Spielbericht Champions League: FC Sevilla – VfB Stuttgart
Am vierten Spieltag der Champions League-Vorrunde holte der VfB Stuttgart beim FC Sevilla einen Zähler. Und dieser war hochverdient für die Schwaben. Die Gäste gingen durch ihren überragenden Kapitän zwar in Führung. Doch kurz vor Ende kam der Auftritt eines Serben, der das Babbel-Team jubeln ließ.
04.11.2009 22:38:09
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Von Johannes RUPPRECHTER
Sevilla. Der FC Sevilla und der VfB Stuttgart trennten sich am vierten Spieltag der Champions League-Vorrundengruppe G mit einem leistungsgerechten 1:1-Remis. Damit stehen die Andalusier in der Runde der letzten 16, auf die auch die Schwaben noch alle Chancen haben.
PERSONAL & TAKTIK
Bei den Andalusiern bildeten Romaric und Zokora die Doppelsechs. Im Sturm nominierte Manolo Coach Jimenez etwas überraschend den Ivorer Arouna Kone an der Seite von Brasiliens Top-Stürmer Luis Fabiano.
Markus Babbel musste mit Träsch, Osorio, Khedira, Cacau und Marica fünf potenzielle Stammkräfte vorgeben. Boulahrouz rückte auf die rechte Abwehrseite, Kuzmanovic agierte auf der Sechs und Hleb und Elson spielten im Tannenbausystem (4-3-2-1) hinter Solospitze Pogrebnyak.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Die Hausherren übernahmen vor 35.000 Zuschauern im Ramon Sanchez-Pizjuan von Beginn weg das Zepter. Kontrollierten Ball und VfB nach Belieben. Die Stuttgarter waren von Beginn weg bemüht, hinten dicht zu machen. Den Weg in die Offensive suchten Kuzmanovic & Co. aber zu selten. Mit der ersten guten Chance brachte Kapitän Jesus Navas den Tabellendritten der Primera Division dann in Führung: Der mit dem Rücken zum Tor an der Strafraumgrenze stehende Jesus Navas leitete das Spielgerät schnell zu Navas weiter. Der hatte alleinstehend vor Lehmann keine Probleme und schob mit aller Ruhe zur Führung der Andalusier ein. In der Folge zelebrierten die Spanier modernen Offensiv-Fußball und vermochten es, die Schwaben überhaupt nicht ins Spiel kommen zu lassen. Vor allem die Außen sorgten für mächtig Betrieb und bereiteten dem schwächelnden Bundesligisten mächtig Probleme. Schließlich blieb es aber beim knappen 1:0-Halbzeitstand für das Jimenez-Team.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Nach Wiederbeginn steigerten sich die Gäste enorm. Das Team von Markus Babbel suchte sein Heil nun vermehrt in der Offensive und dränge teils vehement auf den Ausgleich. Die erste Top-Gelegenheit ließ der zur Pause eingewechselte Rudy verstreichen. Der Youngster hämmerte die Kugel nach Kuzmanovic-Verlängerung aus kurzer Distanz etwas überhastet drüber (53.). Nur 60 Sekunden darauf war es Pobrebnyak der die Riesenchance auf das 1:1 vergab. Nach einem Kuzmanovic-Flachschuss konnte der für den angeschlagenen Palop im Tor stehende Varas den Ball nicht konrollieren, Pogrebnyak setzte den Abpraller per Kopf an die Latte. Es schien wie verhext. Den Stuttgartern ist in diesen Tagen das Glück einfach alles andere als hold. Nach dieser Druckphase brachten die Gastgeber die Partie wieder besser unter Kontrolle. Die Schwaben kamen nicht mehr zu zwingenden Torchancen. Bis, ja bis Kuzmanovic den Hammer auspackte. Aus 25 Metern zentraler Position fasste sich der Serbe ein Herz und hämmerte die Kugel, die von Schieber noch leicht abgefälscht wurde, unhaltbar für Varas ins Sevilla-Gehäuse. Sieben Minuten vor Ende verpasste Schieber nach toller Boka-Flanke von links den Führungstreffer der Gäste nur hauchdünn. Die Stuttgarter waren es, die dem Siegestreffer am Ende näher waren. Gelingen wollte dieser aber nicht mehr. Und so blieb es bei dem 1:1-Remis, das den Spielanteilen durchaus entsprach.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei den Andalusier stach das Duo Zokora und Navas heraus. Der Ivorer agierte auf der Sechserposition unheimlich abgeklärt und verteilte die Bälle geschickt aus der Zentrale heraus. Der quirlige Navas war von der VfB-Defensive nie wirklich auszuschalten und unheimlich agil
Beim Babbel-Team lieferte Kuzmanovic nicht nur aufgrund seines Treffers seine beste Leistung im VfB-Trikot ab. Auch Celozzi sorgte nach seiner Einwechslung für reichlich frischen Wind auf rechts.
SCHLÜSSELSZENE
Die Schlüsselszene, die den Schwaben weiter Chancen auf das Achtelfinale lässt, war der Superschuss von Kuzmanovic. Der auf der Sechserposition spielende Serbe wuchtete das Leder aus gut und gerne 25 Meter in die Maschen und sorgte so für großen Jubel im Gästelager.
SPIELER DES SPIELS: Jesus Navas
Nicht nur aufgrund seines Treffers lieferte der Kapitän eine tolle Partie ab. Mit seiner Schnelligkeit und enormen technischen Beschlagenheit stellte er VfB-Linksverteidiger Boka des Öfteren vor große Probleme. Auch die Flanken des 23-Jährigen waren allererste Güteklasse.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Der Engländer Martin Atkinson lieferte eine überaus solide Partie ab und war bei brenzligen Situationen stets Herr der Lage.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 7
Die Zuschauer mussten ihr Kommen nicht bereuen und sahen eine überaus sehenswerte Partie, in der das Tempo meist hoch gehalten wurde. In Abschnitt eins waren es die Andalusier, die die Richtung vorgaben. Nach der Pause erarbeiteten sich die Deutschen ein teils deutliches Übergewicht.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Letzlich waren die Gäste aus dem Schwabenland den Sieg näher. Aufgrund der ersten Halbzeit, in der das Jimenez-Team das Tempo nach Belieben diktierte, geht das Remis aber durchas in Ordnung.
Eure Meinung: Welches der beiden Teams habt Ihr stärker gesehen?
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