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Der Stab des kroatischen Fußballverbandes wird nach der EM kräftig durch gewirbelt, die Fäden zieht allerdings ein Einzelner. Igor Stimac soll die Trainernachfolge antreten.

Zagreb. Der ehemalige Volksheld und Torschützenkönig der WM 1998, Davor Suker, wird sehr wahrscheinlich neuer Präsident des kroatischen Fußballverbandes. Die Trainer-Nachfolge von Slaven Bilic tritt allem Anschein nach Sukers damaliger Nationalmannschaftskollege Igor Stimac an.

Rücktritt von Markovic

„Ich habe mich dazu entschieden, das Amt des Präsidenten des kroatischen Fußballverbands nach der Euro 2012 niederzulegen“, dies waren die Worte des umstrittenen Noch-Präsidenten Vlatko Markovic auf einer Pressekonferenz. Gleichzeitig sollte diese Aussage der Beginn einer neuen Ära im kroatischen Fußball werden.

Davor Suker neuer Präsident?

Dabei soll kein Geringerer als der ehemalige Weltstar Davor Suker das Oberhaupt stellen. Der Torschützenkönig der WM 1998, der auch maßgeblich an der 0:3-Pleite der deutschen Nationalmannschaft im damaligen Viertelfinale beteiligt war, soll das Amt ab dem 1. Juli bekleiden. Die Zügel bei dieser Entscheidung hält aber jemand ganz anderes in der Hand: Zdravko Mamic.

Wer ist Mamic?

Dieser ist der Bruder des ehemaligen Bundesliga-Routiniers, Zoran Mamic, der in Deutschland über 200 Partien in der ersten und zweiten Bundesliga absolvierte.  Zdravko avancierte im Jahr 2003 zum Präsidenten Dinamo Zagrebs, Rekordmeister in Kroatien, und ist auch Mitglied und heimlicher Bestimmer im Vorstand des Verbandes.

Ein Herrscher als Präsident

Gute Vorraussetzungen - eigentlich. Mamic ist jedoch sowohl in Zagreb als auch in ganz Kroatien mehr als umstritten: Neben 15 Trainerentlassungen, Manipulationsverdachten, Spielerbeleidigungen, Medienskandalen, diktatorischen Maßnahmen und dem dadurch entstandenen Heimspiel-Boykott der eigenen Fans, der schon seit über einem Jahr anhält, ist es mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass er der Hauptprofitträger aus den jährlichen Transfers von kroatischen Talenten zu Spitzenklubs ist, darunter zählen auch die Wechsel von den Top-Stars Luka Modric und Eduardo da Silva sowie Bayer Leverkusens Vedran Corluka.

Stimac wohl neuer Trainer

Absurderweise ist der 52-Jährige aber noch immer an der Macht, was wohl auch die neusten Personalentscheidungen beeinflusste. Suker, der für das Amt als Präsident aus der Zagreber Kandidatur stammt, arbeitet bekanntermaßen mit Mamic zusammen.

Der gigantische Einfluss des Dinamo-Präsidenten wird aber erst wirklich in der neuen Trainer-Personalie deutlich: Igor Stimacc, mit Kroatien WM-Dritter 1998, soll das Amt laut kroatischen Medienwohl übernehmen.
Dabei hatte dieser sich mit Mamic noch im vergangenen Jahr öffentlich angelegt, galt als sein größter Kritiker und Gegenanwärter auf den wichtigsten Posten als Präsidenten.

In einem plötzlichen Umdenken gibt sich Stimac aber nun mit dem Trainerposten zufrieden, der verbale Krieg der einstigen Kontrahenten fand ebenfalls ein jähes Ende und machte Platz für Lobeshymnen beiderseits.

Schwere EM-Gruppe

Auch Slaven Bilic, aktueller Nationaltrainer, der in der kommenden Saison Lokomotive Moskau übernimmt, wird der deutliche Einfluss von Mamic bei den Kadernominierungen und Aufstellungen nachgesagt.
Zumindest rein sportlich geht’s bei der führenden Balkankraft aufwärts: Nachdem man 2010 in Südafrika von zu Hause aus zuschauen musste, ist man in Polen und der Ukraine wieder dabei.
In Gruppe C  trifft man auf Titelverteidiger Spanien, Italien und Irland.

Eure Meinung: Umschwung im kroatischen Fußball oder nur Personalientausch?

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