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Günter Netzer zum BVB: „Der Meister muss internationales Niveau erreichen“

In seiner Kolumne äußert sich Günter Netzer über die Aussichten des BVB in der Champions League. Dabei räumt er den Dortmundern eine Chance in der „Todesgruppe“ ein.

Berlin. Am Dienstag beginnt für Borussia Dortmund die Mission „Champions League“. Man trifft in der Gruppe D, der sogenannten „Todesgruppe“, auf drei Landesmeister. Zuerst spielt man gegen Ajax Amsterdam, dann folgen Real Madrid und Manchester City. In seiner Bild-Kolumne äußert sich Günter Netzer zu den Chancen des Double-Siegers auf das Weiterkommen.

Angriffslustig trotz Hammergruppe

Nach der Auslosung hätte man von „Los-Pech“ sprechen können, so Netzer, dies tat man aber nicht, sondern im Gegenteil. Jürgen Klopp hat sogar geäußert, dass er sich auf die Aufgabe freue. Netzer nimmt dem Trainer der Dortmunder diese Vorfreude ab, doch ist dies eine Bestandsaufnahme, „auf welchem internationalen Niveau sich die großartige Dortmunder Mannschaft bewegen kann.“



„Klopp ist authentisch“

Der frühere Angreifer der „Fohlen“ lobt den früheren Mainzer und schätzt seine Arbeit beim Double-Sieger, der „mit seiner Lässigkeit eine wunderbare Atmosphäre innerhalb des Vereins geschaffen hat“. Und der 67-Jährige fügt hinzu: „Doch die kommt durch die internationalen Aufgaben jetzt auf den Prüfstand. Die Mannschaft muss es jetzt, bei der zweiten Teilnahme an der Champions League in Folge, auf ein anderes Niveau schaffen. Das macht die gesamte Angelegenheit so hochinteressant.“

Vieles Gewinnen, aber auch Verlieren

Dabei ist der wiederholte Einzug in die „Königsklasse“, je nach Ausgang, Segen und Fluch zugleich. „Es ist eine Bewährungsprobe, bei der Dortmund im Erfolgsfall an Reputation und Ansehen gewinnen wird. Sie würden mit einem Weiterkommen den nächsten Schritt in der Entwicklung machen“, so Netzer in der Bild am Sonntag.

Bei einem erneuten Scheitern in der Gruppe könne man sich zwar auf das „Los-Pech“ und die Schwere der Gruppe verweisen. „Aber es würde auch zeigen, dass Dortmund weiter internationalen Aufholbedarf hat. Dass die Mannschaft noch nicht so weit ist.“

„Keineswegs aussichtslos“

Dem siebenfachen Meister traut der Weltmeister von 1974 den großen Wurf zu und schätzt die Chancen des BVB als nicht aussichtslos ein. Doch ist dies eine Frage des Charakters des Teams: „Hier sind die Spieler gefordert, und es zeigt sich, ob sie nicht doch noch überfordert sind. Es geht darum, außergewöhnliche Leistungen zu bieten – mit Mut, Intelligenz, aber auch Respekt.“

Ein Ausscheiden aus der Champions League würde nicht den Weltuntergang bedeuten, entscheidend ist, wie dies geschieht: „Wichtig erachte ich aber die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in der Champions League präsentiert. Ein Ausscheiden muss nicht zwangsweise gravierende Folgen haben, wenn die Mannschaft in den Spielen alles versucht hat, sich gegen eine Niederlage zu stemmen. Das ist der entscheidende Punkt.“



Auch Gradmesser für „Götzeus“

Der frühere Real Madrid-Spieler setzt dabei große Hoffnung auf Mario Götze und Marco Reus. „Beiden traue ich eine große Zukunft zu. Bei diesen besonders wichtigen und aussagekräftigen Vergleichen werden sie sich beweisen müssen.“ Denn eine Bewährung würde auch der DFB-Auswahl zu Gute kommen: „Gelingt ihnen das, würde das ihre Entwicklung deutlich beschleunigen.“

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