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Würde sich der Meister aus Turin in Genua einen Fehltritt leisten? Würde Genua sich frech behaupten können? Das Spiel in Genua zeigte zwei unterschiedliche Halbzeiten - Juve siegte

Genua. Der ungeschlagene Meister der letzten Saison Juventus Turin ging mit der Parole ins Spiel auch die dritte Partie der aktuellen Spielzeit der Serie A zu gewinnen. Gastgeber FC Genua 1893 wollte der unbesiegbaren Alte Dame dagegen ein Bein stellen.

Genua im Temporausch

Genua legte los wie von der Tarantel gestochen und setzte den vermeintlichen Favoriten schon zu Spielbeginn mächtig unter Druck. Keine fünf Minuten gespielt und Borrielo kam bereits zum Abschluss, sein Ball ging nur knapp am Kasten von Juve vorbei. Wenig später vergab Immobile die Riesenchance zur Führung. Er rannte völlig frei auf Buffon zu, doch im Eins-gegen-Eins versagten ihm die Nerven und er schob das Spielgerät links am Pfosten vorbei. Aber der Dauerdruck und das unmenschliche Tempo von Genua nahmen weiter zu und das wurde schließlich in der 18.Minute belohnt. Dieses Mal blieb Ciro Immobile cool und verwandelte einen Konter eiskalt zur völlig verdienten 1:0-Führung für Genua.

Genua Herr im Haus

Chance um Chance erspielten sich die Gastgeber in der Folgezeit. Extrem frühes Pressing führte dazu, dass Juve keinen Spielaufbau initiieren konnte. Sofort gingen ein, zwei Gegenspieler auf den Ballführenden. Als Konsequenz erlangte Genua die pure Dominanz auf dem Rasen. In der 37.Minute hatte Borriello das 2:0 auf dem Fuß. Doch der clevere Buffon und ein Abwehrspieler, der ihm mit dem Mut der Verzweiflung beherzt zur Seite sprang, verhinderten Schlimmeres. Juve fand kein Rezept gegen das hoch motivierte Auftreten der Gastgeber und war mit dem 0:1 gut bedient. Pirlo und Co. Verschwanden mit gesenkten Häuptern in der Kabine.



Juve mit Druck zum Ausgleich

Es war klar, so eine Halbzeit würde Juventus Turin nicht noch einmal hinlegen wollen. Also wurden Druck und Schlagzahl erhöht. Genua machte es zu Beginn der zweiten 45 Minuten dem Meister aber auch recht einfach, denn sie überließen Turin die Initiative. Zählbares sprang aber dabei nicht heraus. So dauerte es bis zur 52. Minuten und da war Genua plötzlich wieder da: Nach einem Foul an Immobile gab es den Freistoß. Der Ball flog zum langen Pfosten, Kucka stieg hoch und köpfte den Ball neben den Pfosten. Das musste das 2:0 sein. In der 58. Minute erneut die Chance, zu erhöhen, doch das Leder knallte an den Querbalken. Und dann kam es, wie es kommen musste, wenn man vorne die Chancen nicht verwertet: Juve mit dem Ausgleich. Nachdem Genua Chance an Chance reihte und diese Topmöglichkeiten gnadenlos versiebte, war es Mirko Vučinić, der Emanuele Giaccherini in Szene setzte. Am Strafraum wurde er angespielt, hatte das Auge und netzte das Leder sicher zum 1:1 ein. Ein bitteres Tor – besonders wenn man bedenkt, dass nur Sekunden vorher Bartolacci an seiner Übermotiviertheit und einem grandiosen Buffon gescheitert war.

Ein rasantes und mitreißendes Spiel

Anders als am gestrigen Abend Real merkte man Juve an, dass sie wollen und an sich geglaubt haben. Nicht aufstecken, bewegen und auf die Chance lauern – auch wenn Genua wirklich gut behilflich war durch das Auslassen von hundertprozentigen Chancen. Juve wollte mehr und Genua zollte dem enormen Tempo seinen Tribut. In der 77. dann die Belohnung für Juves unbedingten Willen. Sampirisi brachte auf der linken Seite im Strafraum Kwadwo Asamoah zu Fall und der Schiri zögerte keine Sekunde: Elfmeter. Das ist ein Ding, welches sich Mirko Vučinić nicht nehmen lassen wollte – und schon führte Juve. Neuer Spielstand nach 78 Minuten: 1:2. Was wird sich Genua geärgert haben. Bei dem, was Juve dann ausstrahlte, war das 1:3 in der 84. Minute nur eine logische Konsequenz. Und diesmal war es Asamoah selbst, der vollenden konnte. Eiskalt und abgezockt, wie Juve das Spiel noch drehen konnte. Die ausgelassenen Chancen von Genua wurden dramatisch brutal bestraft. Unter dem Strich kann man sagen, die Willensleistung in der zweiten Hälfte rechtfertigte den Auswärtserfolg von Juve auch in dieser Höhe. Es waren einfach grandiose und furiose zweite 45 Minuten.

EURE MEINUNG: Wie ist dieser gewaltige Siegeswille bei Juve zu erklären?
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