Spielbericht Champions League: Real Madrid - FC Zürich

FC Zürich vor der Brust, den FC Barcelona im Sinn - so präsentierte sich Real Madrid. Wenig Einsatz, maximaler Ertrag. Am Ende muss man im Lager der Königlichen zufrieden sein, das Ziel wurde erreicht, der Pflichtsieg eingefahren. Nun gilt volle Kraft dem Erzrivalen.

Raúl geht, Cristiano Ronaldo kommt - der Portugiese gab gegen Zürich sein Comeback (Getty Images)
Von Ramon RAM

Madrid. Wenn die Einwechslung von Cristiano Ronaldo das Highlight in einem Champions-League-Spiel ist, dann sagt das viel über die Qualität des Spiels aus. Real Madrid gegen den FC Zürich war Magerkost, doch im Lager der Königlichen jubelt man über einen 1:0-Pflichtsieg und über die Tabellenführung in der Gruppe C.

PERSONAL & TAKTIK

Die Zeiten, als Raul einen Fixplatz im Sturm hatte, sind bei Real Madrid vorbei. Doch gegen den FC Zürich durfte die lebende Legende mal wieder von Beginn an ran. Er stürmte gemeinsam mit Gonzalo Higuain, der sich zuletzt in Topform präsentierte. In der Abwehr setzte Pellegrini auf das gewohnte Bild: Ramos rechts, Arbeloa links und Pepe zusammen mit Albiol zentral. Ronaldo saß zunächst auf der Bank.

Während bei Real Madrid 94 Millionen alleine in Person von Ronaldo auf der Bank Platz nahmen, hatte die Aufstellung der Zürcher nicht einmal diesen Wert. Der FC Zürich setzte auf ein kompaktes 4-4-2, wobei Alphonse die einzige Sturmspitze bildete. Vonlanthen sollte ihn über die rechte Seite entlasten.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Stimmung sollte keine großartige aufkommen im Santiago Bernabeu, da das Stadion nur zu gut einem Drittel gefüllt war. Der FC Zürich zieht beim erfolgsverwöhnten Publikum einfach nicht und selbst die eigene Mannschaft kann momentan das Stadion nicht vollbringen. Real Madrid begann aber gut und sollte die wenigen Zuschauer auf ihre Kosten kommen lassen. Bereits nach fünf Minuten zwang Kaka FCZ-Keeper Leoni zu einer Glanzparade:

Der Brasilianer setzte sich gegen zwei Schweizer durch und zog dann ab, Leoni lenkte den Ball aber über die Latte. Die erste Drangperiode der Hausherren konnten die Schweizer zwar überstehen, doch in der 21. Minute klingelte es erstmals im Tor der Gäste. Der überragende Kaka steckte den Ball herrlich auf Higuain durch, der ihn locker einschob. Nach der Führung ließen die Königlichen nicht locker. Xabi Alonso prüfte Leoni mit einem Gewaltschuss (27.) und Marcelo übernahm eine Ecke direkt und knallte den Ball an den linken Pfosten (35.). Es sollte aber beim 1:0 bleiben, obwohl Real angetrieben von Kaka und Higuain eine starke Leistung ablieferte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die erste nennenswerte Offensivaktion in Halbzeit zwei hatte der Gast aus Zürich. Solospitze Alphonse legte auf Aegerter ab, doch der Nationalspieler brachte aus 19 Metern nur einen Roller zusammen (48.). Real Madrid verlegte sich in Halbzeit zwei auf das Verhalten und hatte wohl schon den Clasico gegen den FC Barcelona im Sinn. Ein Highlight dann in Minute 52: Cristiano Ronaldo erhob sich unter tosendem Applaus von seiner Bank und machte sich zum Aufwärmen auf.

Bis zu seiner Einwechslung in Minute 69 sollte das der einzige Höhepunkt bleiben, weil Real nicht gewillt war, hier mehr zu tun als nötig war und der FCZ könnte mit dem weißen Ballet schlichtweg nicht mithalten. Auch mit Cristiano Ronaldo wurde das Spiel nicht wirklich ansehnlicher, doch mit einem Kabinettstückchen zwang er die Zuschauer wenigstens zu einem Szenenapplaus (73.).  Mehr war dann aber auch vom Portugiesen nicht zu sehen. Die verwöhnten Fans quittierten die schwache Darbietung mit einem gellenden Pfeifkonzert. Real Madrid feierte am Ende mit dem 1:0 den Pflichtsieg, doch zufrieden kann man bei den Königlichen nicht sein. Die wenigen Fans die ins Stadion gingen, werden es sich das nächste Mal auch überlegen...

SCHLÜSSELSPIELER

Gonzalo Higuain hat sich dank starker Leistungen einen Stammplatz im Ensemble von Pellegrini erkämpft. Sein Zusammenspiel mit Kaka ist eine Augenweide und damit haben wir die zwei Schlüsselspieler am heutigen Abend schon beisammen. Higuain und Kaka retteten aus königlicher Sicht einen schwachen Abend.

SCHLÜSSELSZENE

Auch bei der Schlüsselszene hatten unsere beiden Schlüsselspieler ihre Beine entscheidend im Spiel. Der Brasilianer steckte wunderbar auf Higuain durch, der sich die Chance nicht entgehen ließ und locker flockig an Leoni vorbei ins Tor traf (21.).

SPIELER DES SPIELS: Kaka

Der Brasilianer steht oft im Schatten von Cristiano Ronaldo – heute zu Unrecht. Kaka zeigte eine starke Vorstellung, vorallem in Halbzeit eins, und assistierte das Tor von Higuain mustergültig. Sein Zusammenspiel mit dem Argentinier war sowieso eine Augenweide, doch in Halbzeit zwei tauchte auch er ab und schonte sich womöglich für den Clasico.

SCHIEDSRICHTER: Alain Hamer (Luxemburg) – Note: 7

Es war ein einfaches Spiel für den Schiedsrichter, da Real Madrid alles unter Kontrolle hatte und der FC Zürich nicht über die Grenzen gehen wollte. Fouls waren Mangelware, Alain Hamer leitete das Spiel souverän.

Das Goal.com-Notensystem

SPIELNOTE: 3

Das war Magerkost. Fußball-Feinschmecker hätten bei diesem Spiel wohl spätestens in Halbzeit zwei abgedreht. Was im ersten Spielabschnitt noch gut begann, wurde zum Ende hinaus wirklich zäh. Es war keine Werbung für den Fußball.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Pflichtsieg eingefahren, die Knochen nicht unnötig strapaziert. Bei Real Madrid wird man zwar nicht über die Vorstellung zufrieden sein, aber der Zweck heiligt die Mittel. Und Zürich konnte einfach nicht mehr als sie zeigten!

Eure Meinung: Wie habt ihr das Match gesehen? Eine gerechtes Resultat?


 
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