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Die Medien berichten über den unzufriedenen Star, der vom Coach ausgebootet wird. Jetzt herrscht Erklärungsbedarf von beiden Seiten, um die Unruhe vor dem Spiel rauszunehmen.

Istanbul. Bei der 1:2-Niederlage im Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Spartak Moskau saß Fenerbahce-Istanbul-Legende Alex de Souza nur auf der Bank. Auch der Rückstand bewegte Coach Aykut Kocaman nicht zu einer Einwechslung. Für die Süper-Lig-Begegnung gegen Gaziantepspor wurde der Kapitän der „Kanarienvögel“ nicht einmal mehr für den Kader berücksichtigt. 

Aussortierung nur kurzfristig oder dauerhaft?

Schon in der jüngeren Geschichte gab es Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Spieler, die in klärenden Gesprächen aus Welt geschafft worden seien: „Vor zwei Jahren hatten wir ähnliche Probleme, die wir nach Gesprächen überwunden haben. Auch heute werden wir das Gleiche tun und unsere Probleme ausräumen“, wird Alex bei HITSpor zitiert.

Nachdem der Brasilianer vom Trainer erfahren habe, dass er gegen Moskau nicht auflaufe, habe Alex seinen Trainer via Twitter als „eifersüchtig“ bezeichnet. Kocaman soll dem offensiven Mittelfeldmann und ehemaligen brasilianischen Nationalspieler danach mitgeteilt haben, dass er ihn bei kampfbetonten, harten Partien wie dem Moskauspiel nicht einsetzen werde: „Ich werde dich bei harten Spielen wie dem Moskau-Match nicht spielen lassen, aber in der Gaziantepspor-Partie spielst du“, berichtet Haberturk. Aber jetzt wurde der Fener-Regisseur plötzlich sogar ganz aus dem Kader für das bevorstehende Match verbannt, was die Spekulationen in den Medien über die Zukunft des mittlerweile zum Fener-Mythos mutierten Brasilianers wieder verstärkt anheizt.

Alex enttäuscht über Entscheidung

Bei Twitter prasselten die Fragen der Fener-Fans nur so herein und Alex bestätigte die Aussagen der Medien: „Ja es stimmt, dass ich nicht im Kader bin. Die Entscheidungen trifft immer der Trainer. Ich bin unglücklich, aber weiter geht’s“, so die Worte des Mannes, der wie kein anderer eine Sonderstellung bei Fenerbahce innehat und genießt. Oder ist es gerade diese besondere Position des Spielers, die dem Trainer ein Dorn im Auge ist?

„Jeder, der das Trikot von Fenerbahce trägt, hat den gleichen Wert“, so FB-Coach Kocaman gemäß NTVSpor. Das klingt ganz so, als würde der Trainer demnach genau an diesem Status sägen. 

Aber wirft man einen kleinen Blick auf die Verdienste und Leistungen von Alex, offenbart sich ein beeindruckendes Bild, was nicht gerade jeder Fußballer bei Fener vorweisen kann. So führte der Mittelfeldstar Fenerbahce zu drei Meisterschaften, vier Vize-Titeln, zwei Supercup-Siegen und nach fast 30 Jahren Wartezeit Fener zum Pokalerfolg, bei dem er mit einem Tor und drei Vorlagen nebenbei auch noch bester Spieler des Finals wurde. Zudem bestritt Alex wettbewerbsübergreifend 338 Pflichtspiele für die Kanarienvögel und erzielte dabei stolze 170 Treffen. Des Weiteren wurde er zweimal Torschützenkönig der Süper Lig und das als Mittelfeldspieler. 

Das alles widerlegt Kocamans These, dass Alex für Fenerbahce und seine Anhänger nur einer unter vielen ist. Einen bestimmten Platz, der doch etwas über den anderen Teamkollegen steht, nimmt er dann vielleicht doch nach den jetzt neun Jahren beim Verein und seinen unzähligen Verdiensten und Auszeichnungen ein. Wem das noch nicht reicht, der kann sich eine Statue vor dem Stadion anschauen, wie sie für Legenden wie zum Beispiel Michael Jordan in Chicago errichtet wird. Modell für die Spielerstatue hat übrigens Alex de Souza gestanden, dem sie schließlich gewidmet ist. Da ist die mediale Aufmerksamkeit und die spezielle Behandlung für den mittlerweile 35-jährigen nicht ungewöhnlich und Kocamans Herabwürdigung sicherlich ein großer Knackpunkt im vermeidlichen Streit zwischen Trainer und „Star“.

Alex räumt via Fenerbahce TV mit den Gerüchten auf

Nachdem der Gerüchte-Dschungel in der türkischen Medienlandschaft und im Internet den bekannten Automatismus in Form eines Flächenbrandes erlangt hatte, sah sich der Star von Fenerbahce genötigt, reinen Tisch zu machen. Und wie wäre das einfacher möglich, als den vereinseigenen TV-Sender dafür einzuspannen? Somit sagte Alex de Souza via FBtv: „Ich möchte hier und heute via TV Stellung zur Kritik beziehen, die mir mit Bezug auf unseren Trainer Aykut Kocaman vorgeworfen und unterstellt wird. Mit ist es wichtig, dass jeder da draußen weiß, ich würde niemals Trainerentscheidungen in der Öffentlichkeit kommentieren. Ich bin Spieler von Fenerbahce, da steht es mit gar nicht zu, den Trainer öffentlich zu kritisieren. Ich würde es nie machen, denn es ist in meinen Augen ein unmögliches Verhalten.“

Der Trainer ist der Boss

Alex fuhr fort: „Ich respektiere alle Entscheidungen unseres Trainers, auch wenn sie zu meinem Nachteil ausfallen. Das Recht, Trainerentscheidungen zu kommentieren, liegt nicht bei mir als Spieler von Fenerbahce. Wenn es etwas zu besprechen geben würde, wäre es nie mein Weg, das über Twitter oder andere Social-Media-Plattformen vorzunehmen. Mir ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit darüber informiert ist, wie ich darüber denke und wie ich niemals handeln würde. Natürlich sprechen der Trainer und ich miteinander. So auch vor dem Spiel gegen Vaslui, als Trainer Aykut Kocaman und ich uns in respektvoller Intensität ausgetauscht haben. Es besteht von daher überhaupt keine Notwendigkeit, den Weg über das Internet zu suchen. Wir sehen uns jeden Tag und können dann von Angesicht zu Angesicht über die wichtigen Dinge sprechen. Dazu benötigen wir Twitter ganz sicher nicht.“

Der Klub zählt und sonst nichts

Alex fuhr seine flammende Rede mit den Worten fort: „Fans und Medien sollten verstehen, es geht nicht um den Namen Alex oder den anderer Spieler. Wir sind eine Familie und die heißt Fenerbahce. All das, was wir tun, tun wir im Interesse vom Klub Fenerbahce. Unsere Fans sind uns da ein großer Rückhalt und eine große Unterstützung. Unter den Voraussetzungen gibt jeder von uns Spieler alles für die Mannschaft!“

Für Türkei-Updates via TWITTER folge Christian Ehrhardt und Anıl P. Polat

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