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Nach seinem durch den Trainerstab und den Vorstand erzwungenen Wechsel von Besiktas zum Nachbarn Kasimpasa hat Fabian Ernst jetzt offene Worte zu BJK gefunden - sehr offene!

Istanbul. Fabian Ernst galt bei Besiktas Istanbul als „der deutsche Panzer“. Stets bis in die Haarspitzen motiviert, hat sich Ernst ganz für den Verein eingebracht. Von der ersten bis zur letzten Minute des Spiels war der Deutsche im Team von Besiktas da und ist gelaufen, als gäbe es kein Morgen. Umso unrühmlicher war dann das abrupte Ende bei BJK: Nicht mehr gebraucht, nicht mehr gewollt, angeblich zu teuer und nicht zu Gehaltseinbußen bereit. Darum musste Fabian Ernst den Klub verlassen und spricht nun auf der Internetseite seines neuen Klubs am Goldenen Horn, Kasimpasaspor- wie Besiktas in Istanbul beheimatet - mit offenen Worten über seine Zeit bei Besiktas und blickt außerdem nach vorne.

Ernst spricht sich den Frust von der Seele

Fabian Ernst nutzt bei seinem Auftritt auf der Webseite von Kasimpasa die Möglichkeit, seinen Fans einen Einblick in das Wechselprozedere zu geben. „Man kann problemlos erkennen, wie die momentane Situation ist, in der sich der Verein Besiktas befindet. Man hätte offene Worte mit mir sprechen können, denn ich bin ein aufrichtiger und geradliniger Mensch. Ich hatte gehofft, der neue Coach würde sich mit mir besprechen, doch das ist nicht geschehen, sondern nur mein Berater wurde kontaktiert. Nicht ein Offizieller hat mit mir gesprochen, sieht man von einem Kurzgespräch mit dem neuen Präsidenten mal ab!“

Aussortiert und geschasst

Zur Aussortierung sagte Ernst auf der Seite von Kasimpasa: „Mir wurde ja über die Medien zugetragen, dass ich keine Chance mehr hätte, für Besiktas zu spielen. Dabei wäre ich mit einem angemessenen Gehaltsverzicht einverstanden gewesen, wenn man mit mir selbst darüber gesprochen hätte. Doch was hätte diese Einwilligung gebracht, denn der Trainer sagte früh, er würde nicht mit mir planen, und dass ich nicht auf dem Platz stehen werde. Dabei ist es doch das, das Fußballspielen und auf dem Platz stehen, was ich will.“

Fehlmanagement bei Besiktas

„Besiktas hat in den vergangenen Jahren viele Transfers getätigt und hohe Summen in Spieler investiert, die aber nicht den gewünschten Erfolg brachten. Diesen Weg hat man von jetzt auf gleich verlassen und versucht mit dem krassen Gegenteil Erfolg zu haben. Der alte Vorstand hat investiert, der neue Vorstand will nur sparen. Nach meiner Ansicht wird und wurde bei Besiktas nicht wirklich professionell gearbeitet. Darüber könnte ich ein Buch verfassen, denn ich hätte viele Geschichten zu erzählen. Aber es wird all das, was war, nur bei mir bleiben, und ich werde nicht damit hausieren gehen.“

Europa-Ausschluss zu Lasten der tollen Besiktas-Fans

„Dass die UEFA Besiktas für die internationalen Wettbewerbe gesperrt hat, basiert auf Fehlern, welche der alte Vorstand machte. Dafür haben leider die Spieler und auch die Fans die Konsequenzen zu tragen. Doch nun wird weiterer Druck aufgebaut, indem man die Spieler dazu bringt, auf vertraglich vereinbarte Gehälter zu verzichten. Das kann man nicht mehr als professionell ansehen und so eine Vorgehensweise, das muss man deutlich sagen, findet wohl auch nur in der Türkei statt, dass bestehende Verträge einseitig massiv eingegrenzt werden. Auch das Vorgehen rund um Quaresma schadet dem Klub Besiktas. Man hat in ihm einen wirklich grandiosen Spieler im Verein, dem man eine Bühne geben muss, wenn man ihn denn wirklich profitabel verkaufen will. So wie jetzt wird das nichts. Oder sehen wir den Weggang von Egemen Korkmaz. Dieser Verlust trifft den Verein sehr hart, denn das Team und der Verein hat mit ihm seinen besten Kämpfer verloren.“

Aybaba ist Ernst unbekannt und hat nicht mit ihm gesprochen

„Der Witz ist, mir ist der Trainer Samet Aybaba überhaupt nicht bekannt. Selbst sein Name war zuvor für mich nicht greifbar und ich habe nie von ihm gehört, wie ich zugeben muss. Doch was nutzt es, denn er hat eh nicht mit mir gesprochen. Ja, ich hatte eine sehr glückliche Zeit bei Besiktas. Es war eine Ehre für mich, mehr als drei Jahre das Besiktas-Trikot mit Stolz zu tragen. Diese Jahre und natürlich die besonderen Fans werde ich niemals vergessen. Nun muss die Zeit zeigen, was aus Besiktas wird. Vielleicht schaffen es die jungen Spieler und die Spieler aus dem zweiten Team, die man in die erste Mannschaft geholt hat, wirklich etwas zu bewegen, doch das muss man einfach abwarten.“

Angebote aus der Türkei und Europa für Fabian Ernst

Fabian Ernst hat in der türkischen Megametropole Istanbul, die tatsächlich zu den faszinierendsten Städten der ganzen Welt gehört, eine Heimat gefunden. „Kasimpasa hat den schweren Weg gewählt, sich einen neuen Kader zusammenzubauen. Da wir aber sehr gute und sehr erfahrene Spieler in unseren Reihen haben, kommt uns das zugute. Ziel ist, dass wir ein echtes Tam werden und einen guten Saisonstart erwischen. Dann können wir einige Dinge bewegen. Gerade das ambitionierte Verhalten von Kasimpasa war ausschlaggebend für mich, hier in der Istanbul zu bleiben, obwohl ich Angebote aus der Türkei und Europa hatte. Für mich stand fest, ich bleibe in der Türkei und gehe nicht in eine andere Liga Europas. Hier bei Kasimpasa kann ich den Türkei-Neulingen die Süper Lig und die Klubs vorstellen. Besonders Isaksson habe ich schon darauf vorbereitet, was uns gegen Vereine wie Galatasaray erwarten wird und wie einmalig es ist, was er da erlebt.“

Fikret Orman vs Ricardo Quaresma vs Fabian Ernst

Nun, man hat von zwei Spielern zwei gleichgelagerte Aussagen, was den Umgang des Klubs Besiktas mit seinen “unerwünschten Spielern” angeht. Den Aussagen widersprach zuletzt Präsident Fikret Orman, der anlässlich eines Treffens von BJK-Fans Hof hielt. „Natürlich sind mir die Äußerungen von Quaresma bekannt und ich möchte das eigentlich nicht weitergehend kommentieren. Klar ist: Quaresma ist nur einer von knapp 30 Besiktas-Spielern, deren Präsident ich bin. Ich kann dazu nur so viel sagen: Der Präsident von Besiktas lügt nicht! Zwei offizielle Berater vertreten den Spieler Ricardo Quaresma. Die Personen heißen Jorge Mendes und Ahmet Bulut. Jeder Interessierte möge bei Ahmet Bulut nachfragen, ob Quaresma wirklich die Wahrheit mit seinen Aussagen spricht!“

Q7 – Nichts genaues weiß man nicht

 „Ricardo Quaresma ist zum aktuellen Zeitpunkt bei uns im Klub und er hat einen gültigen Vertrag. Der Trainer und seine Mitarbeiter haben in Bezug auf die Personalie eine Entscheidung getroffen, wie ich bereits mehrfach mitgeteilt habe. Auf was die Entscheidung von Samet Aybaba basiert, nicht mit Quaresma arbeiten zu wollen, wie er uns mitteilte, ist dabei gleich. Es kann dabei um mangelnde Disziplin des Spielers gehen, mit dem Leistungen des Spielers zusammenhängen oder den Grund darin haben, dass er vom Gehaltsgefüge her nicht ins Team passt. Klar ist: Trainer Aybaba plant nicht mit Quaresma und an uns liegt es jetzt, das Ganze im Interesse des Klubs Besiktas zu lösen. Da uns im Moment kein Angebot für den Spieler vorliegt, ist er weiter ein Spieler von Besiktas!“

Den Einlassungen von Orman zur Personalie Quaresma stehen, man kann es nur wiederholen, zwei gleichlautende Aussagen zum Umgang mit Spielern gegenüber: Von Q7 und Fabian Ernst. Daraus kann man sich als Fan sicher ein vernünftiges Bild machen. Professionell, und da muss man Fabian Ernst ohne Abstriche zustimmen, geht jedenfalls ganz anders.

EURE MEINUNG: Wie bewertet ihr die Worte von Ernst und Q7, wenn man das mit den Worten Ormans abgleicht?
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