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Die Serie A hat im Sommer wieder internationale Hochkaräter angelockt. Der Weltmeistertrainer von 2006 macht sich deshalb Sorgen um den Nachwuchs.

Guangzhou. Marcello Lippi, Weltmeistertrainer von 2006 und mittlerweile Coach des chinesischen Erstligisten Guangzhou Evergrande, macht sich Sorgen um Italiens Fußball-Nachwuchs. Grund dafür ist die steigende Ausländerquote in der Serie A.

Nur leichter Zuwachs

"Es sind zu viele Ausländer im italienischen Fußall. In dieser Hinsicht muss ich Cesare Prandelli zustimmen", äußerte sich der 65-Jährige gegenüber der Gazzetta dello Sport kritisch. Er habe zwar kein Problem damit, "wenn ein Team einen wichtigen ausländischen Spieler kauft." Sollte ein Profi aus dem Ausland aber nur deshalb geholt werden, "weil er einen anderen Pass besitzt, kann ich dies nicht gutheißen."

In der abgelaufenen Transferperiode konnten die Top-Klubs des Landes international angesehene Profis wie Gonzalo Higuain, Mario Gomez oder Carlos Tevez verpflichten, die Ausländerquote stieg insgesamt aber nur leicht von 53,8 Prozent auf 54,1 Prozent. Lippi ärgert sich dennoch: "Es ist einfach falsch, dass über 50 Prozent der Serie-A-Profis Ausländer sind. Wenn sich das so fortsetzt, wird es für vielversprechende Talente wie Manolo Gabbiadini, Marco Verratti und Lorenzo Insigne schon bald keinen Platz mehr geben."

Nationalspieler aus der Serie C

Der 65-Jährige hatte noch ein warnendes Beispiel parat, musste den Blick dafür sogar nur leicht in die Vergangenheit richten. "Als Ciro Ferrara Italiens U21 trainierte (2010-2012, d. Red.) hatte er keine andere Wahl als Spieler aus der Serie B und C zu berufen. Wir riskieren es, wieder in diese Situation zu gelangen und ich frage mich, wieso wir das sollten", so Lippi.

Tatsächlich scheint zwischen dem Anteil ausländischer Profis und dem Erfolg der jeweiligen Nation ein Zusammenhang zu bestehen. So stehen die Engländer, die mit einer Quote von 69,5 Prozent weit vor den anderen Top-Ligen rangieren, nur auf Platz 14 der Weltrangliste. Die Spanier hingegen führen eben jene Wertung an, gleichzeitig liegt der Anteil an Ausländern in der Primera Division bei nur 40,4 Prozent. Deutschland (45,8 Prozent) folgt sowohl in dieser Hinsicht, als auch in der Weltrangliste. Italien nimmt dort den sechsten Rang ein.

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