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Jerome weg und Badstuber weg. Beim deutschen Rekordmeister ist die Inneverteidigerposition nur noch dünn besetzt. Der Sportdirektor ist in Alarmstellung.

München. Der FC Bayern München gewinnt souverän, der zweite Anzug sitzt und der Sieg in Gruppe F der Champions League ist in trockenen Tüchern. Trotzdem werden die Sorgenfalten bei Matthias Sammer immer tiefer. Vor allem eine Aktion von Jerome Boateng stößt dem Bayern-Sportdirektor böse auf.

Diego Contento, Daniel van Buyten, David Alaba, Holger Badstuber oder Jerome Boateng. Die Verletztenliste in der dieser Hinrunde ist lang. Gerade erst lichtete sich das Lazarett, bevor sich nun innerhalb von vier Tagen zwei Innenverteidiger für die kommenden Champions-League-Partien ins Abseits beförderten. Während Jerome Boateng für die Achtelfinals der Königsklasse auszufallen droht, könnte bei Holger Badstuber die komplette Saison bereits vorbei sein. Der 23-Jährige erlitt im Spiel gegen Borussia Dortmund einen Kreuzbandriss und wird mindestens fünf Monate ausfallen.

„Natürlich ärgert mich das“                                                                                                        

Kein Wunder also, dass sich Matthias Sammer über die rote Karte von Jerome Boateng gewaltig ärgerte. Nicht zuletzt, weil sie in der Entstehung absolut vermeidbar gewesen wäre. Wieso sich der deutsche Nationalspieler zu diesem Zeitpunkt in der Hälfte der Weißrussen zu so einem unüberlegten Zweikampf hinreißen ließ, das weiß wohl nur er selbst.

„Dafür habe ich keine Erklärung. Man muss so etwas in dieser Situation sicherlich nicht tun. Aber da sofort Rot zu geben, das ist nicht gerechtfertigt“, mahnte Sammer gegenüber Goal.com an. Dennoch gab er zu, dass dieser Platzverweis vermeidbar gewesen wäre: „Natürlich ärgert mich das. Ich weiß doch, was das bedeutet. Irgendwann geht es auf dem Niveau um Millimeter. Wir können nicht sagen, dass alles in Ordnung ist, denn es ist nicht alles in Ordnung.“

„Wir müssen jetzt unseren Job machen“

Von wegen besinnliche Weihnachtszeit. Für die neue sportliche Leitung des FC Bayern wird es noch mal richtig stressig. Nun muss der Markt sondiert werden. „Es geht nicht um teuer oder nicht. Es geht darum, dass wir uns jetzt nicht hinstellen können und sagen: Es ist alles in Ordnung. Es ist alles gut und wir machen gar nichts“, so Sammer und fügt an: „Wir müssen jetzt unseren Job machen und alle Optionen durchspielen.“

Goal.com-Reporter Maximilian Bensinger sprach auch mit Philipp Lahm nach der Partie über die neuen Verletzungssorgen. „Wir haben genügend Optionen. Javi kann auf dieser Position spielen und auch Tymo. Er hat im Champions-League-Finale seine Klasse bewiesen“, wehrte der Bayern-Kapitän ab. Mit den Aussagen konfrontiert, gab ihm Sammer teilweise recht: „Absolut. Es gibt viele Optionen! Aber es kommt der Tag…“

Das Champions-League-Finale 2012 – geprägt von Spielsperren und Verletzungen. Auch der ehemalige DFB-Sportdirektor ließ innerlich noch einmal das komplette Jahr 2012 Revue passieren. Er erinnert sich an den besagten 19. Mai und erkennt die Gefahren: „Haben wir in der Hinrunde einmal weniger als drei Verletzte gehabt? Nicht einmal! Natürlich können wir sagen, dass wir das Champions-League-Finale mit dem, dem oder dem spielen. Irgendwie haben wir es dann trotzdem knapp nicht geschafft. Ist das unser Anspruch?“

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