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Finanznot Totaal: 7 holländische Proficlubs starten mit Minuspunkten in die Saison
Am kommenden Wochenende startet die Eredivisie in die neue Saison. Die Vorzeichen 2010/2011 könnten jedoch düsterer nicht sein: Obwohl in den Niederlanden schon seit Jahren gespart wird, geraten immer mehr Proficlubs in Sachen Lizenzvergabe in die Bredouille. Der niederländische Fußballverband KNVB hat eines der drakonischsten Lizenzsysteme Europas – strenger als das der Bundesliga – und greift hart durch. Sieben Proficlubs starten mit Minuspunkten in die kommende Saison, davon ein Ehrendivisionär.
Von Daniel BUSE & François DUCHATEAU
Amsterdam. Am Mittwoch veröffentlicht der niederländische Fußballverband seinen Bericht über die finanzielle Situation der Klubs in der ersten und zweiten Liga Hollands. Schon jetzt wurde bekannt, dass es um viele Vereine nicht gut aussieht. Es müssen viel mehr Klubs ihre Finanzen in Ordnung bringen als vorher angenommen. Der Nachrichtensender RTL Nieuws veröffentlichte die Ergebnisse allerdings schon vorher – und vermeldete Besorgnis erregende Neuigkeiten.
Nur ein Erstligist ist gesund
Demnach befinden sich allein 12 Vereine in der „Kategorie 1“, das bedeutet unter Aufsicht des Fußballverbandes. Innerhalb von drei Jahren müssen diese Klubs ihren Etat anpassen, um die Profilizenz weiterhin behalten zu können. Das betrifft Vereine wie Feyenoord Rotterdam, NEC Nijmegen und Roda JC Kerkrade. Mit dem SC Heerenveen bekam wurde nur ein Erstligist als „finanziell gesund“ in der „Kategorie 3“ eingeordnet. Der Rest – also auch Ajax Amsterdam und Meister FC Twente - befindet sich in der „Kategorie 2“ und wird vom KNVB genau beobachtet. Als Grund für die finanzielle Schieflage bei vielen Vereinen gibt der Fußballverband nicht die von den Klubs genannte allgemeine schlechte wirtschaftliche Situation an, sondern nennt unter anderem die zu hohen Spielergehälter.
Vor allem Ajax Amsterdam und Feyenoord haben im letzten Jahrzehnt Verträge auf Champions-League-Niveau verteilt, doch konnten sportliche Versprechen nicht halten. Nun stehen beide Vereine vor dem Spagat, einerseits den Club zu sanieren, andererseits auch auf dem Rasen weiter möglichst erfolgreich zu sein. Vor allem den Rotterdamern sind dabei die Hände gebunden: „Wenn wir ein neues Becken für 75.000 € anschaffen wollten, müssten wir erst den Verband um Zustimmung fragen und Garantieren für die Deckung dieser Investition vorlegen“, beschreibt Sportdirektor Erik Gudde die Zustände des Traditionsclubs im Interview mit Voetbal International. Das Problem des UEFA-Cup-Siegers von 2002: Die Konkurrenz aus Twente, Utrecht, Heerenveen, Alkmaar und Groningen schläft nicht und hat mehr Luft für Verstärkungen. Feyenoords Jugendarbeit ist zwar weiterhin vorbildlich, aber mit elf Teenies kann man in keiner Liga bestehen. Trotz des Sparkurses müssen die Rotterdamer in den europäischen Plätzen landen, sonst fällt das Kartenhaus in sich zusammen: Kein Erfolg, keine Sponsoren, kein Geld, keine Zukunft.
Ajax: Die Zeit des Pokerns ist vorbei
Auch bei Ajax musste ein Umdenken stattfinden, und daran musste sich auch erst Trainer Martin Jol gewöhnen, wie Sportdirektor Rik van den Boog darstellt: „ Jol ist der Chef auf technischem Gebiet, ich auf finanziellem. Er wollte, dass Dennis Rommedahl bleibt, aber ich habe gesagt unter welchen Umständen dies passiert.“ Der Däne verdient nun in Griechenland etwa drei- bis viermal so viel, als ihm der Rekordmeister angeboten hat. Emile Mpenza bevorzugt ein Angebot aus Aserbaidschan und auch Neueinkauf Mounir El Hamdaoui hatte sich zunächst mehr versprochen. Der Ex-Torschützenkönig gab am Ende der Zitterpartie nach, als Ajax sich bereits nach Alternativen wie Mido umsah, der immer noch ein Thema ist, aber ebenfalls wenig Lust an einen leistungsorientierten Vertrag hat. Die Zeit des Pokerns in der Hauptstadt ist vorbei. Kreativität ist gefragt. Und dieser Aufgabe stellt sich Jol nun, Fulham erteilte er eine Absage, nachdem der Ex-Hamburger spürte, dass Ajax seine Ambitionen teilt. Immerhin für die übernächste Saison sieht man wieder Licht am Ende des Tunnels: Viele langfristige Verträge teurer Bankdrücker laufen aus und Ajax hat endlich mehr Spielraum in der Kaderplanung. Die Qualifikation zur Champions League würde dem international populärem Verein sofort helfen, wieder auf die richtige Spur zu kommen.
Selbstzerstörung: Hart aber fair?
Man merkt: Schluss mit lustig in den Niederlanden. Die harte Hand des Verbandes bekamen nun sieben Proficlubs zu spüren. Dramatisch hat es die zweithöchste Jupiler League getroffen: Kultclub MVV Maastricht beginnt mit acht Strafpunkten, Apeldoorn mit sechs, Almere und Veendam mit drei, Fortuna Sittard und Dordrecht mit einem. Erstligist NAC Breda wird mit einem Minuspunkt in die Saison starten, nachdem im Januar und Februar Abgaben zu spät überwiesen wurden. Ursprünglich waren zwei Zähler angedacht. Hart aber fair? Letzten Endes schneidet sich der KNVB mit übertriebener Härte vielleicht sogar ins eigene Fleisch: Denn gerade die angeschlagenen Clubs werden wenig an ihrer Situation verbessern können, wenn sie gleichzeitig auch noch sportliche Handicaps bewältigen müssen, um Sponsorengelder zu finden. Und das schadet der ganzen Nation: Obwohl zuschauertechnisch der Niederlande nur noch 1.000 Dauerkarten fehlen, um Frankreich einzuholen, sackte man in der UEFA-Fünfjahreswertung immer weiter ab. Holland stehen schwierige Zeiten bevor.
Eure Meinung: Wäre auch in anderen europäischen Ligen ein genaueres Kontroll- und Lizenzierungssystem für die Vereine wünschenswert?
Nur ein Erstligist ist gesund
Demnach befinden sich allein 12 Vereine in der „Kategorie 1“, das bedeutet unter Aufsicht des Fußballverbandes. Innerhalb von drei Jahren müssen diese Klubs ihren Etat anpassen, um die Profilizenz weiterhin behalten zu können. Das betrifft Vereine wie Feyenoord Rotterdam, NEC Nijmegen und Roda JC Kerkrade. Mit dem SC Heerenveen bekam wurde nur ein Erstligist als „finanziell gesund“ in der „Kategorie 3“ eingeordnet. Der Rest – also auch Ajax Amsterdam und Meister FC Twente - befindet sich in der „Kategorie 2“ und wird vom KNVB genau beobachtet. Als Grund für die finanzielle Schieflage bei vielen Vereinen gibt der Fußballverband nicht die von den Klubs genannte allgemeine schlechte wirtschaftliche Situation an, sondern nennt unter anderem die zu hohen Spielergehälter.

Vor allem Ajax Amsterdam und Feyenoord haben im letzten Jahrzehnt Verträge auf Champions-League-Niveau verteilt, doch konnten sportliche Versprechen nicht halten. Nun stehen beide Vereine vor dem Spagat, einerseits den Club zu sanieren, andererseits auch auf dem Rasen weiter möglichst erfolgreich zu sein. Vor allem den Rotterdamern sind dabei die Hände gebunden: „Wenn wir ein neues Becken für 75.000 € anschaffen wollten, müssten wir erst den Verband um Zustimmung fragen und Garantieren für die Deckung dieser Investition vorlegen“, beschreibt Sportdirektor Erik Gudde die Zustände des Traditionsclubs im Interview mit Voetbal International. Das Problem des UEFA-Cup-Siegers von 2002: Die Konkurrenz aus Twente, Utrecht, Heerenveen, Alkmaar und Groningen schläft nicht und hat mehr Luft für Verstärkungen. Feyenoords Jugendarbeit ist zwar weiterhin vorbildlich, aber mit elf Teenies kann man in keiner Liga bestehen. Trotz des Sparkurses müssen die Rotterdamer in den europäischen Plätzen landen, sonst fällt das Kartenhaus in sich zusammen: Kein Erfolg, keine Sponsoren, kein Geld, keine Zukunft.
Ajax: Die Zeit des Pokerns ist vorbei
Auch bei Ajax musste ein Umdenken stattfinden, und daran musste sich auch erst Trainer Martin Jol gewöhnen, wie Sportdirektor Rik van den Boog darstellt: „ Jol ist der Chef auf technischem Gebiet, ich auf finanziellem. Er wollte, dass Dennis Rommedahl bleibt, aber ich habe gesagt unter welchen Umständen dies passiert.“ Der Däne verdient nun in Griechenland etwa drei- bis viermal so viel, als ihm der Rekordmeister angeboten hat. Emile Mpenza bevorzugt ein Angebot aus Aserbaidschan und auch Neueinkauf Mounir El Hamdaoui hatte sich zunächst mehr versprochen. Der Ex-Torschützenkönig gab am Ende der Zitterpartie nach, als Ajax sich bereits nach Alternativen wie Mido umsah, der immer noch ein Thema ist, aber ebenfalls wenig Lust an einen leistungsorientierten Vertrag hat. Die Zeit des Pokerns in der Hauptstadt ist vorbei. Kreativität ist gefragt. Und dieser Aufgabe stellt sich Jol nun, Fulham erteilte er eine Absage, nachdem der Ex-Hamburger spürte, dass Ajax seine Ambitionen teilt. Immerhin für die übernächste Saison sieht man wieder Licht am Ende des Tunnels: Viele langfristige Verträge teurer Bankdrücker laufen aus und Ajax hat endlich mehr Spielraum in der Kaderplanung. Die Qualifikation zur Champions League würde dem international populärem Verein sofort helfen, wieder auf die richtige Spur zu kommen.Selbstzerstörung: Hart aber fair?
Eure Meinung: Wäre auch in anderen europäischen Ligen ein genaueres Kontroll- und Lizenzierungssystem für die Vereine wünschenswert?
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