Spielbericht Champions League: Arsenal London – AZ Alkmaar

Ohne Mühe zerlegt der FC Arsenal den holländischen Meister AZ Alkmaar im heimischen Emirates Stadium am 4. Spieltag der Champions League mit 4:1. Dabei reichte es, den verunsicherten argentinischen Nationalkeeper Sergio Romero früh auf dem falschen Fuß zu erwischen und danach die Konterfalle zuschlagen zu lassen.

04.11.2009 22:39:01

Cesc Fabregas, Arsenal-AZ Alkmaar (Getty Images)
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Cesc Fabregas, Arsenal-AZ Alkmaar (Getty Images)

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Von François DUCHATEAU

London.
Für den AZ Alkmaar scheint das Abenteuer Champions League ein rasches Ende gefunden zu haben.

PERSONAL & TAKTIK

Weder große Überraschungen beim FC Arsenal, noch bei AZ Alkmaar. Die Hausherren starteten mit dem nominellen Vierer-Mittelfeld um Samir Nasri, Cesc Fabregas, Alexandre Song und Vassiriki Diaby, bei dem einer der Außen sich stets in die Offensive einschaltete. Andrei Arshavin und Robin van Persie, den Ronald Koeman im Vorfeld als den besten Fußballer der Niederlande bezeichnet hatte, bildeten das Sturmduo. Bei den Gästen schmerzte vor allem der Ausfall von Torschützenkönig Mounir El Hamdaoui sehr, für den Graziano Pelle neben Moussa Dembele in den Angriff rückte. Im Tor stand Maradonas Lieblingsschüler Sergio Romero. Für Sebastien Pocognoli war hingegen kein Platz in der Viererkette, in der Kew Jaliens und Simon Poulsen die Außen besetzten.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Bereits nach drei Minuten setzte Robin van Persie die erste Duftmarke des Spiels, mit einem schwierigen Ball aus der Drehbewegung. Wortwörtlich ganz nah kamen die „Gunners“ allerdings durch einen indirekten Freistoß an der Ecke des Fünfmeterraum, nachdem Sergio Romero eine Fuß-Rückgabe  in die Hand nahm. Doch die Mauer stand beim Gewaltschuss von van Persie seinen Mann (11.).
Danach setzten die „Gunners“ vornehmlich weite Flanken als Rezept ein, die allerdings meist keinen Abnehmer im Zentrum fanden. Mehr Glück hatten die Briten dafür in der 25. Minute, als Cesc Fabregas einfach mal einen Kullerball richtig Tor absendete, der Sergio Romero ein zweites Mal mächtig dumm aussehen lässt. Die Formkrise des Argentiniers scheint anzuhalten.
Nach dem 0:1 kam auch AZ endlich gefährlich vor den gegnerischen Kasten, durch einen Schuss von Abstand von Maarten Martens (29.) sowie von Brett Holman (31.). Auch Moussa Dembélés eigensinniger Versuch aus spitzem Winkel (40.) belegte, dass Alkmaar nun mehr tat, doch die Koeman-Elf wurde für ihr Aufbäumen nicht belohnt. Im Gegenteil: Arsenal schaltete eine Minute vor der Halbzeit sehr schnell um, ehe eine flotte Kombination bei Andrei Arshavin landete, der den idealen Lochpass auf Samir Nasri setzte. Dieser ließ sich von drei „Schwarzen“ nicht stoppen und überlistete den argentinischen Keeper der Holländer mit einen platzierten Schuss zum zweiten Mal zum Pausenstand von 2:0, welcher die Niederlände vor eine schwierige Aufgabe für den folgenden Durchgang stellte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Es kam wie es kommen musste: AZ versuchte, sich mehr zu öffnen und Arsenal verwandelte den erstbesten Matchball eiskalt: Der fleißige Diaby schickte ein weiteres Mal Arshavin auf die Reise, der weiterspielte zu Cesc Fabregas, der von links auf Romero zulief, ihm in die Augen sah, die lange Ecke anvisierte, dann aber in den kurzen Winkel reinknallte (52.). Das 3:0 war die Entscheidung, auch wenn AZ den Vorwärtsdrang nicht abstellte und kurz darauf dann auch noch Pech hatte, durch Pelle nur die Latte zu treffen (57.).
Danach ebbte das Match zunächst ab, Arsenal schaltete den Schongang an, kam aber dennoch zu guten Möglichkeiten, wie durch Gibbs in der 69. Minute. Sobald der holländische Meister auch nur eine Sekunde unachtsam in der Vorwärtsbewegung war, schnappte die Konterfalle der Londoner zu, so auch in Minute 72 durch den eingewechselten Eduardo, der per Hacke wunderschön auf den starken und fleißigen Arshavin weiterleitete. Der Russe legte quer auf Diaby, der seine souveräne Leistung mit dem Tor zum 4:0 krönte.
Für einen kleinen Aufreger sorgte eine Szene in der 81. Minute, als Thomas Vermaelen Handspiel reklamierte und einen Elfmeter forderte, stattdessen AZ den Turbo anschaltete und mit einem Musterkonter den Ehrentreffer erzielte. Diesmal war es Jeremain Lens, der Almunia auf dem falschen Fuß erwischte, der statt auf einen Schuss auf einen logischen Querpass spekulierte (82.) und daneben lag. Ramseys folgender Lattenschuss wurde wegen Abseits abgepfiffen (86.), was der Schiedsrichter wenig später auch mit der ganzen Partie tat und die Koeman-Elf erlöste.

SCHLÜSSELSZENE & SCHLÜSSELSPIELR

Mit einem besseren Torwart wäre heute viel mehr für die Gäste drin gewesen, die von Sergio Romero zuerst von einem angenommenen Rückpass in der 11. Minute in die Bredouille gebracht wurden, aber ihr Rückgrat verloren, als der Argentinier den simpelsten Kullerball von Fabregas nicht unter Kontrolle bringen konnte. Nach dem 1:0 waren die Gäste dazu verpflichtet, mehr nach vorne zu tun. Doch ein Spitzenclub wie Arsenal weiß, wie man auch nur die allerkleinste Lücke auszunutzen hat.

SPIELER DES SPIELS – Cesc Fabregas

Mit seinen jungen Jahren absoluter Leitwolf der „Gunners“, der mit seinen Zuckerpässen seine Mannschaftskollegen immer richtig schickt und aus nichts Gefahren kreiert. Heute in bester Schlitzohr-Manier doppelter Vollstrecker gegen einen absolut verunsicherten Sergio Romero, auch wenn Kollege Vassiriki Diaby heute einen ebenso starken Tag erlebte.

SCHIEDSRICHTER: Alain Hamer (Luxemburg) – Note 10

Wenn man gar nicht merkt, dass ein Schiedsrichter auf dem Platz ist, dann hat der Referee alles richtig gemacht. Hatte aber auch eine äußerst faire Partie zu pfeifen der Luxemburger.

Das Goal.com-Notensysten

SPIELNOTE – 6,5

Sauberes, flüssiges Fußballspiel, das durch beinahe keine Fouls unterbrochen wurde. Allerdings spielten beide Teams nicht gerade an der Einsatzgrenze und das Tempo wurde bewusst niedrig gehalten. Auch wenn AZ immer wieder Mal ansetzte: Nach dem 1:0, spätestens nach dem 2:0 aber, war die Luft raus.

Das Spiel in der Goal.com Statistik

FAZIT

AZ Alkmaar war gerade wegen der Pannen von Sergio Romero zu keinem Zeitpunkt eine ernst zu nehmende Gefahr für sehr abgezockte „Gunners“, die das Spiel kontrollierten, ohne aber viel zu investieren.

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