Spielbericht Champions League: Bayern München – Girondins Bordeaux

Große Enttäuschung in München: Vor zwei Wochen hatten die Bayern noch die Hoffnung gehabt, im Heimspiel gegen Girondins das direkte Duell für sich zu entscheiden. Doch daraus wurde nichts. Durch die Niederlage gegen die Franzosen haben die Bayern die Qualifikation fürs Achtelfinale nun nicht mehr in der eigenen Hand.

03.11.2009 22:49:13

Champions League: Bayern München - Girondins Bordeaux / Marouane Chamak vs Martin Demichelis (Bongarts/Getty-Images)
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Champions League: Bayern München - Girondins Bordeaux / Marouane Chamak vs Martin Demichelis (Bongarts/Getty-Images)

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Von Daniel BUSE

München. Nicht Bayern München, sondern Girondins Bordeaux hat sich als erste Mannschaft der Champions League-Gruppe A für das Achtelfinale qualifiziert. In München siegte Girondins mit 2:0 (1:0) und schockte die Gastgeber.

PERSONAL & TAKTIK

Bei den Bayern fehlten die gesperrten Daniel van Buyten und Thomas Müller. Im 4-4-2 von Trainer Louis van Gaal liefen dafür Martin Demichelis in der Innenverteidigung und Danijel Pranjic im linken Mittelfeld auf. Arjen Robben nahm zunächst nur auf der Bank Platz.

Girondins lief mit der Aufstellung aus dem Hinspiel auf. Im 4-4-1-1 von Trainer Laurent Blanc spielte Marouane Chamakh als einzige Spitze mit der Unterstützung des dahinter aufgestellten Gestalters Yoann Gourcuff.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

Für ein Spiel, das der FC Bayern gewinnen musste, passierte im ersten Durchgang herzlich wenig von Seiten der Münchener. Eine verunglückte Flanke von Edson Braafheid, die Girondins-Torwart Cédric Carrasso an die Latte des eigenen Tores lenkte, war lange Zeit der einzige Aufreger in der Allianz-Arena (2.). Girondins zog sich zurück und hatte wenig Mühe, die halbherzigen Versuche der Bayern abzuwehren.

Mit viel Laufarbeit machten die Franzosen die Räume eng – und den Bayern fiel nichts dagegen ein. Ein Freistoß von Edson Braafheid auf das Tordach war dann der nächste „Höhepunkt“ (19.). Ansonsten gelangte der Ball überhaupt nicht in den Strafraum der Gäste. Und auch die einzige wirklich Hundertprozentige der Bayern vor dem Seitenwechsel war ein Standard: Torwart Carrasso holte einen Freistoß aus 23 Metern von Bastian Schweinsteiger gut aus dem Winkel und im anschließenden Gewühl vor dem Girondins-Tor warf sich Michael Ciani in einen Schuss von Miroslav Klose – und stoppte den Ball kurz vor der Torlinie im Fallen mit der Hand (32.). Der Schiedsrichter hatte nichts gesehen und ließ weiterlaufen.

Auf der anderen Seite brachte gleich die erste gefährliche Situation die Führung für Girondins: Nach einem Freistoß des Brasilianers Wendel ließ Bayern-Kapitän Mark van Bommel Yoann Gourcuff am langen Pfosten laufen. Der Mittelfeldspieler schickte einen Kopfballaufsetzer in Richtung des Bayern-Tores, wo Hans-Jörg Butt seine Hände an den Ball bekam, aber das Gegentor zum 0:1 nicht verhindern konnte (37.).

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Durch den Rückstand zur Pause war Bayern-Trainer Louis van Gaal gezwungen, Arjen Robben schon zu Beginn des Durchgangs zu bringen. Zunächst hatte diese Maßnahme Erfolg: Die Bayern machten Dampf. Luca Toni schoss nach einem Pass von Schweinsteiger freistehend über das Tor (47.) und ein Versuch von Mark van Bommel wurde im letzten Moment von Michael Ciani geblockt (52.).

Danach ebbte der Schwung allerdings wieder wie in der ersten Halbzeit ab. Es gab viel Ballbesitz für die Münchener, aber die Bordeaux-Abwehr wackelte nur noch einmal in der 62. Minute: Arjen Robben zielte knapp am langen Pfosten vorbei und Girondins-Torwart Carrasso rettete gegen den eingewechselten Mario Gomez.

Die Bayern bemühten sich weiterhin, doch etwas wie eine Schlussoffensive gelang ihnen nicht. In der 90. Minute machte Marouane Chamakh für Bordeaux alles klar: Er setzte sich nach einem Befreiungsschlag im Zweikampf gegen Holger Badstuber clever durch und nutzte dann einen Fehler des herausstürzenden Torwarts Hans-Jörg Butt aus, um das 0:2 zu machen.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre: Wenn der Schiedsrichter Proenca aus Portugal in der 32. Minute das Handspiel von Ciani auf der Torlinie bei einem Schuss von Klose gesehen hätte, wäre die Partie vielleicht anders gelaufen. Hat er aber nicht. Deshalb konnte Girondins durch einen Kopfball von Yoann Gourcuff in Führung gehen (37.). Der Vorsprung der Gäste geriet danach nur noch in ganz wenigen Szenen in Gefahr.

SPIELER DES SPIELS: Yoann GOURCUFF

Der Mittelfeldspieler und Star von Girondins war die Unterstützung für Stürmer Marouane Chamakh. Die beiden veranstalten in der Offensive eine Zwei-Mann-Show und es war vor allem Gourcuff, der mit seiner Technik und Übersicht, den Ball halten und verteilen konnte. Zudem machte er nach einem schweren Fehler von Mark van Bommel das wichtige 1:0 für Girondins per Kopf (37.).

SCHIEDSRICHTER – Note: 3

Pedro Proenca aus Portugal pfiff grundsätzlich recht kleinlich, was dem Spiel nicht gut tat. Darüber hinaus lag er auch noch bei der Beurteilung von zwei Situationen falsch. Dafür, dass er in der 32. Minute das Handspiel von Michael Ciani kurz vor der Torlinie nicht sah, kann er nichts. Ärgerlich für die Bayern war es trotzdem. Dass er allerdings nach dem hässlichen Foul von Tymoshchuk gegen Chamakh weiterspielen ließ, war erstaunlich und falsch (51.).

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 4

Die Bayern mussten dieses Spiel gewinnen – aber man merkte das über weite Strecken der Partie überhaupt nicht. Viel Münchener Ballbesitz und Franzosen, die sich auf die Defensive beschränkten und abwarteten, machten das Spiel nicht attraktiver als befürchtet.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik

FAZIT

Aus Sicht der Bayern war das Duell als „Endspiel“ angekündigt worden. Das Finale wurde verloren – und nur noch ein klein bisschen Hoffnung bleibt dem deutschen Rekordmeister. In das Zeugnis des Spiels können sich die Münchener nur ein „bemüht“ eintragen – mehr nicht. Der biedere Auftritt reichte nicht, um Girondins vor große Probleme zu stellen. Die Franzosen hätten sich auch mit einem Unentschieden angefreundet, aber am Ende schenkten die Bayern den Gästen zwei Treffer zum Sieg.

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