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Der Stürmer vom AC Florenz, der lange bei Bayern München spielte, lässt seine Zeit in München Revue passieren und analysiert den Fußball in Italien.

Florenz. Luca Toni hat in einem Interview gegen seinen Ex-Trainer Louis van Gaal nachgetreten. Dieser habe ihn und andere Spieler während seiner Zeit bei Bayern München „unwürdig" behandelt. Außerdem sprach der Stürmer vom AC Florenz über Ottmar Hitzfeld, den zukünftigen Bayern-Trainer Pep Guardiola und analysierte die Situation des Fußballs in seiner Heimat Italien.

2007 war Luca Toni von Florenz zu den Bayern gewechselt. Nach zwei erfolgreichen Jahren überwarf er sich mit dem neuen Münchner Trainer Louis van Gaal und flüchtete in der Winterpause zum AS Rom.
„An Freundschaftlichem existierte zwischen uns null Komma nichts", erinnert sich der 35-Jährige im Kicker-Interview. „Schade, denn ohne van Gaal wäre ich sicher noch einige Jahre bei den Bayern geblieben. Aber es machte keinen Sinn, nie zu spielen, dazu unter einem Trainer, der mich aufs Höchste verachtete."

Van Gaal habe auch Probleme mit anderen Publikumslieblingen wie Franck Ribery und dem Brasilianer Lucio gehabt. Es sei auffällig gewesen, „wie unwürdig van Gaal mit einigen auf menschlicher Ebene umging."

Lob für Hitzfeld und Guardiola

In seinem ersten Jahr beim Rekordmeister unter Ottmar Hitzfeld sei das anders gewesen. „Hitzfeld habe ich unheimlich viel zu verdanken", betont Toni. „Er mochte mich, verstand meine Spielweise und ich schoss 39 Saisontore." In München habe er eine tolle Zeit gehabt: „Ich schoss eine Menge Tore, hatte Spaß, holte Titel und verdiente gut – was will man mehr?“

Deshalb habe er gegenüber Pep Guardiola, mit dem er 2001 gemeinsam bei Brescia Calcio spielte, auch von Bayern geschwärmt. Der heutige Coach habe ihn über seine Erfahrungen in München befragt. „Ich traue ihm zu, dass er den FCB in einigen Jahren zum Nummer eins in Europa formt", ist Toni sich sicher.

Niedergang der Serie A

Die Probleme der heimischen Liga analysiert Toni derweil schonungslos. „Im Vergleich zum Status vor einigen Jahren ist das Niveau deutlich ärmer geworden." Problematisch seien die veralteten Stadien und die schwache Infrastruktur. Die Serie A benötige „innovative Leistungsträger und neue Organisation".

Das bestehende Rassismus-Problem führt er darauf zurück, dass die Täter nicht konsequent genug bestraft würden. „Italien hat ein Problem, Regeln zu respektieren. Wir sind alles andere als ein rassistisches Land, erwecken im Ausland jedoch wegen ein paar Idioten den Anschein", beteuert er. „Woanders würden sie eingesperrt und keinen Fuß mehr ins Stadion bekommen – Italien fehlen noch Kraft und Willen dazu."
FIFA wird in Katar „Reibach machen"

2012 war der Stürmer auch kurz in Dubai aktiv – eine Entscheidung, die er im Nachhinein bereut. „Das Interesse an den Spielen ist auch nicht gerade exorbitant, der Eintritt ist gratis, aber es kommt kaum jemand", erzählt er. Die Entscheidung für Katar als WM-Ausrichter sei „sicher nicht aus sportlichen Gründen" gefallen, „sondern weil die FIFA einen Reibach machen wird".

Im kommenden Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Juventus Turin hält er die Münchner für etwas stärker: „Die Bayern besitzen vielleicht einen Tick mehr Qualität."

Auch nach seiner Karriere will er dem Sport erhalten bleiben. Dabei kann er sich auch eine Trainerlaufbahn vorstellen: „Die Fiorentina ist meine letzte Station, danach, warum nicht? Ich möchte auf jeden Fall in der Welt des Fußballs bleiben."

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