Spielbericht Champions League: Rubin Kazan – Dynamo Kiew

Durch das torlose Unentschieden im vorgezogenen Endspiel verpassten es Kazan und Kiew, einen wichtigen Schritt in die nächste Runde zu machen – sei es Champions League oder Europa League.

Champions League : Andriy Shevchenko (Dynamo Kiev)

Von Christoph VOGEL

Kazan. In einem ganz schwachen Spiel trennten sich Rubin Kazan und Dynamo Kiew mit 0:0-Unentschieden. Die wenigen Chancen machten die starken Torhüter zunichte. Auch sonst ließen die Abwehrreihen unter schwierigen Witterungsverhältnissen fast nichts zu.

PERSONAL & TAKTIK

Der frisch gebackene russische Meister ging die Partie in einem klassischen 4-5-1-System an mit Semak und Noboa vor der Abwehr. Auf der linken Außenseite sollte der Türke Karadeniz für offensive Akzente setzen. Dem gegenüber stand ein 4-3-3 der Ukrainer, was bei gegnerischem Ballbesitz zu einem kompakteren 4-5-1 werden sollte. Milevsky bildete die zentrale Sturmspitze umgeben von Yarmolenko und Shevchenko. Der 6-fache serbische Nationalspieler Ninkovic spielte dahinter im offensiven Mittelfeld und mit Vukojevic spielte neben ihm ein Kroate im defensiven Mittelfeld.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Kiew hatte mit der Kälte viel weniger Probleme als noch Barcelona und Inter zuvor. Nach einer Hereingabe von Shevchenko kam Kiew durch Yarmolenko das erste Mal nahe vors russische Tor (4.). Doch Ballverluste auf beiden Seiten, auch aufgrund einer hohen Nervosität, ließen keinen großen Spielfluss in der Anfangsphase aufkommen. Eine Flanke von Karadeniz fand immerhin einmal den Kopf von Bukharov in der Mitte – eigentlich keine Gefahrensituation, doch Shovkovski ließ den Ball fallen und hätte sich das Ding fast selbst reingelegt (14.). Im Gegenzug traf Yarmolenko bei einem Konter zum wiederholten Male den Ball nicht richtig und schoss links am Tor vorbei (16.).

Es war kein hochklassiges Spiel auf dem tiefen Rasen, aber der Wille war keinem Spieler abzustreiten. Auch nach 25 Minuten konnte man noch keinen Torschuss verzeichnen und das Niveau blieb auf einem niedrigen Level. Der Druck schien die Beine schwerer zu machen und beim Aufbauspiel standen sie sich teilweise selbst auf den Füßen. Über eine halbe Stunde war gespielt, da bekam der Argentinier Dominguez auf Seiten Kazans doch noch die Chance zum Abschluss, aber sein Schuss war kein Problem für Shovkovski und wäre wohl auch neben das Tor gegangen (32.). Dominguez sorgte auch für den zweiten halbwegs gelungenen Angriff, als die Nummer 10 der Russen flach rund einen Meter zu weit rechts zielte (34.).

Ansonsten konnte man die erste Hälfte eigentlich komplett vergessen, denn es waren wirklich nicht ansehnliche 45 Minuten in Kazan. Ja, wäre da nicht die letzte Minute vor der Pause gewesen: Nach einer Flanke von rechts stand Dominguez (wer sonst) am Elfmeterpunkt viel zu frei und brachte den Ball akrobatisch per Fallrückzieher auf's Tor. Shovkovski konnte diesen ersten und einzigen wirklich gefährlichen Schuss jedoch parieren (45.).

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die zweite Hälfte begann unter Schneefall mit einer minutenlangen Behandlungspause, da Ninkovic und Sharonov zusammengerasselt waren. Dann jedoch bot sich Kiew die Möglichkeit, endlich einen Fehler der Hausherren zu nutzen: Yarmolenko lief alleine auf Ryzhikov zu, doch der Keeper der Russen konnte seinen Schuss abwehren (52.). Die Intensität war höher als in der ersten Halbzeit, sodass auf der Gegenseite auch Shovkovski per Flugeinlage einen Kopfball von Bukharov parierte (58.). In Sachen Kreativität und Spielwitz blieb das Spiel jedoch weiter vieles schuldig. Magrao und Milevsky bewiesen mit einem schönen Doppelpass, dass sie durchaus was können, ohne aber die Führung erzielen zu können (64.).

Wenn aber aus dem Spiel nichts geht, dann sorgen meißt Standards für Hoffnung: Magrao brachte einen Freistoß von links herein und Yarmolenko kam im Duell mit Noboa nicht richtig hinter den Kopfball (68.). Die Ballverluste hielten sich gerecht die Waage, sodass sich da nicht viel tat. Fast hätte ein Zufallstreffer die Führung für Kiew bedeutet, das Mitte der zweiten Halbzeit aktiver agierte als Kazan: Shevchenko zog im Strafraum ab und Torwart Ryzhikov lässt den Ball noch aus den Händen rutschen – knapp links vorbei (75.). Am gefährlichsten blieben Distanzschüsse, so wurde der Versuch von Milevsky brandgefährlich (80.).

Gehörte zuvor Kiew das Chancen-Übergewicht, drängte in den letzten zehn Minuten Kazan auf die mögliche Entscheidung. Doch wie schon in 80 Minuten zuvor blieben zielgerichtete Aktionen Seltenheit. Zu einem großten Teil neutralisierten die guten Defensivreihen die Angriffsbemühungen des Gegners, sodass Schiri Brych als bester Mann auf dem Platz nach über 90 torlosen Minuten den Schlusspfiff erklingen ließ.

SCHLÜSSELSPIELER

Einzig die Torhüter Ryzhikov und Shovkovski erreichten heute Normalform, obgleich der Torwart der Hausherren die ein oder andere Unsicherheit aufwies.

SPIELER DES SPIELS: Shovkovski

Der Torwart der Gäste hielt, was es zu halten gab und war besser als jeder Feldspieler.

SCHIEDSRICHTER – Note: 8

Die größten Probleme bereiteten Dr. Felix Brych noch die Temperaturen. Er und sein Gespann leiteten die Partie ohne Fehler.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 3

Außer der Spannung bot das Spiel wirklich wenig. Die Wetterverhältnisse taten ihr Übriges.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Das Spiel hatte auch keinen Sieger verdient. Zwar erarbeitete sich Kiew über 90 Minuten ein leichtes Chancenplus, doch die Möglichkeiten waren nicht hochkarätig. Ein gerechtes 0:0.

Eure Meinung: Keine Tore in Kazan – woran hat es heute bei den Teams gehapert?



 
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