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Lange Sperren für die Beteiligten und geschlossene Stadien sollen dabei helfen, das Rassismus-Problem im Fußball in den Griff zu bekommen.

Manchester. Im Kampf gegen Rassismus im Fußball setzt der europäische Kontinentalverband UEFA zukünftig auf harte Strafen gegen Personen und Vereine, um das Problem besser in den Griff zu bekommen. Auch eine Zehn-Spiele-Sperre für auffällige Akteure steht dabei zur Debatte.

Am Rande der „SoccerEx“-Konferenz in Manchester erklärte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, dass der Verband über lange Sperren und hohe Geldstrafen diskutiert: „Wir müssen Sanktionen haben und die müssen eine abschreckende Wirkung haben“, betonte der 43-Jährige.

Demnach sollen Spieler, die wegen rassistischer Vorfälle verurteilt werden, zukünftig mindestens für zehn Spiele gesperrt werden. Infantino glaubt an die Wirkung der Maßnahmen: „Die Nachricht wird sein, dass wir Rassismus weder akzeptieren, noch tolerieren und rassistische Zwischenfälle nicht behandeln, wie jedes andere Disziplinarvergehen.“

Vereinen droht Stadionschließung

Vereine sollen außerdem zukünftig nicht mehr nur mit Geldstrafen, sondern auch mit Stadionsperren sanktioniert werden. Beim ersten Vorfall soll der Teil des Stadions gesperrt werden, in dem sich der Vorfall ereignet hat. Im Wiederholungsfalle droht eine gänzliche Schließung des Stadions und ein Bußgeld in Höhe von mindestens 50.000 Euro.

„Vereine lediglich mit Geldstrafen für Taten der Fans zu verurteilen, trifft nicht direkt die Schuldigen bei rassistischen Vorfällen“, erklärte Infantino die Hintergründe. Trotzdem stehen es nicht nur Strafen, sondern auch die effektive Bekämpfung des Problems im Fokus: „Es geht auch um die Aufmerksamkeit, darum darüber sprechen, es auszuschließen, die Spieler zu erziehen, die Fans zu erziehen, die Verantwortlichen zu erziehen. Alle müssen wissen, dass es im Fußball keinen Platz für Rassismus gibt.“

Schiedsrichter sollen Partien abbrechen

Deshalb seien auch die Schiedsrichter dazu angehalten, Partien bei rassistischen Beleidigungen der Spieler durch die Zuschauer vorzeitig abzubrechen. „Wenn es zu rassistischen Zwischenfällen kommt, ist der Schiedsrichter ermächtigt, den Spieler vom Feld zu nehmen. Es wird eine Durchsage im Stadion geben, um die Fans aufzufordern, die Gesänge zu stoppen“, so Infantino. Wenn das nicht geschehe, „werden Sanktionen in Bezug auf das Ergebnis und Punktabzüge in Betracht gezogen.“

Bereits in der kommenden Saison könnten die vom UEFA-Exekutivkomitee besprochenen Maßnahmen eingeführt werden, um die zuletzt immer häufiger auftretenden rassistischen Zwischenfälle einzudämmen.

Auch am vergangenen Sonntag wurden Kevin-Prince Boateng und Mario Balotelli vom AC Mailand von Anhängern des AC Florenz mit Affenlauten angefeindet. Im Januar hatte Boateng nach einer vergleichbaren Situation in einem Testspiel gegen Pro Patria den Platz verlassen, die Partie war im Anschluss abgebrochen worden.

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