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Eine Woche nach der Bestrafung wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play hat PSG den brasilianischen Abwehrspieler verpflichtet - für 50 Millionen Euro.

London/Köln. David Luiz geht nach Paris. Nicht der Liebe wegen, Romantik gibt es im Fußball nicht mehr. Der Wechsel des brasilianischen Verteidigers vom FC Chelsea zum französischen Meister Paris Saint-Germain ist knallhartes Business. Für angeblich 50 Millionen Euro wechselt Luiz die Vereinsfarben und wird damit unfreiwillig zum Gegenstand der Debatte über das Financial Fair Play (FFP).

Es ist kaum mehr als eine Woche her, da sanktionierte die Europäische Fußball-Union (UEFA) neun europäische Klubs wegen Verstößen gegen die Finanzrichtlinien. Darunter neben dem neuen englischen Meister Manchester City auch PSG - 60 Millionen Euro Strafe müssen die Franzosen bezahlen. Jetzt kauft Paris den Verteidiger Luiz für eine Rekordsumme: nie war ein Abwehrspieler teurer.

Die unterschwellige Botschaft des katarischen Klub-Präsidenten Nasser Al-Khelaifi lautet folglich: Seht her, mich interessieren die Strafen nicht. Für mich gelten andere Regeln. Mein Portemonnaie ist schier unerschöpflich.

"Die Spieler, die ich haben möchte, werde ich auch bekommen", hatte der milliardenschwere Scheich jüngst im AFP-Gespräch gesagt. "Diese Sache", sagte Al-Khelaifi und meinte das Bußgeld, "ändert nichts an unserem Projekt, der Motivation des Klubs und den Spielern."

Al-Khelaifi: "Unser Traum ist größer"

Die Strafe werde man "respektieren und akzeptieren", sagte der Scheich, dessen Klub neben einer Kaderbegrenzung von 25 auf 21 Spieler für die Champions League auch zur Einhaltung eines Finanzplans bis 2017 verpflichtet wurde. "Aber nichts und niemand wird uns stoppen, unser Traum ist größer", sagte Al-Khelaifi. Am Freitagabend wurden sich die Klubs über den Luiz-Transfer einig.

Für den deutschen Meister Bayern München bedeutet das, dass trotz der Sanktionen Spieler dieser Kategorie auch künftig schwer zu bekommen sein dürften. Der Rekordmeister hatte Luiz als Ergänzung zu dessen Landsmann Dante auf dem Zettel.

Sportlich betrachtet ist der Wechsel des robusten Nationalspielers mit den wilden Korkenzieherlocken ein Gewinn für PSG-Trainer Laurent Blanc. In vier Spielzeiten bei Chelsea flog Luiz (27) nie vom Platz, sammelte nur 22 Gelbe Karten und erzielte dabei noch sechs Tore.

Thiago Silva als "neuer" Partner

Bei PSG dürfte er mit Landsmann Thiago Silva die Innenverteidigung bilden. Der 29 Jahre alte Kapitän der Seleção war 2012 im Paket mit Zlatan Ibrahimovic für 62 Millionen Euro aus Mailand an die Seine gewechselt. Mit Luiz wird der Klub, der im Viertelfinale der Champions League ausgerechnet an Chelsea gescheitert war, stabiler werden.

Nach der ersten nationalen Meisterschaft seit 20 Jahren will PSG nun in Europa hoch hinaus. Natürlich mit viel Geld und unter den wachen Augen der UEFA-Finanzkontrolleure. Dabei sind die Transferausgaben für die Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 "signifikant" limitiert.

Al-Khelaifi ficht das nicht an. "Unser Ziel, einen der besten und wettbewerbsfähigsten Vereine im europäischen Fußball aufzubauen, wird durch diese Maßnahmen nicht untergraben", sagt der Scheich. Mit der Verpflichtung von David Luiz hat er das eindrucksvoll demonstriert.

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