Mission Mourinho erfüllt: Inters Suche nach dem Nachfolger beginnt

Der Gewinn des historischen Triples hat einen faden Beigeschmack in der Lombardei: „The Special One“ verkündete kurz nach der Siegerehrung, dass seine Mission in Italien erfüllt und er der Richtige für Real Madrid sei.

Von Francois DUCHATEAU

Mourinho & Moratti - Inter (Getty Images)
Mailand. Natürlich soll Inter Mailand diesen Erfolgsmoment, auf den man 45 Jahre lang gewartet hat, auskosten. Doch schon in wenigen Tagen muss die Planung für die kommende Saison umso dringlicher angegangen werden. Wer Trainerwechsel zu den „Galaktischen“ kennt, weiß, dass diese auch von Transfers wie Gerüchten begleitet wird. Gerade erst an der Spitze Europas angekommen, muss Inter Mailand schon wieder dafür sorgen, nicht abzurutschen. Denn nach José Mourinho ist die Gefahr gigantisch, in ein Loch zu fallen, was der aktuelle Trainermarkt beweist. Nur mit Mühe und Not haben die Konkurrenten Milan und Juventus eine Lösung gefunden. Die Prominenz ist längst woanders unter Vertrag.

Ten Cate wird ins Spiel gebracht

In der arabischen Welt wollte man die Ankündigung Mourinhos von seinem anstehenden Wechsel zu Real Madrid nutzen, um etwas Publicity zu erhaschen. Minuten nach Mourinhos „Bombe“ zündete der sonst seriöse Nachrichtensender das Gerücht, „Tin Cat“ von Umm Salal, wäre im Bild als neuer Inter-Coach. Kein, Witz! Der TV-Gigant aus dem Katar wollte so sein Emirat in aller Munde bringen. Doch man braucht kein Hellseher zu sein, um diese News als „Bullshit“ abzustempeln. Oder doch nicht? Denn hinter „Tin Cat“ verbirgt sich niemand anderes als Henk Ten Cate. In Holland dachte man erst, auch Wesley Sneijder würde Scherze machen, als er Henk Ten Cate als neuen Inter-Trainer ins Spiel brachte. Doch der „Zehner“ meinte dies verdammt ernst und wiederholte seine Aussprache gegenüber mehreren holländischen Medien.

Hiddink und Benitez gut beschäftigt und gut bezahlt

Die italienischen Gazetten nahmen dieses Thema jedoch verdammt ernst. Sinnlose Gerüchte wurden kaum gestreut. Zugegeben, der Markt bietet auch kaum Namen mehr, die man wahllos durch die Welt schmeißen könnte. Gerne würde man in der Lombardei Guus Hiddink oder Rafa Benitez sehen, doch „Golden Guus“ ist derzeit gutbezahlter türkischer Nationaltrainer und Benitez gab jüngst der „alten Dame“einen Korb mit der Info, kommende Saison den FC Liverpool auf die Erfolgsspur führen zu wollen.

Auch Capello noch „busy“

Ein anderer großer Trainer mit großem Standing ist Fabio Capello. Doch auch dieser besitzt einen hoch dotierten Vertrag bei einem Verband, nämlich dem Englands. Nicht wenige rechnen die „Three Lions“ zum erweiterten Favoritenkreis, also könnte Capello bis Juli eventuell beschäftigt sein. Inter bräuchte im Idealfall jemanden, der doch bereits schon in Kürze die Weichen für die Zukunft stellen kann, auch wenn im Hause Moratti Geldprobleme kein Thema sind, was Trainergehälter angeht.

Keine guten Erfahrungen mit Lippi

Noch unwahrscheinlicher als Capello dürfte Marcelo Lippi sein, der nach der WM Italien an Florenz’ Prandelli abgibt, die übrigens ebenfalls auf Trainersuche sind. Zwar ist die Zukunft des Weltmeisters von 2006 noch völlig unklar, doch bei der „Nerazzurri“ hat man keine guten Erfahrungen mit ihm gemacht. Auch sein Heldenstatus bei Juventus Turin dürfte einer Rückkehr in die Quere kommen.

Mihajlovic in der Pole Position


Giovanni Trapattoni erscheint im Vergleich jedoch weitaus realistischer. Auch gibt es vereinzelt Rufe nach Genua-Coach Gian Piero Gasperini. In Italien hat jedoch jemand ganz Anderes die Pole Position inne: Sinisa Mihajlovic wird übereinstimmend als Top-Kandidat genannt. Das Freistoßgenie beendete nicht nur seine Karriere bei Inter Mailand, sondern war von 2006 bis 2008 bereits als Co-Trainer in San Siro tätig. Erste Erfahrungen sammelte der Serbe bei Bologna und seit letztem Sommer steht Mihajlovic bei Catania Calcio unter Vertrag.

...doch keiner ist „special“

Egal, wer am Ende neuer Mann bei Inter wird: Einen José Mourinho kann man nicht ersetzen. Weder sportlich, noch charakterlich. Warum er sich „The Special One“ nennt, wird noch einmal so richtig deutlich im Moment des Abschieds.

Eure Meinung: Wer könnte wahrscheinlich neuer Trainer von Inter Mailand werden?



 
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