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Endlich reif: Borussia Dortmund ist in der Champions League angekommen

Nach einer harten Debütsaison scheint Borussia Dortmund nun endgültig in der Champions League angekommen zu sein. Den Beweis lieferte das Team am Mittwoch.

Manchester. Mehr als ein Jahr lang haben sie auf diesen Moment gewartet, nun ist er gekommen: Borussia Dortmund hat mit einer couragierten und spielerisch hochwertigen Performance seine Visitenkarte in der Champions League abgegeben. Dass es trotzdem beim 1:1 bei Manchester City nicht zum Sieg gereicht hat, war unglücklich, schmälert die Leistung des deutschen Meisters aber kein bisschen.

Die Emanzipation des Teams

Man denke mal ein Jahr zurück, an die Auswärtsspiele bei Olympique Marseille, Olympiakos Piräus und beim FC Arsenal. Dortmund präsentierte sich angriffslustig, ballsicher, aber auch unglaublich naiv. Marseille spielte man in deren Stadion an die Wand, doch konnte nichts Zählbares, sondern nur eine 0:3-Klatsche mit nach Hause nehmen. Auch wenn Dortmund offensiv soliden Fußball bot, stand das Team von Jürgen Klopp in der vergangenen Saison vor allem für eins: Leichtsinn. Mit drei Pleiten und 2:8 Toren bezahlten sie dies vor allem auf des Gegners Platze. Eine ganz andere Borussia zeigte sich am Mittwoch. Mit aggressivem Gegenpressing, sauberen Kombinationen und trotzdem einer geordneten Defensive präsentierte sich der deutsche Meister in Manchester - und wurde dabei immer stärker. Bereits im ersten Durchgang vergab Mario Götze drei ausgezeichnete Chancen. Zweierlei Dinge lassen sich im BVB-Spiel feststellen: Man hat Naivität abgelegt und Konstanz hinzugewonnen. Dortmund agierte auf einem hohen Niveau mit hohem Tempo und konnte dieses auch über die volle Distanz gehen.

Auch im und um das Team herrschte nach der Partie bei Manchester City vorrangig diese Meinung. Im Interview mit dem ZDF fand der Kapitän Roman Weidenfeller klare Worte: „Wir haben ein tolles Spiel absolviert, hätten den Sieg verdient gehabt. Wir sind reif genug, das hat man heute gesehen. Wir sind der deutsche Meister, keine Underdogs. Nur hätten wir uns heute belohnen müssen.“ Auch Jürgen Klopp war mit der Leistung seines Teams sehr zufrieden. „Ich bin glücklich, wie meine Mannschaft aufgetreten ist heute. Es war hier ein couragierter Auftritt, das muss man so anerkennen. Die Aufgabe hat das Team toll bewältigt. Jetzt gehts weiter!“ Dortmund ist also bereit für weitere große Aufgaben. Die nächste wartet bereits in drei Wochen - gegen den spanischen Meister Real Madrid.

Den englischen Meister an die Wand gespielt

Verlief der erste Durchgang noch lange Zeit offen, nahm die Borussia in der zweiten Halbzeit das Heft des Handelns in die Hand und begann, den englischen Meister herzuspielen. Wunderschöne Kombinationen und präzise Pässe über die offensive Dreierreihe sowie Gündogan und Lewandowski prägten das BVB-Spiel, die erste Großchance nach dem Wechsel vergab sofort Götze. Bei einer deratigen Überlegenheit war der Führungstreffer durch Marco Reus (61.) nur logische Konsequenz. Doch der BVB spielte weiter offensiv, war dem zweiten Tor deutlich näher als ManCity dem Ausgleich. Beste Chancen vergaben erneut Reus, Gündogan per Distanzschuss und vor allem Lewandowski, der aus nähester Distanz neben das Tor schob. Auch als Dortmund in den Schlussminuten etwas nachgelassen hatte, konnte sich City kein Übergewicht erspielen. Der Elfmeter in der letzten Minute kam aus dem Nichts und stellte das Spiel in seiner Gesamtheit auf den Kopf. City hatte keinen Punkt verdient gehabt, wie nach dem Spiel auch Edin Dzeko behauptete.



Gute Ausgangsposition für die Borussia

Losgelöst vom tatsächlichen Spielverlauf im Etihad Stadium muss man sich eines vor Augen halten: Hätte man dem BVB vor der Partie eine Punkteteilung beim englischen Meister angeboten, so wäre diese von den Schwarz-Gelben sicher dankend angenommen worden. Dass sich das Remis nun wie eine Niederlage anfühlt, ist einzig allein in der großartigen Leistung und der dominanten Spielweise in Halbzeit 2 begründet. Blickt man auf die Tabelle, kann man feststellen: Die Ausgangssituation für Dortmund ist verdammt gut. Im Duell um Platz 2 mit Manchester City hat Dortmund zwar nun zwei Spiele gegen Real, während City zweimal auf Ajax trifft, doch haben die Borussen auch bereits drei Punkte mehr. Und das Spiel gegen den direkten Konkurrenten im eigenen Stadion in der Hinterhand. Etwas, das City gestern gegen starke Dortmunder nicht zum eigenen Vorteil machen konnte.

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