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Erst sorgten Ajax-Hools durch das Abbrennen von Pyrotechnik für eine Unterbrechung des Pokalfinals, dann schockte Gegner Zwolle den Favoriten mit einer richtigen Packung.

Rotterdam. Überschattet von schweren Ausschreitungen seiner Fans hat der niederländische Rekordmeister Ajax Amsterdam eine seiner schlimmsten Demütigungen erlitten. Im vorübergehend wegen der Krawalle unterbrochenen Pokalfinale kassierte der Meister und Spitzenreiter in Rotterdam gegen den krassen Außenseiter PEC Zwolle eine sensationelle 1:5 (1:4)-Pleite und muss weiter auf seinen ersten Pokalerfolg seit 2010 warten.

Das Geschehen im De-Kuip-Stadion geriet jedoch angesichts der Ranadale von Ajax-Hooligans lange in den Hintergrund. Durch den Abschuss von Feuerwerkskörpern und Rauchbomben provozierten die Krawallmacher schon kurz nach dem Anpfiff eine halbstündige Unterbrechung. 

"Hört auf mit der Scheiße"

Nachdem die pyrotechnischen Geschosse der Chaoten schon wiederholt im Ajax-Strafraum gezündet hatten und ein Appell von Amsterdams Sportdirektor Edwin van der Sar ("Hört auf mit der Scheiße, sonst wird das Finale abgebrochen und wir verlieren") erfolglos geblieben war, schickte der Schiedsrichter beide Teams vorübergehend in die Kabine. Nach Wiederbeginn blieben weitere Zwischenfälle aus.

"Was sich unsere Fans geleistet haben, ist ein Skandal", distanzierte sich Amsterdams Trainer Frank de Boer nach Spielschluss von den Krawallmachern. Der Ex-Nationalspieler wollte die Vorkommnisse jedoch nicht als Erklärung für das Debakel seiner Elf akzeptieren: "Das kann und darf keine Ausrede sein."

Der Tabellenneunte Zwolle, der den frühen 0:1-Rückstand nach der Unterbrechung in seinem insgesamt dritten Cupendspiel schon bis zur Pause in ein 4:1 umgewandelt hatte, feierte durch den Triumph über die hochfavorsierten Ajacieden den ersten Titel seiner 104-jährigen Vereinsgeschichte. Als Nachfolger des AZ Alkmaar nimmt das vom Deutsch- und Geschichtslehrer Ron Jans trainierte Team, aus dem einst die Topspieler Johnny Rep und Jaap Stam hervorgegangen waren, erstmals an einem internationalen Wettbewerb teil.

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