Spielbericht Champions League: VfL Wolfsburg – Besiktas Istanbul

Der VfL Wolfsburg verpasst es zuhause gegen Besiktas Istanbul ein Tor zu erzielen und damit drei Punkte einzusacken. Die interessante Paarung erlebte seinen traurigen Höhepunkt, als Grafite nach einer Tätlichkeit in der zweiten Halbzeit mit Rot vom Platz geschickt wurde. Der deutsche Meister beendete das Spiel in Unterzahl mit 0:0.

Champions League: VfL Wolfsburg - Besiktas Istanbul / Edin Dzeko vs Ibrahim Kas (Getty)
Von François DUCHATEAU

PERSONAL & TAKTIK


Trotz Formtief gab Armin Veh Torschützenkönig Grafite den Vortritt vor Obafemi Martins, um neben Edin Dzeko zu stürmen. Dahinter agierte die gängige Stammelf der vergangenen Wochen. Besiktas Istanbul, mit Keeper Rüstü und Superstar Nihat, bot zudem zwei alte Bekannte aus der Bundesliga auf: Michael Fink und Fabian Ernst hatten die ehrenvolle Aufgabe Zvjezdan Misimovic aus dem Spiel zu nehmen.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Der VfL Wolfsburg zeigte sich alles andere als verunsichert in der heimischen Volkswagen Arena und bestimmte selbstbewusst das Geschehen gegen Besiktas Istanbul, die sich sichtbar schwer taten im Spielaufbau. Dabei war das Mittel des deutschen Meisters eindeutig festzumachen: Aus allen Lagen wurde extrem früh geflankt und Edin Dzeko gesucht. Ganz nahe war dessen Kopfball vor allem in der Szene der zehnten Minute. Wenn Besiktas dann mal aufkreuzte, dann meist über den tief stehenden Bobo, der seine Mitspieler versuchte, in Szene zu setzen. Traumhaft gelang ihm das nach knapp einer halben Stunde, als der Angreifer per Hacke an Tello ablegte, der das Leder nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbei setzte (29.). Zum ersten Mal wurde Diego Benaglio allerdings von einem Distanzschuss von Ibrahim Kas geprüft (12.). Gentner versuchte es in der 25. Minute ähnlich, verfehlte sein Ziel aber klar. Gefährlich nah kamen die „Wölfe“ einige Male über Standardsituationen, nach 41 Minuten verpasste Edin Dzeko es aber einen Kas-Schnitzer von halb-links an Rüstü vorbei zu buchsieren. Torlos trennten sich beide Teams zur Pause.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Nach dem Seitenwechsel war noch wesentlich mehr Pfeffer drin: Nach einem Costa-Rempler gegen Nihat verlangen die Besiktas-Spieler, kriegen diesen jedoch von Robert Rosetti nicht zugesprochen (48.). Die „Wölfe“ übten mächtig Druck auf den Gegner aus. Als Rüstü wie ein kopfloses Huhn durch den Strafraum irrte, brachte Gentner es tatsächlich fertig, die Kugel nach glänzendem Riether-Zuspiel über das leere Tor zu versemmeln (50.). Eine Szene später versuchte Dzeko einmal per Fuß Rüstü zu überlisten, traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Rosetti brach das Spiel für einen Augenblick ab, da Gäste-Fans Rüstüs Strafraum mit Feuerwerk so zunebelten, bis dessen Augen tränten. Nur wenige Minuten später entgleiste auch noch ein Akteur auf dem Grün: Grafites Schlag nach hinten in Richtung Kas vor einer Ecke gab Schiedsrichter Rosetti keine andere Möglichkeit, als zu Recht die rote Karte wegen einer Tätlichkeit zu zeigen (74.), ausgerechnet kurz nachdem die Türken zweimal gefährlich vor den Wolfsburger Kasten auftauchten. So richtig Vorteil konnte Besiktas aus der Überzahl aber nicht ziehen. Im Gegenteil: Fast hätte Misimovic einen seiner berühmt berüchtigten Freistöße eingeschenkt (86.). In der Nachspielzeit wurde Dag noch einmal freistehend vor Diego Benaglio zurückgepfiffen wegen Abseits. Letztendlich blieb es beim 0:0.

SCHLÜSSELSZENE

Wolfsburg hatte genügend Chancen, um heute Abend als Sieger vom Platz zu gehen. Die Szene aus der 50. Minute wird sich der sonst sehr fleißige Gentner allerdings vor seinem inneren Auge noch einige Male abspulen in der Nacht: Es war schwieriger den Ball übers als ins Tor zu kicken. Er hatte den Sieg förmlich auf dem Fuß und scheiterte.

SPIELER DES SPIELS – Edin Dzeko

Fehlerlos, stets lauernd, immer anspielbar und immer gefährlich. Ein Tor hatte sich der Bosnier absolut verdient.

SCHIEDSRICHTER: Roberto Rosetti (Italien)

SPIELNOTE – 8

FAZIT

Wolfsburg hatte es heute in der Hand, Besiktas zu schlagen, auch wenn man spielerisch auf das simple Konzept der Meistersaison auswich und außer lange Bälle auf Dzeko wenig zu bieten hatte. Die „Wölfe“ waren das überlegenere Team und spielten eigentlich seit Anpfiff nur noch mit zehn Mann, denn Grafite brachte kaum eine positive Aktion zustande. Wenn man solche Spiele zuhause nicht gewinnt, wird es am Ende eng, wenn es um den Einzug in die nächste Runde geht.

Wie habt ihr das Match gesehen? War Wolfsburg besser? Was sagt ihr zu Grafite?




 
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