thumbnail Hallo,

"Tormaschine" Mario Gomez: Neue Sprache wichtiger als Titel

Mario Gomez verteidigt seinen Wechsel vom FC Bayern zum AC Florenz. Sein Ziel sei es, am Ende der Karriere noch eine Sprache perfekt zu beherrschen. Das sei wichtiger als Titel.

Mainz. Die Kommunikation in seiner neuen Heimat fordert von Mario Gomez nach seinem Wechsel vom FC Bayern München derzeit noch vollen Körper-Einsatz. "Ich verständige mich auf Italienisch, Englisch, Spanisch, mit Händen und mit Füßen", erklärte der 28-Jährige. Seine spanischen Wurzeln helfen ihm beim AC Florenz: "Wenn sich meine Mitspieler unterhalten, verstehe ich schon, worum es geht. Ich werde mir aber auf jeden Fall einen Italienisch-Lehrer holen. Um mich gut zu verständigen und gut anzukommen."

Die Sprache, das merkt man sofort, ist Mario Gomez wichtig. Und sie war, wie er selbst beteuert, ein ganz wichtiger Grund für seinen Wechsel vom Triple-Sieger Bayern München zum AC Florenz. "Für manche ist es vielleicht nicht so verständlich, weil sie sich über Titel definieren", sagte Gomez: "Aber vielleicht ist es am Ende der Karriere schöner, noch eine Sprache perfekt zu beherrschen als Titel mehr zu haben."

Mario Gomez: Titel ohne Stammplatz begrenzt wertvoll

Weitere Titel, die wären ihm in München in den nächsten drei Jahren nahezu sicher gewesen. Doch sie hätten für ihn nur einen begrenzten Wert gehabt, weil ein Stammplatz illusorisch gewesen wäre. Den hatte er schon im Vorjahr nicht, und der neue Bayern-Trainer Pep Guardiola wird wohl verstärkt auf die "falsche Neun" statt auf einen echten Mittelstürmer setzen.

"Ich habe mir gedacht: Ich kann bei Bayern bleiben, sitze vielleicht drei Jahre auf der Bank und habe drei Meisterschaften mehr", erklärte Gomez: "Oder ich kann mich weiterentwickeln als Spieler und Person. Natürlich ist es mir nicht leicht gefallen, von Bayern München wegzugehen. Aber schon als kleines Kind hatte ich die Vision und den Traum, im Süden zu spielen."

AC Florenz: Risiko und Herausforderung

Mit Florenz, wo ihm die Tifosi einen überwältigenden Empfang bereiteten, hat Gomez sich aber für einen Klub, der nicht unbedingt der Beletage des europäischen Fußballs angehört, entschieden und geht damit auch ein kleines Risiko. "Ich hoffe, dass es gut geht", sagte er: "Vielleicht sitzen wir in einem Jahr hier, und es war alles nix. Aber ich gehe davon aus, dass es klappen wird." In jedem Fall sei es "genau die Herausforderung, die ich gesucht habe".

Auch Bundestrainer Joachim Löw ist glücklich über die Wahl seines Stürmers Nummer zwei. "Aufgefordert habe ich ihn natürlich nicht. Aber ich habe ihn in seiner Entscheidung bestärkt", betonte der 53-Jährige: "Er war überzeugt vom Konzept in Florenz", erläuterte Löw: "Es ist eine Mannschaft, die sehr offensiv spielt, was ihm sehr entgegenkommt. Und Mario ist es ohnehin vor allem wichtig, zu spielen. Wenn er Vertrauen genießt, ist er eine Tormaschine. Wenn er spürt, dass er gebraucht wird, und wenn das Spiel auf ihn zugeschnitten war, hat er immer viele und entscheidende Tore gemacht."

Kontakt mit Miroslav Klose

Doch trotz aller Überzeugung waren die ersten Wochen in Italien für den gebürtigen Schwaben eine Qual. "Da ich vorher auch noch mit den Bayern in Italien war, war ich nun vier Wochen im Trainingslager", sagte er schmunzelnd: "Das braucht man eigentlich nicht."

Freude habe dies allenfalls bei Miroslav Klose ausgelöst, der schon zwei Jahre länger bei Lazio Rom spielt. "Miro hat mir einige SMS geschrieben", berichtete Gomez: "Er hat mir immer berichtet, dass italienische Trainingslager etwas anderes sind. Nun hat er Freude daran, dass ich das auch mal erlebe."

"Großartig, Pep Guardiola kennenzulernen"

Eine Freude waren für Gomez nach eigenem Bekunden die zwei ersten Saisonwochen in München. "Es war großartig, Pep Guardiola noch mal kennenzulernen", berichtete er: "Ich war als Kind Barcelona-Fan, und damals war Guardiola ein großer Spieler. Wie er Fußball vermittelt, ist sehr beeindruckend. Und auch als Mensch ist er großartig, demütig ohne Ende."

Er hätte Gomez auch sicher noch ein paar Titel bescheren können. Aber zu spielen und eine neue Sprache zu lernen, ist diesem wichtiger.

EURE MEINUNG: Ist der Wechsel vom FC Bayern zum AC Florenz für Mario Gomez der richtige Schritt?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf 
 oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig