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Bayern-Legende Jean-Marie Pfaff: „Neuer ist ein guter, aber noch kein Weltklasse-Torhüter“

Der ehemalige Bayern-Keeper weiß, worauf es in großen Spielen ankommt. Für Manuel Neuer geht es seiner Meinung nach noch darum, sich zu beweisen.

München. Vor dem Spiel der Spiele, dem Champions-League-Finale 2012 am 19. Mai in der bayrischen Landeshauptstadt spekuliert und diskutiert die ganze Fußballwelt. Jetzt meldet sich die Torwart-Legende Jean-Marie Pfaff am Rande eines Benefiz-Spiels in der tz zu Wort und erklärt, wie man sich auf ein großes Endspiel vorbereitet und was Manuel Neuer noch dazulernen muss.

Er war Vize-Europameister 1980, dreifacher deutscher Meister, zweifacher DFB-Pokal-Sieger und Welttorhüter des Jahres 1987. Jean-Marie Pfaff hat in seiner aktiven Zeit alle Highlights eines Fußballerlebens miterlebt. Dieses Wissen möchte er an den aktuellen Stammkeeper des FC Bayern München, Manuel Neuer, weitergeben. So verrät er, dass man sich als Torwart nur auf so ein Finale vorbereiten kann, indem man im Training täglich alles gibt: „Nur wenn du dich auf dem Trainingsplatz gut fühlst, kann es im Spiel klappen. Aber das ist nicht bei einem Spiel so und bei einem anderen so, das ist das gesamte Jahr gleich. Ein Torwart muss kontinuierlich seine Leistung abrufen, bei jedem Spiel gleich.“

Stark sein, wenn die Mannschaft schwach ist

Pfaff berichtet weiter, dass es vor allem in schwachen Spielen der Mannschaft als Torwart darauf ankommt, umso stärker zu sein: „Das zeichnet einen großen Torwart aus. Nicht wenn die Mannschaft stark ist, sondern wenn sie schwach ist, muss du als Torwart da sein.“. Der ehemalige belgische Nationaltorhüter spricht aus Erfahrung. „1987 haben wir in Madrid gespielt und Klaus Augenthaler ist nach 30 Minuten vom Platz geflogen. Wir haben aber mit zehn Spieler trotzdem nur 1:0 verloren und das Endspiel erreicht. Als Torwart musst du auch Spiele gewinnen, vor allem wenn mal die Mannschaft nicht gut drauf ist. Und darauf kommt es für Neuer jetzt an“, so Pfaff.

Fehler gegen Dortmund nicht tragisch

Den kleinen Patzer von Manuel Neuer vor dem letzten Treffer der Dortmunder im DFB-Pokal-Finale sieht der 58-Jährige nicht als ausschlaggebend für die Niederlage der Münchener an. So erklärte er gegenüber der tz: „Wenn man zum Schluss 5:2 verliert, sollte man so einen Fehler nicht überbewerten.“. Allerdings sieht Pfaff Verbesserungspotential bei ihm. „Er muss noch sehr vieles beweisen. Ich habe großen Respekt vor ihm, aber man muss dem Jungen einfach sagen, wo er noch viel lernen muss.“

Noch keine Weltklasse

Ob es als Anreiz zur Motivation oder dazu gedacht ist, Druck von den Schultern Manuel Neuers zu nehmen, Jean-Marie Pfaff spricht im Gegensatz zur allgemeinen Expertenmeinung der Nummer eins der Bayern die Weltklasse ab. „Manuel Neuer befindet sich eben noch nicht in dem Kreis von Weltklasse-Torhütern. Er ist ein guter, aber noch kein Weltklasse-Torhüter, wenn Sie mich fragen.“. Und Pfaff weiter: „Er muss sich auf sich und seine Fähigkeiten konzentrieren. Das nächste Spiel ist wieder anders, und da kann er sich keinen Fehler mehr erlauben.“

Eure Meinung: Ist Manuel Neuer schon ein Torhüter auf Weltklasse-Niveau? Wie viel fehlt ihm noch bis dahin?

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