, in der aktuellen Runde der Champions League, der türkischen Süper Lig - und auch bei der letztjährigen Klub-WM setzte es viele Platzverweise.

Damit war eigentlich bekannt, sicher auch in England, dass Cuneyt Cakir die letzte Konsequenz beim Kartenverteilen keineswegs scheut.

Verschwörungstheorien werden blühen

Natürlich wird man sich in England darauf konzentrieren, was Cuneyt Cakir bisher geleistet hat - und das mit einem besonderen Blick auf die englischen Teams. Und ja, die Verschwörungstheorien haben Nährboden. So stellte der türkische Unparteiische im Jahr 2011 in der Europa League im Spiel Manchester City gegen Dynamo Kiew den damaligen City-Spieler Mario Balotelli vom Platz und die Citizens verabschiedeten sich von der europäischen Bühne.

Im Camp Nou zeigte Cakir dann John Terry Rot, als der mit Chelsea beim FC Barcelona um das Weiterkommen kämpfte. Dadurch, das Chelsea am Ende im "Finale dahoam" den CL-Sieg holte, war das aber kein zentrales Thema.

Cuneyt Cakir dezimierte Chelsea gleich zweimalig

Bei der Klub-WM hatte Chelsea dann das Vergnügen, wieder auf Cakir an der Pfeife zu treffen. Dort leitete der international erfahrene Türke die Partie der Blues gegen Corinthians, in welcher er Gary Cahill vom Platz stellte. Chelsea musste sich Corinthians mit 1:0 geschlagen geben. Der Ire Keith Andrews hatte seine Begegnung mit Cakir, als der ihn bei der EURO 2012 vom Platz stellte - Italien ging ins Finale. Und schließlich wäre da noch das EM-Spiel zwischen Spanien und Portugal zu erwähnen - in neun Fällen gab es da den Karton.



In der WM-Quali schickte Cakir dann Steven Gerrard vom Feld, als England im Wembley-Stadion 1:1 gegen die Ukraine spielte.

Cakir ein international erfahrener Mann

Hat Cakir ein Problem mit der englischen Gangart im Fußball? Nein, natürlich nicht. Aber er ist nun einmal ein Mann, der bei Spielen im Fokus gerne eingesetzt wird, da er bekannt dafür ist, seine Linie konsequent zu vertreten. Ihm tanzt man besser nicht auf der Nase rum und man unterlässt es als Spieler besser, in der Manier eines Kung-Fu-Pandas auf dem Platz herum zu springen - so wie es Nani gestern ganz unebstritten tat. In zahllosen Spielen der türkischen Süper Lig hat Cakir gezeigt, dass die Spieler, die sich "anständig" auf dem Platz benehmen, keine Karten zu befürchten haben.

Eine Klassemannschaft bricht nicht so ein

Und ganz egal, ob der Platzverweis zu hart oder ungerechtfertigt erscheint: Ein Klasseteam bricht nach einem Platzverweis nicht einfach so auseinander, wie es Manchester United getan hat. Auch Sir Alex Ferguson hat auf den Platzverweis kein Stück reagiert, obwohl sein Team führte und er hätte einfach nur die Defensive verstärken müssen, um auf Ergebnishalten zu spielen. Ich denke, Sir Alex war selbst unangenehm überrascht, dass sein Team sich urplötzlich als Wackelpudding in Fußballschuhen präsentierte, nachdem Nani das Feld überraschend verlassen musste.

Die Schuld für das Ausscheiden nur dem Schiedsrichter zuzuschreiben, so wie es Gary Lineker nach dem Spiel in sehr dramatischen Worten tat, als er davon sprach, Cakir habe mit dem Feldverweis ManUnited ermordet, ist völlig am Thema vorbei. United war klar im Vorteil und hat den Vorsprung einfach nicht halten können. Das war am Ende, auch wenn United das bessere Team war, taktisches Versagen des Trainers Ferguson, der den Feldverweis stoisch ignorierte und spielerisches Versagen des Teams, welches sich selbst auflöste.


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