Nuri Sahin noch nicht der Alte: Durchwachsenes Champions-League-Debüt für Real Madrid

Wer ist dieser Nuri Sahin? Das fragten sich die Fans von Real vor dem Spiel gegen Dinamo Zagreb. Der ehemalige BVB-Star hat in 90 Minuten wenige Antworten gegeben.

Von Dennis Reinkens

Nuri Sahin gab für Real Madrid sein Debüt in der Champions League
Images Sport
Madrid. Nuri Sahin war die Vorfreude vor seinem großen Startelf-Debüt bei Real Madrid anzumerken. Mit konzentriertem, nach vorn gerichtetem Blick antwortete er bei der Pressekonferenz auf die Fragen der Journalisten. Seine Äußerungen waren so optimistisch, dass viele vielleicht vergessen haben, dass er seit Monaten kein Spiel gemacht hatte, er nach seiner Knieverletzung gerade erst auf dem Weg zurück ist.

Vorfreude und keine Angst

„Ich freue mich auf das Spiel, es ist kein Problem für mich, neben Xabi Alonso zu spielen“, sagte Sahin zur taktischen Formation, die Mourinho sich für sein erstes Spiel von Beginn an ausgedacht hatte. Neben Platzhirsch Alonso wollte der junge Türke sich aufrichten. „Ich kenne das Wort Angst nicht“, sagte er kämpferisch zu Bedenken, ob er sich denn durchsetzen könne.

Wer ist Sahin?

Sahin, die große Unbekannte. Auch der ehemalige Real-Keeper Bodo Illgner äußerte sich gegenüber dem TV-Sender Sky gespannt. „Er ist jetzt seit sechs Monaten hier, aber niemand hat ihn bisher zu Gesicht bekommen“, beschrieb er die Erwartungen der Fans und Journalisten. Und die hatten es laut Illgner in sich: „Hier weiß man nur, das ist der beste Spieler der Bundesliga gewesen.“

Gute Anfangsphase gegen schwache Gegner


Im Spiel fügte sich Sahin gut ein, nahm am Passspiel teil, ohne aber die gefährlichen Aktionen zu haben. Der Wirbelsturm, den Mesut Özil, Gonzalo Higuain, und Karim Benzema in den ersten zwanzig Minuten entfachten, stellte den ehemaligen BVB-Spieler in den Schatten. Nach einer halben Stunde schien er fast der Alte. Ein kurzer Haken, ein schöner Ball auf Özil, aber der kontrollierte den Ball nicht. Doch Sahin spielte darauf mutiger, ein weiterer langer Ball auf Benzema (40.), fand da der künftige Spielmacher in seine Rolle?

Zu langsam, zu zweikampfschwach
 
Die zweite Hälfte legte seine Schwächen offen. Trotz nur geringer Dinamo-Gegenwehr kam Sahin immer wieder in Bedrängnis. An die vereinzelten guten Aktionen konnte er nicht anknüpfen, stattdessen fehlte seinem Spiel das Tempo. Er begann, zu Fouls zu greifen, wurde in der 56. Minute sogar energisch vom Schiedsrichter ermahnt. Ohne Alonso an seiner Seite ging die Souveränität verloren, Sahin war einer der schwächsten im königlichen Dress. „Das Leben ist nicht einfach“, sagte Mourinho nach dem Spiel über seinen Schützling.

Selbstkritik und Blick in die Zukunft


Sahin selbst sah auch in der fehlenden Geschwindigkeit das größte Problem. „Ich bin ja jetzt dafür bekannt, dass ich nicht der Schnellste bin, dass ich dann noch sechs Monate nichts gemacht habe, ist es normal, dass mir die Spritzigkeit fehlt. Da bin ich auch selbstkritisch, das weiß ich“, gab er bei Sky zu. Er schaut nach vorne, auch wenn sein Optimismus gebremst scheint: „Ich weiß, dass es nicht perfekt war heute, aber für den Anfang war es ganz in Ordnung.“

Die Freistöße schießt noch Granero

Als längst alles entschieden und Zagreb der Aufgabe nah war, bekam Real einen Freistoß, zentral vor dem Tor, 23 Meter entfernt. Eine Situation, wie gemalt für den Mann, der jetzt die Nummer von Zinedine Zidane trägt, um endlich sein Können zu zeigen. Doch es durfte Esteban Granero antreten. Sahin konnte den schwachen Eindruck der zweiten Hälfte nicht mit einer Szene ausgleichen. In einem Spiel, das sich für Real wie Training anfühlte, hielt Sahin gut mit, und das Knie machte keine Probleme. Sein wahres Können hat das gespannte Publikum allerdings nicht gesehen.

Eure Meinung: Wie fit ist Nuri Sahin nach seiner Verletzung?

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