Spielbericht Champions League: VfL Wolfsburg – ZSKA Moskau

Premiere gelungen, Jubel und Erleichterung in Wolfsburg: Der VfL gewann sein erstes Spiel in der Königsklasse daheim mit 3:1 gegen ZSKA Moskau und holte sich nach den schwachen letzten Wochen ein Erfolgserlebnis. Mann des Tages war Stürmer Grafité, der in der ersten Halbzeit einen Doppelpack schnürte.

Grafite schoß Wolfsburg mit einem Doppelpack in Richtung Meisterschaft (firo)
Von Falko BLÖDING

Wolfsburg. Was der VfL Wolfsburg und ZSKA Moskau in der Volkswagen-Arena zunächst boten war nicht sonderlich attraktiv. Doch nach dem Traumpass von Zvjezdan Misimovic auf Grafité und den anschließenden 1:0 war der Bann gebrochen. Am Ende hieß es 3:1 für den Deutschen Meister.

Personal & Taktik


Wie sich schon im Abschlusstraining angedeutet hatte, setzte VfL-Trainer Armin Veh auf die Karte Angriff: Er bot mit Grafité, Dzeko und Martins drei echte Spitzen auf. Dahinter sollte „Zwetschge“ Misimovic von der Halbposition Regie führen, Christian Gentner und Kapitän Josué waren als Abräumer aufgeboten. Die Viererkette blieb im Vergleich zu Niederlage gegen Leverkusen am Samstag unverändert.

Moskaus Coach Juande Ramos verordnete seiner Elf ein System mit nur einer Spitze. Der Brasilianer Guilherme sollte gemeinsam mit den offensiven Mittelfeldkräften Milos Krasic und Alan Dzagoev für Unruhe in der Wolfsburger Defensive sorgen.

Spielverlauf 1. Hälfte

In der ersten halben Stunde gab es viel, viel Mittelfeldgeplänkel. Beide Abwehrreihen standen sehr gut, die Defensivkräfte wirkten hochkonzentriert. Wolfsburg hatte zwar mehr mehr vom Spiel, konnte dies jedoch nicht wirklich ummünzen. Die aussichtsreichste Möglichkeit von Christian Gentner resultierte aus einem Fehler von Sergey Ignashevich, der dem Wolfsburger das Leder am Sechzehner unfreiwillig auflegte. Gentner schloss allerdings nicht platziert genug ab und Akinfeev parierte (7.). Gerade, als es langweilig zu werden drohte, schlug der VfL zu: Misimovic passte herrlich in die Gasse, Vasiliy Berezutskiy verschätzte sich und Grafité schob eiskalt aus 17 Metern zum 1:0 ein.

Die VfL-Führung ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung und wurde noch vor der Pause ausgebaut. Nach einer verunglückten Flanke von Martins hatte Grafité in der Mitte eigentlich keine Chance mehr, an den Ball zu kommen. Deyvidas Semberas leitete sich aber einen Blackout, zupfte den Brasilianer völlig unnötig am Trikot und es gab Strafstoß für die Hausherren. Grafité übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 2:0-Halbzeit stand.

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Spielverlauf 2. Hälfte


Logischerweise kamen die Gäste einen Tick offensiver aus der Kabine. Doch die Wolfsburger Abwehr präsentierte sich im Vergleich zu den letzten Wochen verbessert und war stets auf der Höhe. Der VfL hatte nun mehr Platz, agierte im Angriff aber ungeschickt. Meist haperte es am letzten Pass. Völlig unverständlich, dass die Veh-Elf die Partie noch einmal spannend machte. Mitte des zweiten Durchgangs deutete sich dies bereits an, es schlichen sich Konzentrationsfehler ein, Moskau war plötzlich am Drücker. Ein feines Zuspiel von Guilherme verwandelte Dzagoev schließlich mutterseelenallein vor Diego Benaglio zum Anschlusstreffer (77.). Alles Zittern hatte fünf Minuten vor Schluss ein Ende, als Grafité aus fünf Metern auch noch seinen dritten Treffer zum 3:1-Endstand erzielte.

Schlüsselspieler

Wolfsburgs Rechtsverteidiger Sascha Riether war Chef auf seiner Seite und Josué sorgte im Mittelfeld für Ordnung. Christian Gentner überzeugte sowohl nach vorne, als auch in der Rückwärtsbewegung.

Bei den Russen ragten vor allem Milos Krasic und Alan Dzagoev heraus. Allerdings probierten sie es meist mit Dribblings und Einzelaktionen, Kombinationen gab es selten. Dadurch hing Angreifer Guilherme auch weitgehend in der Luft.

Schlüsselszene


Was sich  Deyvidas Semberas bei seinem Trikotzupfer gegen Grafité kurz vor dem Pausentee gedacht hat, das weiß wohl nur er selbst. Obwohl Grafité praktisch keine Chance mehr hatte an den hohen Ball von Martins zu kommen, brachte der russische Rechtsverteidiger den Brasilianer zu Fall. Grafité versenkte den Elfer höchst persönlich und Moskau lag vor der Pause plötzlich mit zwei Toren zurück.

Spieler des Spiels


Grafité brachte seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Der Bundesliga-Torschützenkönig präsentierte sich gewohnt eiskalt vor des Gegners Gehäuse und setzte damit auch auf Europas großer Fußballbühne eine Duftmarke.

Schiedsrichter – Note: 8


Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

Der Franzose Stéphane Lannoy hatte keine Mühe mit der Partie. Zu Recht entschied er in Minute 42 nach dem Foul an Grafité auf Strafstoß für die Gastgeber.

Spielnote: 5


Einen Schönheitspreis hat diese Begegnung nicht verdient. Moskau spielte harmlos nach vorn und Wolfsburg sucht ebenfalls noch Sicherheit. Es gab nur wenige gute Torchancen und auch kaum gelungene Kombinationen.

Das Spiel in der Goal.com-Statistik


 
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