Türkei: Fenerbahce öffnet die Türen für Besiktas-Fans

Die drei großen Istanbuler Klubs und der anatolische Spitzenklub Trabzonspor einigten sich darauf, den Gäste-Fans keine Tickets anzubieten. Fenerbahce macht nun eine Ausnahme.

Von Tayfun Gökdal

Fans von Fenerbahce Istanbul
Getty
Istanbul. Nach den Ausschreitungen beim Derby zwischen Besiktas und Fenerbahce im Oktober vergangenen Jahres entschieden sich die großen Klubs vom Bosporus und Vize-Meister Trabzonspor dazu, die Anhänger der Auswärtsmannschaft vorrübergehend nicht mehr ins Stadion eintreten zu lassen.

Diese Maßnahme ist eine altbewährte Methode unter den Vereinen, wenn die Gewalt in den hitzigen Partien wieder einmal ausartet. Doch zu der türkischen Fankultur gehört es, insbesondere der drei Großen, sein Team überall im Land zu unterstützen. Vor allem die Fangesänge beider Lager machten die besondere Stimmung in den Derbys aus. Beim letzten Aufeinandertreffen von Galatasaray und Fenerbahce fehlten für den perfekten Fußball-Abend eben jene Fans, die man ausgeschlossen hatte.

Fenerbahce lädt Besiktas-Fans ein

Auf der klubeigenen Homepage ließ Fenerbahce in einer Veröffentlichung verlauten, dass beim nächsten Derby am Sonntag gegen Besiktas die gegnerischen Fans Einlass ins Sükrü-Saracoglu-Stadion haben werden. Insgesamt dürfen 2600 BJK-Fans beim Spiel zusehen.

„Wir erwarten die Anhänger von Besiktas“

Dem Wunsch des Besiktas-Vorstandes, die Auswärtsfans den Eintritt ins Stadion gewähren zu lassen, wurde stattgegeben. Dieses Vorhaben wird mit Tatsache begründet, dass Fener-Fans ebenfalls ihr Team im gegnerischen Stadion unterstützen durften. Mit Hinblick auf die Gleichberechtigung beider Lager sei diese Entscheidung getroffen worden, so das Statement von Fenerbahce.

Zustimmung des Verbandes erwartet

Obwohl die Vereine den Ausschluss der Gäste-Fans ohne jeglichen Zwang und ohne eine Anordnung des türkischen Fußball-Verbandes (TFF) beschlossen hatten, muss der TFF grünes Licht für diese Vereinbarung geben. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass der Verband dieses ablehnen wird. Einem tollen Fußball-Spiel mit den „Schlachtgesängen“ der beiden größten Fan-Gruppen „Genc Fenerbahceliler“ (Junge Fenerbahce-Anhänger) und „Carsi“ (Stadt, in Anlehnung der Richtung der Fantribüne im Inönü-Stadion) sollte damit nichts mehr im Weg stehen.

Eure Meinung: Sportliche Brisanz und Fan-Choreografien – Was erwartet uns beim nächsten Derby?

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