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Andre Hahn geht ab Sommer für die Fohlen auf Torejagd - dabei spielte er einst in Oberneuland für einen sprichwörtlichen Hungerlohn, der für Billigwasser und Fertigpizza reichte.

Augsburg. Andre Hahn ist einer der Aufsteiger der Saison in der Bundesliga. Der Senkrechtstarter vom FC Augsburg wechselt zur kommenden Spielzeit zu Borussia Mönchengladbach und steigt in neue sportliche und finanzielle Sphären auf - dabei lebte er vor nicht allzu langer Zeit noch praktisch am Existenzminimum.

"Keiner hatte an mich geglaubt, nur mein Vater und ich", so Hahn gegenüber "Bild am Sonntag" über die schwerste Zeit seiner Karriere. Der Cuxhavener hatte 2010 als Regionalligaspieler der zweiten Mannschaft des Hamburger SV keinen Anschlussvertrag erhalten und keine sportliche Perspektive.

Die Rothosen hatten - im Nachhinein sträflich falsche - Bedenken hinsichtlich seines Potenzials. "Die sagten, es würde nicht reichen. Ich würde nie den Sprung in die Bundesliga schaffen", so der heute 23 Jahre alte Flügelspieler.

Mit Glück und viel Überzeugungskunst kam Hahn im Anschluss an seiner Hamburger Zeit beim FC Oberneuland unter - in der vierten Liga. Mehr als eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro konnte der Klub aus dem Bremer Stadtbezirk nicht zahlen - mit gravierenden Auswirkungen auf Hahns Lebensstil.

"Das billigste Wasser und Fertigpizza"

"Da habe ich im Supermarkt immer das billigste Wasser und Fertigpizza gekauft", so Hahn über jene Phase. Über Koblenz und Offenbar landete Hahn dank eines beispiellosen Aufstiegs im Januar 2013 beim FC Augsburg, bei dem er den endgültigen Durchbruch schaffte.

In der laufenden Saison gehört er mit zehn Toren und sieben Vorlagen zu den absoluten Leistungsträgern der Fuggerstädter. Joachim Löw nominierte Hahn für das Spiel gegen Chile in den DFB-Kader.

Zur kommenden Spielzeit wird er in Mönchengladbach spielen - und sein einst karges Gehalt in siebenstellige Höhen hieven (knapp 1,2 Millionen Euro Jahresgehalt). "Das ist natürlich wie ein Traum, aber dafür habe ich auch lange hart gearbeitet und gekämpft", so Hahn stolz.

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