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Der russische Fußballverband hob gegen den Willen der FIFA die so genannte „6+5-Regel“ auf. Experten kritisieren die Entscheidung in Hinblick auf die WM 2018.

Moskau. Die russische Premier League weicht die 2008 von der FIFA beschlossene „6+5-Regel“ auf. Ursprünglich sollten in dieser Saison mindestens sechs einheimische Spieler auf dem Platz stehen, nun erlaubt der russische Verband allerdings den Einsatz von sieben Legionären. Auch in der Europäischen Union ist die Ausländerregelung der FIFA nicht in Kraft, weil sie geltenden EU-Gesetzen widerspricht.

Blatters Rohrkrepierer

2008 wollte sich FIFA-Präsident Sepp Blatter mit der „6+5-Regel“ als Beschützer der Nationalmannschaften und nationaler Talente profilieren, indem er den Vereinen ab der Saison 2012/13 vorschreiben wollte, dass sie nur noch maximal fünf Ausländer auf dem Platz haben dürfen. Schon damals kippte die Europäische Union die Regel für den EU-Raum, da sie nicht mit geltenden Gesetzen vereinbar war. Kurz vor dem Inkrafttreten der Regelung stellt sich nun also auch der russische Verband dagegen.

Russischer Verband mit „4+7-Regel“

Auf einer Tagung beschloss der nationale Fußballverband Russlands mit großer Mehrheit, dass man von der FIFA-Regelung abweichen wird. In dieser Saison ist es russischen Mannschaften damit gestattet, bis zu sieben Ausländer auflaufen zu lassen.

Schlechtes Signal für 2018

Experten kritisieren die Entscheidung des Verbandes scharf, da sie ihrer Meinung nach, die Talentförderung im eigenen Land negativ beeinflussen wird. Gerade in Hinblick auf die WM 2018 im eigenen Land sei es unverantwortlich, die FIFA-Regularien bezüglich der Ausländerregelung nicht befolgen zu wollen. Russlands Sportminister Vitaly Mutko kündigte laut Deutscher Presse-Agentur bereits an, die Maßnahme rückgängig machen zu wollen.

EU lehnte Regelung schon 2008 ab

Die EU lehnte die Ausländerregelung der FIFA bereits 2008 ab. Der damalige EU-Kommissar Vladimir Spidla sagte, dass es sich bei der Regel um eine verbotene Diskriminierung von Arbeitnehmern aus Gründen ihrer Nationalität handele. T-online zitierte Spidla damals mit den Worten: „Mannschaften können so viele Spieler aus so vielen Ländern haben, wie sie wollen. Aber die Entscheidung darüber, welcher Spieler aufgestellt wird, sollte ausschließlich von taktischen Überlegungen und der Fitness eines Spielers abhängen, nicht von seiner Nationalität.“

EURE MEINUNG: Haltet Ihr eine Ausländerregelung für sinnvoll oder sollte jeder Verein selbst entscheiden dürfen, ob er auf nationale oder ausländische Spieler setzt?
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