Bayern: Eine Frage des Verdienens

Im Fußball geht es oft um die Frage, wie viel ein Spieler verdient. Nach dem Duell am Dienstag in Florenz stand aber eher die Frage, ob eine Mannschaft es verdient im Mittelpunkt – den Einzug ins Viertelfinale der „Königsklasse”. Während die Münchener ihre eigene Leistung lobten und an ihrem Weiterkommen nichts Falsches entdecken konnten, fühlten sich die Italiener um ihren Lohn für die Bemühungen gebracht.

Van Buyten kommt zu spät, Vargas trifft für die Fiorentina zur Führung (Getty Images)
(dab) Florenz. Auf dem Weg aus dem Stadion Artemio Franchi machten die Fans des AC Florenz ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung Luft: „Ladri” riefen sie – „Diebe”. Der FC Bayern München hatte sein Auswärtsspiel in Italien zwar mit 2:3 (0:1) verloren, doch war nach dem 2:1 im Hinspiel trotzdem ins Viertelfinale der Champions League gekommen. Für die Italiener war es ein gestohlener Sieg, weil sie immer wieder an das entscheidende Tor des Hinspiels zurückdachten.

Rückblick auf das Abseitstor

Vor drei Wochen hatte Miroslav Klose das 2:1 aus überdeutlicher Abseitsposition erzielt, doch Schiedsrichter Tom Henning Övrebö ließ den Treffer gelten. „Wir sind wegen des späten Tores aus dem Hinspiel frustriert. Das war entscheidend und irregulär. Das Tor hat uns sehr weg getan, mehr gibt es dazu nicht zu sagen”, erklärte Fiorentina-Kapitän Riccardo Montolivo nach dem Spiel. Dass das Thema Abseitstor noch einmal hochkommen würde, wenn Florenz ausscheidet, war eigentlich schon vorher klar.

Florenz verpasst die Vorentscheidung

„Es ist eine Schande, dass ein Tor anerkannt wird, wenn ein Spieler zwei Meter im Abseits steht. So auszuscheiden, ist sehr traurig”, meinte Florenz-Trainer Cesare Prandelli. Seine Enttäuschung wird auch derart groß gewesen sein, weil sein Team sich am Dienstag gleich mehrfach eine vermeintliche Vorentscheidung erzielt hatte: 1:0 und 3:1 führte die Fiorentina – und wäre damit ins Viertelfinale gekommen.

„Moral und Charakter”

Doch die Bayern schlugen jedes Mal schnell zurück und verkauften diese prompten Antworten als Zeichen der Stärke. Verdient sei das Weiterkommen gewesen, so lautete der Münchener Grundtenor. „Wir haben eine Mannschaft mit Moral und Charakter, die immer zurückschlagen kann. Deswegen haben wir immer wieder zurück ins Spiel gefunden und sind zu Recht weitergekommen”, sagte Bayern-Manager Christian Nerlinger hinterher. Am Dienstag trafen also nicht nur zwei Mannschaften auf dem Spielfeld aufeinander, sondern auch zwei Meinungen nach dem Schlusspfiff.

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