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Bei Besiktas übt man sich wieder fleißig im Zurückrudern. War letztens noch der Stadionneubau Chefsache, verschiebt man die Bauphase nun kurzerhand um ein ganzes Jahr.

Istanbul. Dass der neue Trainer von Besiktas Istanbul, Samet Aybaba, und das neue Präsidium den türkischen Tranditionsklub vom Bosporus einmal von links nach rechts wenden und dann flugs wieder zurück, hat mittlerweile schon fast etwas wie einen Gewohnheitscharakter. Dass man jetzt aber noch das „Baby Stadionneubau“, welches fundamentale Bedeutung für Verein und Fans hatte, um ein ganzes Jahr verschiebt, nur um dem Team nicht die „gewohnte Atmosphäre“ nach dem personellen Aderlass zu nehmen, hat schon fast wieder Comedy-Charakter. Ganz großes Unterhaltungs- und Popcorn-Tennis am Dolambahce-Palast.

Neubau bis in die hohe Politik durchgeboxt

Das alte Besiktas-Präsidium um Yildirim Demirören musste bis in die hohe Politik kämpfen, um sich jeder Rückversicherung durch den türkischen Staat sicher zu sein, um das Großprojekt Neubau des Inönü Stadions realisieren zu können. Der türkische Sportminister selbst, Suat Kilic, war es, der Präsident Demirören jede Unterstützung zusagte, die BJK benötigen würde, um das ehrgeizige Projekt zu stemmen. Selbst Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan schaltete sich ein und sicherte zu, gegen seinen Kultur- und Tourismusminister Ertugrul Günay, dass auch das neue Stadion in Besiktas stehen würde. 18 Monate Bauzeit waren veranschlagt.

Alle Pläne um mindestens ein Jahr verschoben

Wie jetzt bekannt wird, hat Besiktas dieses Großprojekt kurzerhand verschoben und das auf besonderen Wunsch von Trainer Samet Aybaba. „Unserem Klub steht eine äußerst schwere Saison bevor. Das alte Inönü Stadion ist unsere Heimspielarena und unser Zuhause. In diesem Stadion wird es meiner Mannschaft ohne Zweifel leichter fallen, die vor ihr liegenden Umbrüche und Aufgaben zu absolvieren. Ich selbst habe elf Jahre in diesem Stadion gespielt und viele Geschichten in diesem Stadion erleben dürfen. Wir versuchen mit BJK einen Neuaufbau und bei diesen Änderungen wird uns unser Stadion helfen. Aus dem Grund habe ich unseren Präsidenten gebeten, den Umzug zu verschieben und er hat mir zugestimmt.“

Orman bestätigt die Planungsänderung

Auch Fikret Orman, Präsident von Besiktas Istanbul, bestätigte die Verschiebung des Neubaus. „Wir haben gemäß des Wunsches unseres Trainers gehandelt und werden auch in der jetzt kommenden Saison der Süper Lig in unserem Inönü Stadion spielen. Zudem bin ich selbst extrem enttäuscht von Galatasaray Istanbul. Uns wurde zwar von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan jede Unterstützung zugestanden, doch wir verzichten mit der Verschiebung darauf, dass es in der Stadionfrage zu Zerwürfnissen zwischen unserem Ministerpräsidenten und Galatasaray kommt“, so Orman getreu der Devise „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“. Dabei wäre es doch so einfach zu sagen ‚Wir haben aktuell das Geld nicht für einen Stadionneubau‘.

Interessante Aussagen von Aybaba zum neuen Look der Mannschaft

„Besiktas wird auf jeden Fall ein neues Gesicht erhalten. In den kommenden Tagen werden wir uns von einigen Spielern trennen, wie wir uns schon von Spielern getrennt haben, zum Beispiel Egemen Korkmaz, die nicht mit uns an einem Strang ziehen wollten. Wir arbeiten an weiteren Neuzugängen. Da unsere Mittel limitiert sind, erfordert das mehr als Zeit als sonst üblich. Wir wollen noch zwei bis drei weitere Spieler verpflichten. Auch auf der Position des Torhüters werden wir aktiv. Cenk Gönen ist zwar ein taltentierter Mann, das auch seine Einsatzzeiten erhalten wird, der sich aber verbessern muss. Wir hoffen er nimmt den Kampf an. Unser Favorit ist der Kolumbianer David Ospina von Nizza, der in meinen Augen der beste Keeper der französischen Liga ist“, so Aybaba.

Kein Platz für Starspieler Quaresma

„Was Quaresma angeht so wissen wir, dass er die Angebote prüft. Es gehört zum Fußball, mit einigen Spielern zu planen und mit anderen nicht. Wenn der Verein die Gehaltswünsche des Spielers nicht mehr realisieren kann und der nicht gewillt ist, Einbußen hinzunehmen, muss man getrennte Wege gehen. Diese Vorgehensweise hat für jeden unserer Spieler Gültigkeit. Es wurden Versuche unternommen und die schlugen fehl. Auch was die Ausländer im Team angeht. Wir werden maximal die Anzahl an Ausländern im Team haben, die auch auf dem Platz stehen dürften, also sechs Mann – maximal aber sieben ausländische Spieler. Dazu gehören keine Spieler, die wir aus Brasilien holen werden, denn sie sind schlicht zu teuer. Vier Ausländer aus der letztjährigen Mannschaft will ich auf jeden Fall halten: Tomas Sivok, Hugo Almeida, Manuel Fernandes und Roberto Hilbert“, versuchte Aybaba seine Kaderstruktur zu erklären.

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