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Er ist Chelseas Spieler des Jahres und um ihn ranken sich heiße Wechselgerüchte: Wie geht es nach der WM mit Eden Hazard weiter?

London. Eden Hazard wird als eines der größten Talente weltweit zur Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen. Hinter ihm liegt eine Saison, in der er nochmals einen Entwicklungssprung vollzogen hat.

Zwar blieb sein FC Chelsea 2013/14 ohne Titel. Doch der Belgier erzielte 14 Tore in der Premier League und stellte damit einen neuen persönlichen Bestwert auf. Zudem lieferte er sieben Assists und schnappte sich die Auszeichung des PFA Young Player of the Year.

Ziel ist der Ballon d'Or

Belgiens Nationalmannschaft ist zurück im Kreis der Elite und Fans und Klubverantwortliche werden genau verfolgen, wie er sich auf der ganz großen Bühne präsentiert.

Hazard hat Spieler wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo im Visier. Ihr Level möchte Hazard erreichen. Er hat kürzlich noch klargestellt, dass der Gewinn des Ballon d'Or sein großes Ziel sei.

Sein Trainer Jose Mourinho traut ihm zu, das Niveau der Superstars aus Barcelona und Madrid erreichen zu können. Der Portugiese bezeichnete seinen Spielgestalter als besten jungen Spieler der Welt. Er warb für für Geduld und Zeit von Fans und Medien und dann werde Hazard in neue Höhen vorstoßen.

Doch so viel Lob regnete es nicht die ganze Saison über für den Ex-Star des OSC Lille. In einer Chelsea-Mannschaft, die von The Special One trainiert wird, darf sich kein Spieler defensive Nachlässigkeiten erlauben. Hazard hat es nicht immer geschafft, sowohl im finalen Spielfelddrittel für die Entscheidung zu sorgen und gleichzeitig seinen Außenverteidiger zu nach hinten zu unterstützen.

"Er ist nicht der Spieler, der sich zu 100 Prozent für die Mannschaft opfert"

Frustriert konstatierte er nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Atletico Madrid: "Chelsea ist nicht darauf ausgelegt, Fußball zu spielen. Wir sind gut im Konter, ein wenig wie Real gegen die Bayern." Und er ergänzte: "Manchmal bin ich gefordert, alles allein zu machen und das ist nicht einfach. Es war ein schwieriges Spiel. Es wird uns eine Lektion für das nächste Jahr sein."

Wie erwartet folgte Mourinhos Antwort umgehend: "Eden ist ein Spieler, der mental noch nicht bereit genug ist, zu seinem Außenverteidiger zu schauen und ihm das Leben schwer zu machen. Schauen sie sich das erste Atletico-Tor an und sie sehen genau, welcher Fehler zum Gegentreffer geführt hat. Eine perfekte Mannschaft auf Topniveau darf solche Fehler nicht begehen."

"Er ist nicht der Spieler, der sich zu 100 Prozent für die Mannschaft opfert. Nein, ich bin nicht zufrieden (mit seiner Defensivleistung). Ich spreche mit ihm die ganze Saison über und ich habe die ganze Saison über versucht, ihn zu verbessern", so Mourinho weiter.

Im folgenden Spiel an der Stamford Bridge daheim gegen Norwich musste Hazard zunächst auf der Bank Platz nehmen. Er kam zur zweiten Halbzeit, als die Gäste den Blues das Leben schwermachten. Er war anschließend zwar der beste Akteur auf dem Rasen, doch auch er fand keinen Weg durch die starke verteidigende Norwich-Defensive. Schließlich bedeutete dieses Spiel das Ende der theoretisch noch vorhandenen Titelchancen Chelseas.

In Paris schwärmen sie von Hazard

Dass Hazard London im Sommer verlässt, ist nach wie vor unwahrscheinlich. Doch seine Unzufriedenheit lässt sich nicht wegdiskutieren. Am Ende des Tages haben nur wenige Spieler wegen ihrer Defensivqualitäten den Ballon d'Or gewonnen...

Mourinho auf der anderen Seite wird in der Vorbereitung auf die nächste Saison Steigerungen in der Rückwärtsbewegung von Chelseas Spieler des Jahres sehen wollen. Schafft Hazard es nicht, sollte ihm Juan Mata ein warnendes Beispiel sein. Er war 2012 und 2013 Spieler der Saison beim Champions-League-Sieger von 2012 und musste dennoch im Januar gehen.

Hazard wird nach der WM viele Bewunderer haben, allerdings nur wenige ernsthafte Interessenten. Ganz sicher mit dabei ist gewiss Paris Saint-Germain.

Der französische Meister hat eine Reihe Chelsea-Kicker auf der Liste. Brasiliens Nationalverteidiger David Luiz wird bereits in die französische Hauptstadt wechseln und zum teuersten Abwehrspieler aller Zeiten. Trainer Laurent Blanc schwärmte außerdem von Mittelfeldspieler Oscar und Präsident Nasser Al-Khelaifi, Yohan Cabaya und Thiago Silva äußerten sich in den letzten Wochen positiv über Hazard.

Witze über eine Ligue-Un-Rückkehr

Al-Khelaifi verriet außerdem, dass PSG bereits 2012 die Chance gehabt habe, den 23-Jährigen zu verpflichten. Damals habe man sich aber dagegen entschieden, Chelsea in die Parade zu fahren, um das gute Verhältnis beider Vereine nicht zu gefährden.

Hazard selbst erklärte daraufhin mit einem Augenzwinkern, ein Wechsel nach Paris sei eine Möglichkeit, falls seine Frau ihn zu einer Rückkehr nach Frankreich dränge.

Paris' Bemühungen hängen natürlich auch stark von den Strafen ab, die der Klub wegen seines Bruchs des Financial Fair Play aufgebrummt bekommen hat.

Frankreichs Meister muss eine Strafe in Höhe von 60 Millionen Euro zahlen. 40 Millionen davon bekommt der Verein zurück, falls er seine "Ausgaben auf dem Transfermarkt in den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 deutlich senkt", so das Urteil der Uefa.

"Ich hole die Spieler, die ich will"

Al-Khelaifi hat allerdings schon klargestellt, dass dieses Urteil die Transferpolitik des schwerreichen Blanc-Klubs nicht beeinflussen wird. "Die Spieler, die ich will, die werde ich holen", sagte er gemäß L'Equipe.

Keine Frage, es wäre ein spektakuläres Angebot nötig, um eines der größten Talente der Welt von Chelsea unter den Eiffelturm zu locken.

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