Offiziell: Guus Hiddink und die Türkei gehen getrennte Wege

Das kommt nicht wirklich überraschend: Nach der verpassten EM-Quali ist für Guud Hiddink in der Türkei Schluss - wer Nachfolger wird, ist offen.

Von Claas Philipp

Ankara. Der türkische Fußballverband (TFF) und Guus Hiddink gehen ab sofort getrennte Wege. Dies vermeldete der TFF auf seiner offiziellen Homepage. Die Trennung sei demzufolge im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Hiddink, seit August 2010 Nationalcoach der Türkei, hatte mit dem Team die Qualifikation zur EM 2012 verpasst und war in der Playoff-Runde an Kroatien gescheitert.

Vogts als Nachfolger im Gespräch

„Nach Verhandlungen zwischen Guus Hiddink und den Vorsitzenden des türkischen Fußballverbandes ist man zu der Übereinkunft gekommen, den Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufzulösen“, heißt es in dem Statement. „Wir wollen Guus Hiddink für seine Arbeit in der Türkei danken und wünschen ihm für die Zukunft das Beste.“ Der 65-Jährige hatte zuvor mehrere Nationalmannschaften trainiert, darunter die Niederlande, Südkorea, Australien und Russland. Als Nachfolger wird unter anderem Berti Vogts gehandelt.

Ziele erreicht

Hiddink selbst äußerte sich in der niederländischen Fußballzeitschrift Voetbal International: „Ich sehe das Ganze nicht als Misserfolg. Ich habe gut mit den Spielern zusammengearbeitet. Die Ausgangspunkte waren die Durchführung einer Verjüngung und das Erreichen des zweiten Gruppenplatzes. Diese Ziele wurden erreicht“, erklärte Hiddink.

Leichter Fehler

„In den Play-Offs sind wir als Nummer 25 der Weltrangliste auf die Nummer 12 getroffen. An solch einem Tag muss man selbst sehr gut sein und keine dummen Fehler machen. Ich habe darauf gehofft, dass es im ersten Spiel lange 0:0 bleibt, aber wenn ein Rechtsverteidiger schon nach zwei Minuten einen Kinderfehler macht, ist das eine ideale Ausgangslage für den Gegner“, fügte Hiddink hinzu.

Klare Hierarchie

Neben seiner Analyse der beiden Play-Off-Duelle mit Kroatien fand Hiddink auch einige allgemeine Worte über den Fußball in der Türkei. „In Holland stehen die Leute auf ihren Sitzen, wenn ein junges Talent seinen Durchbruch schafft. In der Türkei zählen vor allem die Emotionen und das Ergebnis. Die Hierarchie in einem Team und in der Gesellschaft ist völlig anders als bei uns. Die Älteren bestimmen, sie haben das Ansehen und es ist nicht einfach, diese Sichtweise zu verändern“, erklärte Hiddink.

Eure Meinung: Die richtige Entscheidung für beide Parteien?

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