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Kevin-Prince Boateng will mit dem AC Mailand wieder den Titel in der Serie A gewinnen

Kevin-Prince Boateng: "Guardiola wird einschlagen, das ist sicher"

Kevin-Prince Boateng will mit dem AC Mailand wieder den Titel in der Serie A gewinnen

Getty Images

Der AC Milan holte beim Audi Cup den dritten Platz. Kevin-Prince Boateng gibt als Ziel trotzdem die Meisterschaft aus. Gleichzeitig schielt der Berliner nach Deutschland.

München. Der AC Mailand holte beim Audi Cup 2013 in München den dritten Platz. Kevin-Prince Boateng gibt als Mailands Ziel trotzdem die Meisterschaft aus. Gleichzeitig schielt der gebürtige Berliner aber nach Deutschland. Dass Pep Guardiola mit Bayern München Erfolg haben wird, ist für den 26-Jährigen sicher. Er selbst fiebert aber mit Borussia Dortmund.

Noch immer ist Boateng von der Triple-Saison der Münchner beeindruckt, wie er imSPOX-Interview erklärte. "Was die Bayern letztes Jahr geleistet haben, ist einfach unmenschlich gewesen. Mit so einer Konstanz. Und jetzt noch mit dem besten Trainer der Welt. Ich weiß nicht, wo es noch hingehen soll", verneigte sich der Mittelfeldspieler, dessen Halbbruder Jerome Boateng in München spielt: "Guardiola wird einschlagen, das ist sicher."

Nach den jüngsten internationalen Erfolgen von München und Dortmund kann sich Boateng, der beim AC Milan zum Star aufgestiegen ist, auch eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen. "Klar ist die Bundesliga immer interessant. Gerade jetzt. Für mich ist sie die beste Liga der Welt", sagte Boateng: "Mit welchem Tempo dort gespielt wird, das sind alles Athleten, alles junge Spieler. Klar, ich will zu hundert Prozent wieder in die Bundesliga."

"Dortmund ist mein Lieblingsverein"

Der ghanaische Nationalspieler stand 2009 ein halbes Jahr bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Noch heute erinnert er sich gern. "In sechs Monaten hatte ich eine Bindung zu allen Spielern, zu allen Fans, das war einfach überragend. Deswegen ist er seit dieser Zeit mein Lieblingsverein", erklärte Boateng, der nach eigener Aussage jedes Spiel verfolgt und noch immer mit Trainer Jürgen Klopp und seinen früheren Mannschaftskollegen Nuri Sahin, Jakub Blaszczykowski, und Marcel Schmelzer Kontakt hält.

Damals galt Boateng noch als Problemspieler. Spätestens nachdem er im Spiel FC Portsmouth gegen den FC Chelsea Michael Ballack vor der Weltmeisterschaft 2006 verletzte, löste sein Name in Deutschland negative Emotionen aus.

Bad Boy? "Das war nur Kinderkram"

"Ich sage, dass jede Kritik einen immer irgendwie trifft. Und dann ist es an der Person, etwas daran zu ändern", blickte Boateng zurück: "Wenn mir früher jemand 'Bad Boy' gesagt hat, war ich auch stolz darauf: 'Oh ja, cool, Bad Boy!' Heutzutage weiß ich, dass es nur Kinderkram war."

Mittlerweile kämpft Boateng selbst gegen die Vorurteile an und engagiert sich zudem im Kampf gegen Rassismus. "Das ist die Entwicklung, die passiert ist", so Boateng: "Es haben sich sehr viele Sachen getan und ich habe mich weiterentwickelt. Vom Kopf her: viel mehr Nachdenken. Härter arbeiten. Andere Aufgaben außer Fußball."

Rassismus-Vorfall: "Da hat der Zorn gesprochen"

Aufsehen in Deutschland erregte Boateng zuletzt im Januar 2013, als er bei einem Testspiel des AC Milan den Platz verließ. Sympathisanten des Viertligisten Pro Partria hatten ihn mit Affenlauten beleidigt. "Im ersten Moment war ich echt sauer. Da war der Zorn. Da hat der Zorn gesprochen", sagte der 26-Jährige, der an eine Flucht aus Italien dachte: "Aber das hat sich nach zwei Tagen wieder gelegt, weil ich mir gesagt habe: 'Nein, jetzt erst recht! Jetzt erst recht möchte ich dagegen vorgehen!'"

Boateng bekam anschließend Unterstützung von vielen Seiten. Sogar vor der UNO sprach der gebürtige Berliner über das Rassismus-Problem im Sport. "Es war der richtige Zeitpunkt, dass jemand wirklich etwas dagegen macht. Und es ist immer so: Es muss immer einer den Unterschied ausmachen, dass andere ihm folgen", sagte Boateng, der seit 2010 für Milan spielt.

"AC Mailand auf Platz drei will keiner sehen"

Neben seinem gesellschaftlichen Engagement hat er sich sportlich mit den Rossoneri in dieser Saison die Meisterschaft als Saisonziel gesteckt: "Es muss das Ziel sein. Wir sind letztes Jahr Dritter geworden und das ist nicht genug. AC Mailand auf dem dritten Platz, das will keiner sehen.“

Allerdings warnte Boateng die Anhänger auch: " Unser Team ist jung, wir haben nicht viele Spieler dazubekommen, wir hatten einen Riesenumbruch letztes Jahr. Das ist natürlich keine einfache Situation. Aber ich denke, dass der AC Mailand immer eine große Rolle spielen wird in Italien und der Welt."

In der letzten Saison stimmte das. Mit seinen 29 Serie-A- und sieben Champions-League-Einsätzen hatte Kevin-Prince Boateng großen Anteil am Achtelfinaleinzug des AC Milan. Die Rossoneri scheiterten jedoch am später vom FC Bayern München bezwungenen FC Barcelona.

Das volle Interview mit dem Ex-Bundesligaprofi lest Ihr hier!

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