Spielbericht Champions League (B): Werder Bremen – Panathinaikos Athen

Das war gar nichts, Werder! Mit einer ganz schwachen Leistung unterlag Werder Bremen zu Hause gegen Panathinaikos Athen mit 0:3. Nach drei Unentschieden zuvor war es die erste Niederlage der Hanseaten in der Champions League in dieser Spielzeit. Und was für Eine! Von Schwung nach dem 5:1-Erfolg gegen Berlin am Wochenende war bei der Schaaf-Elf überhaupt nichts zu sehen. Athen verdiente sich den Erfolg im Weserstadion mit einer schörkellosen Leistung.

Champions League: Werder Bremen - Panathinaikos Athen, Mantzios jubelt nach seinem Treffer (firo)
Von Falko BLÖDING

Bremen.
Werder-Trainer Thomas Schaaf vertraute mit einer Ausnahme der Elf, die am Samstag in der Bundesliga gegen Hertha BSC mit 5:1 gewonnen hatte: Für den gesperrten Torsten Frings rückte Jurica Vranjes in die Startaufstellung. Henk ten Cate, Trainer der Gäste, bot im Weserstadion eine 4-3-2-1-Formation mit der einzigen Spitze Envangelios Mantzios auf.

Wiese verschätzt sich

In der Anfangsphase erspielte sich keine Mannschaft ein entscheidendes Übergewicht. Panathinaikos versteckte sich nicht, sondern trat aggressiv auf und spielte nach vorn. Eine erste Möglichkeit für die Gäste ergab sich nach einem Freistoß, doch Tim Wiese entschärfte die Situation (4.). Für die Hausherren hatte Diego nach sieben Minute eine Chance. Nach Vorarbeit von Pizarro setzte der Brasilianer einen Schuss aus der Drehung am Athener Tor vorbei. Ansonsten blieb bei strömendem Regen im Weserstadion vieles Stückwerk, es mangelte ganz einfach an Präzision beim Spiel in die Spitze. So sorgte eine Standardsituation erstmals für große Gefahr. Tim Wiese verschätzte sich bei einem Freistoß von Georgios Karagounis und hatte Glück, dass der Ball nur an den Querbalken prallte (13.).

Pizarro mit der besten Gelegenheit


Nach einer Viertelstunde übernahmen dann nicht etwa die Bremer das Kommando, sondern die Griechen fanden immer besser ins Spiel. Allerdings zeigten auch sie keine spielerische Offenbarung, sondern versuchten es meistens mit Distanzschüssen. Daran nahm sich der bis dato völlig abgemeldete Markus Rosenberg ein Beispiel und versuchte es aus etwa 20 Metern. Auf dem rutschigen Boden wurde sein Schuss zum Problem für Athens Keeper Mario Galinovic, der sich um ein Haar ein Eigentor leistete. Doch der Ball trudelte knapp an seinem Tor vorbei (23.). Pech hatte Werder, als Schiedsrichter Viktor Kassai (Ungarn) ein Foulspiel von Gilberto Silva an Werders Claudio Pizarro im Strafraum übersah. Der Peruaner kam zwar dennoch zum Kopfball, doch Galinovic parierte glänzend. In dieser Situation hätte es allerdings durchaus Strafstoß für die Hausherren geben können (29.).

Nach vorn ging nicht viel


Highlights blieben spärlich gesäht, denn sowohl Werder, als auch Panathinaikos, waren in der Offensive harmlos. Man merkte den Mannschaften nicht an, das sie hier unbedingt gewinnen wollten, um ihre Chancen auf die K.O.-Runde zu erhöhen. Positiv aus Bremer Sicht war, dass die Defensive in dieser Phase sicher stand. Vom Offensiv-Wirbel aus dem Hertha-Spiel war dagegen nichts zu sehen.

Fritz für Prödl


Thomas Schaaf reagierte zur Pause und brachte Clemens Fritz für Sebastian Prödl, um für mehr Belebung auf den Außen zu sorgen. Doch die dicke Gelegenheit zur Führung hatten die Gäste: Nach einem Durcheinander in der Werder-Viererkette tauchte plötzlich Karagounis frei vor Tim Wiese auf. Aber der Europameister von 2004 verzog mit links und der Ball ging weit am Bremer Kasten vorbei (55.).

Mantzios besorgt die Führung


So dauerte es bis zur 58. Minute, ehe die Griechen Bremens Lethargie bestraften. Nach einer Kombination über den nimmermüden Karagounis und Alexandros Tziolis kam Evangelos Mantzios im Sechzehner an den Ball. Der Stürmer drehte sich um Petri Pasanen und schoss unhaltbar für Tim Wiese zum 0:1 ein. Die Führung der Gäste, die ihre letzten vier Auswärtsspiele in der Champions League verloren hatten, war nicht unverdient. Bremen wirkte geschockt, nun lief gar nichts mehr zusammen.

Karagounis erhöht, Tziolis entscheidet


Panathinaikos war dagegen hellwach und nutzte die Bremer Verunsicherung, die förmlich mit den Händen zu greifen war. Mit einem Traumtor erhöhte Karagounis auf 2:0 für Athen. Er knallte einen Ball vom linken Strafraumeck unter die Latte des Werder-Tors (70.). Es musste ein erneutes „Wunder von der Weser“ her, soviel war zu diesem Zeitpunkt klar. Doch Körpersprache und Auftreten der Werder-Profis deuteten nicht darauf hin. Im Angriffsspiel lief nach wie vor einfach gar nichts zusammen. Statt des Bremer Aufbäumens erzielte Athen gar noch das 0:3. Tziolis nahm eine zu kurze Mertesacker-Abwehr direkt von der Srafraumgrenze, Pasanen fälschte den Ball leicht ab und es schlug erneut in Wieses Kasten ein (83.). Für Werder wird es mit drei Zählern aus vier Partien nun schwer noch in das Achtelfinale einzuziehen. Selbst die Qualifikation für den Uefa Cup ist akut gefährdet.

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