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Nach dem Tod eines Linienrichters wird in den Niederlanden über die Ursachen diskutiert. In Almere kam es zu einem Trauermarsch.

Amsterdam. Im niederländischen Almere haben 12.000 Menschen an einem Trauermarsch für den vor knapp einer Woche totgeprügelten Linienrichter Richard Nieuwenhuizen teilgenommen. Der Marsch vollzog sich über drei Kilometer vom örtlichen Stadion bis zum Sportplatz der Buitenboys, wo Nieuwenhuizen vergangene Woche durch Jugendspieler des SV Nieuw-Sloten Amsterdam zusammengeschlagen worden war.

Ferner wurden in den Spielen der heimischen Eredivisie Schweigeminuten eingelegt. In den Amateurligen wurde der Betrieb ganz eingestellt. Fußballprominente wie Johan Cruyff fordern derweil ein Umdenken, was die bisherigen Gesetze angeht. 

Cruyff sieht Schuld bei Eltern

Geht es nach Cruyff, sollte man bereits bei den Eltern ansetzen. Schlechte Vorbilder bzw. mangelnde Erziehung sind für ihn die Hauptgründe für Angriffe gegen Schieds- und Linienrichter. In der Kreiszeitung wird der Vizeweltmeister von 1974 folgendermaßen zitiert: „Ich finde, dass das Benehmen mancher Eltern an der Seitenlinie bei Fußballspielen ihrer Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren skandalös ist. Also müssen wir damit beginnen, Normen und Werte auch für die Eltern aufzustellen.“

Cruyff fordert deshalb ein Gesetz, wonach es möglich sein sollte, gewisse Personen von Spielen fernzuhalten: „Dem Fußballverband KNVB wird nun auch Schuld zugewiesen, vielleicht hätte er auch etwas mehr tun müssen. Aber da muss ein Gesetz kommen, das dem Verband ermöglicht, Personen auszuschließen.“

„Totschlag ist ein gesellschaftliches Problem“

Gertjan Verbeek, Trainer des holländischen Erstligisten AZ Alkmaar geht im Interview mit Telegraaf einen Schritt weiter und sieht ein grundsätzliches Problem in der Gesellschaft: „Sie beginnen wieder mit Symptombekämpfung. Aber wo bleibt das Fußballgesetz? Dieser Totschlag ist ein gesellschaftliches Problem. Die Politik und der KNVB lassen uns in der Kälte stehen. Das Problem wird nicht mit einer Schweigeminute gelöst. Im vergangenen Jahr wurde ein Zuschauer von einem Spieler totgetreten. Ist damals etwas passiert?

Derweil wurde seitens der Behörden der Leichnam von Richard Nieuwenhuizen zur Beerdigung freigegeben. Die Einäscherung soll am heutigen Montag erfolgen.


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