Bayerns B-Elf in Manchester: Hier muss der Rekordmeister nachlegen

Ohne seine Superstars war der zweite Anzug des FC Bayern in Manchester defensiv weitestgehend stabil, spielerisch aber mangelhaft. Der junge Takashi Usami jedoch konnte gefallen.

von Nikolai Mende

Takashi Usami - Bayern Munich
Getty Images
Manchester. Der FC Bayern München hat sein letztes Gruppenspiel in der Champions League zwar mit 0:2 bei Manchester City verloren, aber interessieren wird es morgen bereits niemanden mehr. Bleiben die Erkenntnisse, die man aus dem Auftritt der Reservisten ziehen konnte. Und die fallen durchwachsen aus.

Zu wenig Ideen

Mit einem Team von Manchester City in Topbesetzung und auch noch auswärts bekamen die Bayern einen richtigen Brocken vorgesetzt. Die B-Elf des Rekordmeisters schlug sich defensiv lange Zeit gut und wurde erst durch den Sonntagsschuss von David Silva geknackt. In der zweiten Halbzeit folgte dann eine Unachtsamkeit zum 2:0-Todesstoß. Defensiv war das jedoch in Ordnung. Das Problem lag eindeutig vorne: Stürmer Nils Petersen bekam es mit zwei echten Schränken zu tun und ging praktisch komplett unter. Aber warum? Der Neuzugang von Energie Cottbus bekam einfach keine Bälle, so sieht jeder Stürmer schlecht aus. Auch einem Mario Gomez, auch einem Kun Agüero im Hinspiel in München ging es ähnlich. Doch aus dem Mittelfeld kamen keine Ideen. Wer einen Tag vorher die Reserve des FC Barcelona bewundert hat, der sah, wo das Problem liegt. Viel zu selten gelangen Angriffe der Bayern, spielerisch war der Auftritt sehr mau.

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Zu kleiner Kader

Durch den Mini-Kader des Rekordmeisters müssen Spieler wie David Alaba und Ivica Olic immer wieder im Mittelfeld auf den Flügeln aushelfen. Doch Olic ist Stürmer und Alaba ebenso kein Flügelspieler. Der Österreicher zeigte eine schwache Leistung, ihm fehlt für die Außenbahn einfach die Dynamik. Auf dem Weg zur Weltspitze hat der 19-Jährige noch einen weiten Weg vor sich, denn auch im zentralen Mittelfeld konnte er zuletzt nicht überzeugen. Ivica Olic ist nach seiner endlosen Verletzung nicht mehr der Alte. Die Schnelligkeit und der Antritt früherer Tage sind scheinbar weg. Doch nur damit kann Olic seine überragenden Leistungen bringen, wie 2010. Mit zwei Notlösungen auf den Flügeln und viel zu wenig Kreativität im zentralen Mittelfeld war auch für Nils Petersen nichts zu machen.

Usami überzeugt erneut

Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk sind Zerstörer, können jedoch nicht das Offensivspiel ankurbeln. Diego Contento hat sich in der Defensive erneut sehr schwach präsentiert. Das reicht aktuell nicht auf Top-Niveau. Für weitere Einsätze hat sich jedoch einmal mehr der Japaner Usami empfohlen. Im Vergleich zum hölzernen Rest der Mannschaft wirkte Usami absolut erfrischend und zeigte, dass er technisch einiges drauf hat. Mit ihm könnten die Bayern am Ende einen ganz großen Coup gelandet haben. Denn ein wendiger, dribbelstarker Spieler fehlt den Bayern einfach in der Breite. Der Neuzugang aus Osaka könnte diese Lücke jedoch schließen, denn das Zeug dazu hat er. Nur körperlich muss Usami noch etwas zulegen. Auch in der Amateur-Mannschaft der Bayern hat der Neuzugang noch Probleme, über ein komplettes Spiel das Tempo mitzugehen.

Das Finale ist machbar

Manchester United raus, Manchester City raus. Der Serien-Finalist und der Scheich-Klub haben sich bereits nach der Gruppenphase verabschiedet. Damit verbleiben im Wettbewerb zwei mögliche Hammerlose weniger für den Deutschen Rekordmeister. Die Bayern sind in Top-Besetzung ein ganz heißer Anwärter aufs Finale von München. Aber nur, wenn die Mannschaft auch weiterhin vorne und hinten gemeinsam als Kollektiv zusammenarbeitet und jeder dem anderen hilft. Barcelona und Real Madrid sind die großen Favoriten, doch der Rekordmeister muss sich nicht verstecken. Auch bei den Buchmachern ist der FCB zurecht auf Platz drei gesetzt. Der erste Anzug stellt absolutes Topniveau dar, vor allem in der Offensive ist man mit geballter Weltklasse ausgestattet. Schon im Vorjahr hatte das Team die Chance, erneut ins Finale zu kommen, schoss sich gegen Inter jedoch selbst raus. Mit Chelsea, Inter, dem AC Mailand und Arsenal sind große Namen im Rennen, welche jedoch nicht mehr Angst und Schrecken verbeiten, wie noch vor einigen Jahren. Wenn die Bayern von Verletzungen verschont bleiben, ist in dieser Saison sogar das Triple drin.

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