Champions League Gruppe A: Harte Brocken und Titelverteidiger Inter für Werder Bremen

Die Grün-Weißen von der Weser hatten nicht besonders viel Losglück. Sie bekamen eines der schwerstmöglichen Gegner-Trios zusammengestellt und müssen sich nun mit der Konkurrenz aus Italien, England und den Niederlanden auseinander setzen.

Pizza lässt Werder jubeln (Getty Images)

(dab) Bremen. Werder Bremen hat es bei der Vorrunden-Auslosung der Champions League schwer erwischt: In der Gruppe A muss sich die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf mit dem Titelverteidiger Inter Mailand, den Tottenham Hotspur und dem FC Twente Enschede messen. Goal.com nimmt für Euch die Gruppe A einmal genauer unter die Lupe:

INTER MAILAND

Obwohl Internazionale als Titelverteidiger nach dem erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte in die Königsklasse einzieht, muss der Triple-Sieger erst noch beweisen, ob er dieses Jahr wieder zum Favoritenkreis zählt. Alle Stars bis auf Stinkstiefel Balotelli konnten gehalten werden, weshalb Moratti zunächst keinen Grund sah, groß auf dem Markt nach Krachern zu suchen. Beim zentralen Posten gab es allerdings einen Wechsel: José Mourinho zog es nach seiner abgeschlossenen Mission zu Real Madrid, doch fraglich ob Ex-Liverpooler Rafael Benitez der neue „Special One“ werden kann. Die Umstellung auf eine neue Trainerphilosophie dürfte selbst für ein Gewinnerteam mit einem Sneijder in Weltform nicht ohne Zwischenfälle vonstatten gehen. Doch die Nerazzurri verfügen über so viel eingespielte individuelle Klasse, die weiterhin nur schwer zu schlagen sein wird.

WERDER BREMEN

Das war knapp! In buchstäblich letzter Sekunde qualifizierte sich die Mannschaft von Thomas Schaaf im Play-off gegen Sampdoria Genua für die Gruppenphase. Dies allerdings schon zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Jahre. Der Stammgast von der Weser schaffte allerdings noch nie den Einzug ins Viertelfinale, ließ dafür aber immer wieder durch tolle Ergebnisse im Weserstadion gegen die ganz Großen aufhorchen. Ob Inter Mailand (2:1), Real Madrid (3:2), Juventus (3:2) oder aber Chelsea (1:0) – sie alle wurden schon bezwungen. Was Werder fehlt, ist die Konstanz. Für die soll vor allem Torjäger Claudio Pizarro sorgen, mit bislang 16 Treffern in der Champions League und 21 Toren in der Europa League der Schütze vom Dienst in einem Team, das an einem guten Tag zu allem in der Lage ist. 

TOTTENHAM HOTSPUR

Das Quartett ist perfekt: Nach Manchester United, dem FC Arsenal und Chelsea London hat auch Tottenham Hotspur die Gruppenphase der Champions League erreicht. England stellt mit diesen vier Mannschaften damit mehr Teilnehmer als alle anderen Länder. Tottenham, das die Phalanx der „großen Vier“ in der Premier League in der letzten Saison durchbrochen hat, tat sich in der letzten Qualifikationsrunde allerdings deutlich schwer gegen die Young Boys aus Bern. Nur dank dreier Treffer von Peter Crouch mischt man nun im Konzert der Großen mit. Und das zum ersten Mal. Die Gruppenphase wurde zuvor noch nie erreicht, ist also Neuland für die Mannschaft von Trainer Harry Redknapp, der auf weitere Tore von Crouch und eine sichere Abwehr um Nationalspieler Michael Dawson hofft.

FC TWENTE ENSCHEDE

Enschede jubelt! Nicht nur darüber, dass die „Tukkers“ erstmals in der Eredivisie-Geschichte Meister wurden, sondern auch über die Millionen, die bei der erstmaligen Champions-League-Teilnahme in die Kasse sprudeln und dem Club bei seinem konstanten Wachstum stärken sollen. Coach Steve McClaren folgte dem Ruf aus Wolfsburg, stattdessen steht nun Torwartlegende Michel Preud’homme an der Seitenlinie. Obwohl mit Stam, Stoch und Rekordbomber N’Kufo Stammspieler abhanden kamen, konnten mit Douglas und Bryan Ruiz begehrte Hochkaräter gehalten werden, die ebenso in der Königsklasse reifen wollen wie Oranje-Talent Wout Brama. Das Tor hütet Oldie Sander Boschker. Ob Twente die Achtelfinalsensation gelingt, dürfte von der Quote des neuen Stürmerbullen Janko abhängen.

DIE GOAL.COM-PROGNOSE

Die Bremer haben eine der schwersten Gruppen erwischt. Denn um Inter Mailand zu bezwingen, benötigen die Grün-Weißen schon einen außergewöhnlich guten Tag. Und auch die Engländer von Tottenham sind eine spielstarke und robuste Mannschaft, die von der Qualität her mindestens gleichwertig mit dem Bundesligisten ist. Aus Topf vier bekam Werder dann noch den FC Twente zugelost, mit dem die Mannschaft schon in der vergangenen Europa-League-Saison zumindest im Auswärtsspiel Probleme hatte. Alles in allem sind es unangenehme Aufgaben, die auf Werder Bremen warten. Inter sollte sich ohne größere Mühe durchsetzen. Dahinter folgt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Tottenham und Werder. Und den FC Twente sollte man nicht abschreiben, denn der niederländische Meister wird auch seine Punkte sammeln.

Eure Meinung: Wer qualifiziert sich aus diesem Quartett für die folgende Runde?



 
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