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Trotz einer reichlich turbulenten Saison-Vorbereitung steht Debütant FC Malaga bereits im Achtelfinale der Königsklasse.

Malaga. Viel schlechter hätte die Saison für den FC Malaga nicht beginnen können. Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani, milliardenschwerer Klubbesitzer aus Katar, drehte plötzlich den Geldhahn zu. Manager Fernando Hierro verließ den Verein fluchtartig. Ihm folgten zahlreiche teuer verpflichtete Superstars - ganz einfach, weil der Verein sie nicht mehr bezahlen konnte. Was dann passierte, kann man wohl fast schon als Trotzreaktion beschreiben.

Malaga startete nicht nur erneut stark in der Primera Division und etablierte sich in der Spitzengruppe. Nein, als eine der besten Mannschaften Europas stehen die Andalusier zusammen mit dem Titelträger von 2004, dem FC Porto, zudem bereits nach vier Spieltagen sicher im Achtelfinale der Champions League. Der Debütant düpierte gerade den etablierten AC Mailand und stellt auch die anderen vermeintlichen Spitzenmannschaften in den Schatten, die sich größtenteils eher taumelnd durch die Gruppenphase quälen.

Wiederholungstäter Pellegrini: „Letzte Partie entscheidend“

„Es ist ein unheimlich wichtiger Erfolg, das Achtelfinale erreicht zu haben“, sagte Malagas Trainer Manuel Pellegrini nach dem 1:1 in Mailand am Dienstagabend. „Jeder hat uns gesagt, dass wir froh sein sollten, überhaupt dabei sein zu dürfen. Und jetzt sind wir als eine der ersten Mannschaften durch - nach einem Remis an einem nicht ganz unbekannten Ort wie San Siro.“ Pellegrini ist Wiederholungstäter was Überraschungen in der Königsklasse angeht: Bereits vor sieben Jahren führte der Chilene den FC Villarreal sensationell bis ins Halbfinale - Nachahmung mit Malaga nicht ausgeschlossen. Ein Weiterkommen verhinderte damals lediglich Arsenal-Keeper Jens Lehmann.

Während in Südspanien schon gefeiert wird, muss beim AC Mailand der Konjunktiv herhalten: „Wenn wir gewonnen hätten, könnten wir uns über sieben Punkte freuen und die Chancen auf ein Weiterkommen stünden deutlich besser“, sagte Trainer Massimiliano Allegri, der zudem auf die im Sommer vorgenommene starke Verjüngung seines Teams verwies. „Jetzt müssen wir in den letzten beiden Spielen richtig kämpfen - ich denke, dass die letzte Partie entscheidend sein wird.“



Trösten kann sich der Italiener mit der Tatsache, dass dieses Szenario auch noch ganz anderen Kalibern droht. Der FC Arsenal konnte aus den beiden Partien gegen den FC Schalke 04 nur einen Punkt mitnehmen, liegt zwar auf Position zwei in der Gruppe B, hat aber Olympiakos Piräus im Nacken. Hier könnte es am letzten Spieltag zum entscheidenden Duell kommen. Gleiches wie Arsenal passierte sogar Real Madrid gegen Borussia Dortmund - nur einen Zähler holte der spanische gegen den deutschen Meister in zwei Aufeinandertreffen.

„Jetzt sind es nur noch zwei Spieltage, aber unsere Chancen auf ein Weiterkommen stehen noch immer gut“, sagte Real-Torwart Iker Casillas. Noch schlechter sieht es beim englischen Titelträger aus. Manchester City liegt mit erst zwei Punkten am Ende der Gruppe D und steht vor einem frühen Saisonende in der Königsklasse. „Ich glaube immer an meine Mannschaft, aber jetzt ist die Lage wirklich sehr schwierig“, sagte Trainer Roberto Mancini nach dem enttäuschenden 2:2 des Scheich-Klubs gegen Ajax Amsterdam.

Das reiche ManCity zittert, das blanke Malaga feiert - Geld alleine macht eben nicht glücklich.

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