Spielbericht Champions League: FC Chelsea London – Inter Mailand

Spiel, Satz und Sieg – ein weiterer Favorit ist aus der Champions League ausgeschieden, ein anderer Titelanwärter konnte sich über den Einzug ins Viertelfinale freuen. José Mourinhos Rückkehr an die Stamford Bridge wurde von einem 1:0-Erfolg von Inter Mailand begleitet. Chelsea London wird die „Königsklasse“ hingegen vom Fernseher aus verfolgen müssen.

Von Sebastian HEIER

Maicon gegen Malouda (Getty)
London. José Mourinhos Auftritt an der Londoner Stamford Bridge war schon vor dem offiziellen Abpfiff beendet. Der portugiesische Coach von Inter Mailand hat eine leise Rache an seinem Ex-Klub FC Chelsea London genommen und verließ schon kurz vor dem Schlusspfiff seine Trainerbank – er wusste, dass seine Mannschaft mit dem 1:0-Auswärtserfolg das Ticket für das Viertelfinale der „Königsklasse“ buchen konnte.

PERSONAL & TAKTIK

Inter Mailand bot im Angriff Samuel Eto'o, Diego Milito und Goran Pandev auf. Dahinter zog Regisseur Wesley Sneijder seine Kreise. Esteban Cambiasso und Thiago Motta komplettierten das Mittelfeld der Italiener. In der Viererkette liefen Maicon, Samuel, Lucio und Javier Zanetti auf, Keeper Julio César stand ebenfalls wieder in der Startelf.

Chelsea-Coach Carlo Ancelotti überraschte mit seiner Aufstellung: Er entschied für einen Einsatz von Yuri Zhirkov in der Startelf. Ricardo Carvalho musste auf der Reservebank Platz nehmen. Im Mittelfeld spielten Frank Lampard, John Obi Mikel und Michael Ballack, das Angriffstrio bildeten Florent Malouda, Nicolas Anelka und Didier Drogba.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Nicht zuletzt José Mourinhos Rückkehr an die Stamford Bridge heizte die Emotionen am Dienstagabend an, sondern auch der pure Kampf um den Einzug in das Champions League-Viertelfinale. Chelsea London hatte im Rückspiel gegen Inter Mailand die vermeintlich schlechteren Karten, nachdem das Hinspiel mit 1:2 verloren wurde.

Aber, und so war es bereits auch schon im Hinspiel, das Spiel bot vor allem in den ersten 45 Minuten kaum nennenswerte Aktionen. Chelsea London wurde mit der Fortdauer der ersten Halbzeit stärker, während sich die Bemühungen der Italiener auf das Verteidigen und auf das Lauern von Konterchancen, die jedoch meist in einer Abseitsposition mündeten, konzentrierten.

Ein Distanzschuss von Michael Ballack (11.), der gleichzeitig auch die beste Aktion des deutschen Nationalmannschaftskapitäns in der ersten Halbzeit war, und zwei kleinere Aktionen von Drogba (41.) und Malouda (26.) sorgten zumindest im Ansatz für den Hauch einer Gefahr. Inter Mailand kam gar nur einmal vor das Tor von Chelseas Schlussmann RossTurnball, als Angreifer Samuel Eto´o (33.) überraschenderweise den Ball auf seinen Kopf bekam, aber diesen nicht zielgerecht im gegnerischen Tor unterbringen konnte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE


Mit einem 0:0 der schwächeren Sorte gingen beide Mannschaften in die Kabine. Das Spiel kippte nach dem Seitenwechsel in Richtung Inter Mailand, die nicht nur mehr Ballbesitz hatten, sondern auch zu den besseren Chancen kamen. Dem Achtelfinalspiel fehlte es allerdings auch weiterhin an Tempo, auch ein geordneter und fließender Spielfluss war nicht zu erkennen.

An der Stamford Bridge stand es auch nach knapp einer Stunde noch immer 2:1 für Inter Mailand, womit das Ergebnis aus dem Hinspiel gemeint war. Chelsea brauchte den wichtigen Treffer zum 1:0, doch auf dem Rasen wurden die Italiener immer stärker: Diego Milito (64.) vergab eine starke Einschussmöglichkeit, indem er den Ball nicht richtig traf, Goran Pandev hatte vier Minuten zuvor den Führungstreffer auf dem Fuß, ehe Thiago Motta (70.) mit einem Kopfball scheiterte.

Chelsea London unternahm keine Anstrengungen, das Hinspielergebnis mit einem eigenen Tor im Rückspiel zu drehen. Und so war es ein genialer Moment in der 78. Minute, der Inter-Angreifer Samuel Eto'o in Szene setzte, am Rande – aber völlig richtig gesehen – des Abseits erzielte der pfeilschnelle Kameruner das 1:0 für den Serie A-Klub. Eto'o ließ die mitgereiste Inter-Anhängerschaft jubeln, denn das Viertelfinale war zu diesem Zeitpunkt fast perfekt. Spätestens nach der Roten Karte gegen Didier Drogba (86.), der sich zu einem Tritt gegen Motta hinreißen ließ, war das Achtelfinale für die Londoner beendet.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Chelsea London hat, einfach ausgedrückt, zu wenig gemacht. Die „Blues“ kamen lediglich nur kurz vor dem Pausenpfiff zu ihrem gefürchteten Druck. Nach dem Pausentee wurden die Hausherren immer schwächer. Sie hatten keine Ideen und mussten sich den Italienern folgerichtig auch geschlagen geben.

SPIELER DES SPIELS

Innenverteidiger Lucio war bei Inter Mailand der dominierende Mann in der Defensive. Er ragte aus einer nicht immer sicheren Mailänder Defensive heraus und leistete gegen die Chelsea-Angreifer großartige Arbeit. An seiner Seite machte auch Maicon eine gute Partie. Die beiden Inter-Spieler waren die Besten.

SCHIEDSRICHTER: Wolfgang Stark – Note: 5

Der deutsche Schiedsrichter machte in der ersten Halbzeit keinen guten Eindruck. Zwar legte Stark großen Wert auf internationale Härte, doch in zwei Situationen hätte durchaus schon früher die erste Gelbe Karte zeigen können, wenn nicht sogar müssen! Zudem kam es zu zwei stritten Elfmetersituationen, die Wolfgang Stark in einem Fall wohl hätte zum Strafstoß bringen müssen. Nach dem Seitenwechsel ließ der Unparteiische die Karten nicht mehr so leicht stecken, auch wenn er es verpasste, Florent Malouda mit der Gelb Roten Karte des Platzes zu verweisen.

Anmerkung: Die Bewertungsskala reicht wie bei der Spielnote von einem Punkt (grottenschlecht) bis zehn Punkte (weltklasse).

SPIELNOTE: 5.5

Es war kein Fußballspiel für Feinschmecker. Erst in den zweiten 45 Minuten wurde die Partie besser, ohne dabei hochklassig zu sein. Leider gab es auf beiden Seiten nur wenige Torchancen, aber dafür zu viele Fehlpässe.

STATISTIK

Nach starkem Saisonstart rutschte Diego Milito um die Jahreswende in den Castrol Rankings ab. Mit wichtigen Treffern, wie seinem 1:0 im Champions League-Hinspiel gegen die Londoner, kletterte er nun wieder auf einen guten 111. Rang und hat dabei insgesamt 683 Punkte auf seinem Konto.

FAZIT

Inter Mailand hat sich verdient das Ticket für das Champions League-Viertelfinale gesichert. Die Italiener spielten keinesfalls überragend, erarbeiteten sich jedoch die besseren Torchancen. Chelsea enttäuschte auf ganzer Linie.

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel gesehen?


 
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