thumbnail Hallo,

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp bekommt vielleicht schon bald einen Spieler aus Asien. Südkoreas Ryu Seungwoo steht beim BVB hoch im Kurs. Eine Einigung steht allerdings noch aus.

ANALYSE
Von Sebastian Heier

Mit einem echten Schnäppchen aus Fernost kennt sich Borussia Dortmund bestens aus. Vor gar nicht allzu langer Zeit gelang dem Bundesligisten mit der Verpflichtung des Japaners Shinji Kagawa ein eben dieses.

Die Geschichte des quirligen Offensivspielers, der im Sommer 2010 für gerade einmal 350.000 Euro, eine Ausbildungsentschädigung für seinen Klub Cerezo Osaka, zur Borussia wechselte, wurde seitdem bereits mehrfach erzählt. In der Sommerpause 2012, also knapp zwei Jahre nach seiner Ankunft in Dortmund, wechselte er für rund 16 Millionen Euro in die englische Premier League zu Manchester United.

Ein Schnäppchen aus Asien im Visier

Nun haben die BVB-Verantwortlichen erneut ein echtes Schnäppchen im Visier. Mit Ryu Seungwoo soll ein preisgünstiger Perspektivspieler zum deutschen Doublesieger von 2012 wechseln. Der 19-Jährige von der  Chung-Ang University soll lediglich rund 500.000 Euro kosten. Die guten Erfahrungen mit einem asiatischen Spieler namens Shinji Kagawa bestärken das Vorhaben der Dortmunder Verantwortlichen.

"Nichts ist entschieden. Ich habe mir auch noch keine Gedanken gemacht. Mein Berater kümmert sich um alles", so der Nationalspieler gegenüber der Nachrichten-Agentur Yonhap zum aktuellen Stand der Verhandlungen. Bei der U20-WM in der Türkei erzielte Ryu Seungwoo in drei Spielen zwei Treffer, darunter ein Traumtor gegen Portugal. Eigentlich wurde der Wechsel zum BVB bereits in mehreren Medien als perfekt vermeldet, doch die aktuelle Situation deutet eher noch auf eine kleine Hängepartie hin, denn Seungwoos Universität möchte sein Top-Talent nicht so einfach ziehen lassen.

"Körperlich noch Nachholbedarf"

Goal-Asien-Experte Yonghun Lee kennt die Stärken des 19-Jährigen: "Er läuft viel, strahlt Ruhe aus, spielt kreativ und kann den Druck auf die gegnerische Abwehr schnell erhöhen. Wie die U20-Weltmeisterschaft gezeigt hat, hat er auch ein Auge für das gegnerische Tor. Körperlich hat er allerdings noch großen Nachholbedarf, aufgrund dieser Schwäche hat er häufig auch kleinere Verletzungen."


Schon gewusst?

- Als er in jungen Jahren mit dem Fußball anfing, gab ihm seine Mutter dazu keine Genehmigung. Nachdem er aber ein Turnier gewann, gab seine Mutter nach und nahm das Fußballspielen hin.

- Zur Schulzeit war er kleiner als andere Spieler in seinem Alter. Daher begann er damit deutlich mehr zu essen und absolvierte ein tägliches Training.

Vergleich mit Park Ji-Sung

In der letzten Saison glänzte Ryu Seungwoo vor allem mit seinen Bewegungsmöglichkeiten mit und ohne den Ball. Sein Spiel wird als intelligent bezeichnet, weil er Situation hervorsehen kann und das Spielgeschehen lesen kann. Verglichen wird der 19-Jährige in seiner Heimat mit dem jungen Park Ji-Sung, der sich vor allem in England bei Manchester United einen Namen gemacht hat.


"Der zweite Kagawa? Die Zahl könnte stimmen, doch die Voraussetzungen sind deutlich anders. Kagawa war 21 Jahre alte, als er nach Dortmund kam, und hatte bereits 122 Profi-Spiele für Osaka absolviert. Ryu ist 19 Jahre alt und noch immer als Amateur-Spieler aktiv. Aus diesem Grund, da er in Dortmund wohl eher nicht die Chance hat regelmäßig Spielminuten zu bekommen, zögert Ryu noch mit seiner Zusage.“ - Goal-Experte Yonghun Lee

"Ob er in die Bundesliga passt? Dass kann ich schwer bewerten", meint Yonghun Lee. "Er ist ein Rohdiamant. Er würde Zeit brauchen, vielleicht ein Jahr. Aber unter Jürgen Klopp hätte er sicherlich eine Chance, das denke ich schon."

Außerhalb des Platzes wird der 19-Jährige als ruhiger, zurückhaltender junger Mann beschrieben. "Er ist ein Amateur-Spieler und außerhalb des Platzes nicht bekannt“, so Goal-Experte Yonghun Lee. Diese Tatsache dürfte sich spätestens dann ändern, wenn der Wechsel zu Borussia Dortmund als perfekt vermeldet wird.

EURE MEINUNG: Kann Seungwoo beim BVB zum zweiten Kagawa werden?

Dazugehörig