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Es schien, als ob der Stürmer bei Porto bleiben würde, da sich das Transferfenster schloss – nur in Russland nicht. Doch bislang konnte Hulk bei Zenit nicht überzeugen.

Petersburg. In der letzten Transferperiode war die Personalie Hulk in aller Munde. Kaum neigte sich die Saison dem Ende entgegen, kamen Gerüchte auf, dass der Brasilianer den FC Porto in Richtung FC Chelsea verlassen wird. Die Zeit verstrich und ein Wechsel kam nicht zustande. Das Transferfenster für die meisten europäischen Ligen, einschließlich der Premier League, schloss sich. Als man nun dachte, dass der Angreifer zumindest noch eine weitere Halbserie in Portugal verbringen würde, schlug Zenit St. Petersburg zu – denn Russland hat andere Wechselfristen. Doch glücklich ist er dort noch nicht geworden.

Der Ruf des Ostens

Der amtierende russische Meister, dessen Hauptsponsor Gazprom ist, investierte kurz vor Beendigung der Wechselfrist in seinen Kader. Man legte insgesamt 90 Millionen Euro auf den Tisch, um der brasilianischen Außenstürmer und das belgische Talente Axel Witsel aus Portugal „loszueisen“ und in den Nordwesten Russlands zu locken. Alleine für den  Brasilianer bezahlte man 50 Millionen Euro. Wegen seiner körperbetonten Spielweise, Ähnlichkeit der Statur zu der bekannten Comicfigur und aufgrund der Vereinsfarben von Tokyo Verdy - grüne Trikots - erhielt der Angreifer den Spitznamen „Hulk“, der nun sein Trikot ziert.

Statistik bei Porto (2008-2012)
Wettbewerb Spiele
Tore Vorlagen Gelbe/Rote Karten
Ein-/Auswechslung
Liga 99 54 43 22/1
12/20
Pokal(Supercup) 27 (4)
9 8 5/1 6/5
Europapokal 43 15 9 5/0 6/12
Gesamt 169 78 60 32/2 24/37

Der Durchbruch in Europa

Über den Umweg Japan gelangte der Kicker vom Zuckerhut 2008 nach Portugal, wo er sich nicht nur sprachlich wohlfühlte. Auch sportlich startete der heute 26-Jährige beim FC Porto durch. Bereits in der ersten Saison holte er das Double mit den „Drachen“. Insgesamt gewann er mit den Blau-Weißen drei Meisterschaften und zwei Pokalsiege. 2011 wurde das Jahr des Außenstürmers. Er konnte mit Porto die Europa League gewinnen und wurde vor seinem kongenialen Sturmpartner Radamel Falcao Torschützenkönig der portugiesischen Super Liga. Doch Hulk erzielte nicht nur viel Treffer, sondern glänzte auch als Vorlagengeber. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass er Begehrlichkeiten weckte. Er wurde immer wieder mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht, jedoch wechselte er woanders hin.

Ab ins einstige Zarenreich
 LIGAWERTE BEI ZENIT
Spiele

8
Tore

2
Vorlagen

2
Einw./Ausw.

1/5
Spielminuten

529

Der Spieler und der russische Klub sind noch nicht miteinander warm geworden. Der Brasilianer fühlt sich bereits nicht mehr ganz wohl im einstigen Zarenreich. Zumal es auch Widerstand von den eigenen Fans gegen die ausländischen Akteure gab. Weil Hulk und Witsel verpflichtet wurden, mussten heimische Spieler Platz machen für die Topstars. Der Protest ging so weit, dass eine Bombenattrappe mit der Aufschrift „Hulk Out!“ auf dem Trainingsgelände platziert wurde. In der Liga traf der 26-Jährige erst zum zwei Mal in dieser Saison. In der russischen Premier League absolvierte Hulk lediglich zwei Partien über die volle Distanz. Meist wechselte ihn Trainer Luciano Spalletti kurz nach der Halbzeit aus, da der Außenstürmer kaum überzeugen konnte.

Mit sich selbst beschäftigt

Seine schwachen Leistungen können auf vieles zurückgeführt werden. Bisher hat es der italienische Trainer nicht geschafft, Hulk ins System einzubinden. Es fehlt das Verständnis mit seinen Mitspielern. Zudem setzte ihn eine Oberschenkelverletzung schwer zu, sodass er zwei Wochen pausieren musste. Privat lief es ebenfalls nicht nach Maß. Seine Schwester in Brasilien wurde entführt und erst nach einem Tag wieder freigelassen.

Mister Königsklasse

Nur in der Champions League kommt er auf seine kompletten Einsatzzeiten. In vier Spielen in der Königsklasse lief er viermal von Beginn auf und war die kompletten 90 Minuten auf dem Feld. Auch mit ihm verpasste Zenit die Qualifikation für die K.o.-Runde. Selbst der dritte Tabellenplatz in der Gruppe, und somit die Teilnahme an der Europa League, ist noch nicht gesichert. Alles hängt vom Fernduell gegen den RSC Anderlecht ab.

Zumindest das Trostpflaster EL würde sich Zenit noch wünschen, allein wenn man sich vor Augen führt, dass die Verantwortlichen ordentlich investiert haben zu Beginn dieser Spielzeit. Der Hammertransfer Hulk hat sich für den Klub noch nicht ausgezahlt. Noch ist der Brasilianer nicht wirklich beim russischen Meister angekommen, eventuell wird er dort nie ankommen. Scheitert die Zusammenarbeit zwischen Zenit St. Petersburg und Hulk, so wäre es ein teures Missverständnis, - ein 50 Millionen Euro teures Missverständnis.

EURE MEINUNG: Zenit und Hulk: Ein Missverständnis?

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