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Der ehemalige argentinische Nationalspieler Matias Almeyda berichtet in seinem Buch über die Schattenseiten im italienischen Fußball und seiner persönlichen Tragödie.

Buenos Aires. Der ehemalige argentinische Nationalspieler und aktuelle Trainer von River Plate Buenos Aires, Matias Almeyda, schreibt in einem Buch über seine Zeit in der Serie A. Themenschwerpunkte sind die Schattenseiten des italienischen Fußballs: Doping, Mafia und Korruption. Die italienische Zeitung Gazetta dello Sport veröffentlicht Auszüge aus dem demnächst erscheinenden Werk: „Almeyda: Life and Soul“.

Doping in Parma

Besonders seine Zeit in Parma beschreibt der Argentinier mit drastischen Worten. So erinnert sich Almeyda über Fernsehbilder, die den ehemaligen italienischen Nationalmannschaftskapitän Fabio Cannavaro am Tropf zeigen.

„Bei Parma wurden uns vor Spielen Lösungen über einen Tropf verabreicht. Die Mediziner sagten, es handelte sich dabei nur um Vitamine, aber als ich auf den Platz kam, fühlte ich mich, als könnte ich Bäume ausreißen. Spieler stellen keine Fragen, doch in der Folgezeit gab es Fälle, bei denen Spieler mit muskulären Problemen zu kämpfen hatten oder sogar aufgrund von Herzproblemen gestorben sind. Ich denke, das kommt von den Mitteln, die sie uns verabreicht hatten.“

Stefano Tanzi in der Kritik

Auch der ehemalige Besitzer und Präsident Stefano Tanzi wird in Almeydas Buch mit Beschuldigungen überhäuft. Nach den Ausführungen des Autors kannte die kriminelle Energie im Präsidium des FC Parma keine Grenzen.

„Eines Tages hatte ich einen Streit mit Stefano Tanzi. Als ich ein paar Tage später aufwachte, war mein neues Auto nicht mehr in der Garage.“ Seinem Teamkollegen Savo Milosevic – beide hatten aufgrund ihrer üppigen Gehälter Ärger mit dem Vorstand – sei das Gleiche passiert.

Doch es blieb laut Almeyda nicht nur bei diesem Konflikt, auch ein weiterer Vorfall schockte den ehemaligen Fußballprofi: „Meine Frau kam einmal nach Hause und hörte Stimmen. Als sie mit der Polizei zurückkam, sah sie eine Nachricht der Mafia an der Wand - mit Maschinenöl einfach an die Wand geschmiert. Danach erlitt meine Frau eine Fehlgeburt. Nach der Weltmeisterschaft 2002 bin ich nie wieder in Parma gewesen."

Bestechung bei Ligapartie?

Er beschreibt auch seltsame Vorgänge eines Ligaspiels gegen den AS Rom, das Parma mit 1:3 verlor. Nachdem den Spielern übermittelt wurde, dass „die Roma-Spieler wollten, dass wir das Spiel verlieren“, was er und die Mehrheit der Mannschaft ablehnten, beobachtete er, dass „manche Spieler nicht so rannten wie sonst. Ich bat deshalb darum, ausgewechselt zu werden und ging in die Kabine. Gab es Geld? Ich weiß nicht, sie nannten es 'einen Gefallen'…“

Suchtprobleme bei Inter

Doch gesteht Almeyda auch persönliche Fehler in seinem Buch ein. So berichtet der Argentinier auch ausführlich über seine Alkoholprobleme während seiner Zeit bei Inter Mailand (2002-2004). „Als ich bei Inter meine Karriere ausklingen lassen wollte, hatte ich schwere Alkoholprobleme. Ich habe Wein getrunken, wie andere Leute Cola. Einmal 5 Liter am Tag.“

Der mittlerweile 38-jährige Fußballlehrer absolvierte insgesamt 149 Spiele für Lazio Rom, den FC Parma, Brescia Calcio und Inter Mailand. 39-mal trug der defensive Mittelfeldmann das Trikot der argentinischen Nationalmannschaft.

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