Vorschau Champions League: Glasgow Rangers - VfB Stuttgart
Es geht um alles oder nichts in der Champions League. Wer jetzt verliert, wird sich die nächste Runde, viel Geld und tolle sportliche Abende abschminken können. Umso mehr wollen nun alle Mannschaften punkten. Auch für den VfB Stuttgart und die Glasgwo Rangers geht es am Dienstag um alles. Wer verliert, hat alles verloren. Wer gewinnt, kann alles gewinnen.
Von Dennis WEINACHT
Glasgow. Die Luft beim VfB Stuttgart wird immer dünner. Fraglich, ob Trainer Markus Babbel noch im Amt wäre, wenn das Aus in der Champions League bereits besiegelt wäre. Unabhängig aber davon, wird seine Mannschaft am Dienstag bei den Glasgow Rangers alles geben. Denn ein Sieg in der Fremde ist noch der einzige Weg in die nächste Runde. So recht dran glauben will aber niemand. In jedem Fall haben die Schwaben höchstens noch die Chance eines Außenseiters.
PERSONAL & TAKTIK
Auch wenn der VfB Stuttgart als Gastmannschaft mit weniger Zugzwang in dieses Spiel geht, so agieren die Schwaben doch etwas offensiver als die heimischen Schotten. Zumindest auf dem Papier ist das zu erwarten. So werden die Kicker von Markus Babbel aller Voraussicht nach mit einem 4-4-2-System aufs Feld treten. Im Sturm sollen dabei Pawel Pogrebnyak und Jeronimo Cacau für die notwendigen Treffer sorgen. Für zusätzliche spielerische Akzente zeichnet sich Aliaksandr Hleb verantwortlich. Thomas Hitzlsperger, Sebastian Rudy und Zdravko Kuzmanovic werden vermutlich das Mittelfeld komplettieren. Die Abwehr vor Keeper Jens Lehmann wird wohl aus Christian Träsch, Georg Niedermeier, Matthieu Delpierre und Arthur Boka bestehen. Die Gäste hingegen werden mit einer Viererkette, einem Fünfer-Mittelfeld und nur einem Stürmer auflaufen. Allerdings wollen es die Schotten dann wie im Hinspiel gestalten: Im Mittelfeld ein Übergewicht erkämpfen und dann klug nach vorne agieren. Darauf sollte der angereiste Bundesligist eingestellt sein.
FORMKURVE & AUSGANGSLAGE
Klar ist: Nur mit einem Sieg können sich beide Mannschaften noch Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen. Spielt der VfB Stuttgart aber Remis bei einer zeitgleichen Niederlage von Urinea Urziceni, so wäre auch für die Schwaben noch ein Weiterkommen möglich. Die Schotten hingegen brauchen unbedingt einen Sieg. Sie sind auch insgesamt besser in Form, verloren keines der letzten fünf Spiele. Beim VfB Stuttgart muss man auf den letzten Saisonsieg schon sehr lange zurückblicken. Zuletzt gab es vier Unentschieden in Folge. Nicht zuletzt auch das 1:1 am Wochenende gegen Hertha BSC.
DER DIREKTE VERGLEICH
2003, 2007 und 2009 trafen die Mannschaften jeweils zwei Mal aufeinander. In den Jahren 2003 und 2007 siegte dabei jedes Team jeweils einmal. Das wird in diesem Jahr schon nicht mehr möglich sein, weil das Hinspiel mit einem 1:1-Remis endete. So wäre es eigentlich im Sinne der ausgeglichenen Statistik, wenn auch diese Begegnung keinen Sieger finden würde. Für den weiteren Verlauf auf europäischer Bühne wäre das aber für beide nicht ausreichend. Die Teams müssen auf Sieg gehen.
DIE SCHLÜSSELSPIELER
Eben weil beide Mannschaften auf Sieg gehen müssen, ist ein Abtasten nicht möglich. Bei beiden Teams kommt es deshalb vor allem auf die offensiven Spieler an. Nur wenn etwa beim VfB Stuttgart mit Hleb, Pogrebnyak und Cacau ein gutes Trio geschickt agiert, wird ein Erfolg möglich sein. Bei den Gastgebern wird entsprechend viel vom einzigen Stürmer Kenny Miller abhängen. Es wird erforderlich sein, dass vor allem die Angreifer ihre Chancen sehr konsequent nutzen und sich nicht zu viele leichtsinnig vertane Möglichkeiten erlauben. Sonst wird es umso schwerer mit einem Sieg.
DAS DUELL DES SPIELS
Allan McGregor vs. Jens Lehmann - Wenn die Mannschaften wieder sehr offensiv agieren, heißt das aber im Umkehrschluss auch, dass die Torhüter gefragt sein werden. Jens Lehmann wirkte in der laufenden Saison nicht immer allzu souverän und er wird in Schottland alles geben, um am Ende zu einem Erfolg beitragen zu können. Das gilt aber auch für seinen Gegenüber Allan McGregor, der seine Klasse längst hat beweisen können. Am Ende wird es auch viel auf die Keeper ankommen. Denn sie sind die Spieler auf dem Feld, bei denen ein Fehler fast immer zum Gegentor führt. Und Gegentore können sich nun beide Vereine wahrlich nicht erlauben.
AUFGESPIESST
Jens Lehmann (Torhüter, VfB Stuttgart): "Natürlich hätte es bisher für uns besser laufen können, aber wir sind noch im Rennen und sehr optimistisch für das Spiel."
DIE PROGNOSE
In einem spannenden und engen Spiel werden sich die Gastgeber am Ende mit 3:2 durchsetzen und damit dem VfB Stuttgart wohl auch die letzte Hoffnung auf ein Erreichen der nächsten Runde geben. Während der Bundesligist dann einfach nur noch um den dritten Platz und den Einzug in die Europa League kämpfen wird, haben die Schotten wieder eine Chance, doch noch die Überraschung zu schaffen.
Eure Meinung: Wer wahrt seine letzte Chance und gewinnt in diesem Spiel?
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