Saisonstart der Serie A: Veni, Vidi, Vici? Was ist drin für die Römer Klubs?

Um die Jahrtausendwende waren die Römer Mannschaften das Maß der Dinge im italienischen Fußball. Lazio holte sich 2000 den Titel, ein Jahr später zog die Roma nach. Doch aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten sind sie gegenüber den Mailänder Vereinen und Juventus Turin ins Hintertreffen geraten. Die Zielsetzungen der beiden Klubs aus der Hauptstadt sind vor der neuen Saison unterschiedlich: Die Roma will oben mitspielen, Lazio möchte ins internationale Geschäft.

Totti-Zarate Medley (Grazia Neri)
(fb) Rom. Drei Jahre Lang war der AS Rom Stammgast in der Champions League. Dies ändert sich in dieser Saison, denn die „Giallorossi“ qualifizierten sich im letzten Jahr nur für die Europa League. Folglich stand Trainer Luciano Spalletti in der Kritik. Seine Zukunft schien ungewiss, zuletzt buhlte Zenit St. Petersburg um den ehemaligen Coach von Udinese Calcio. Doch Spalletti ließ sich nicht beirren und auch der Verein entschied sich, mit ihm weiter zu arbeiten. Der Kader der Roma ist zum größten Teil jener, der auch im letzten Jahr beisammen war. Spalleti hofft allerdings, dass seine Spieler nun nicht mehr riesigen Verletzungspech der letzten beiden Spielzeiten heimgesucht werden.

Talente sollen für Furore sorgen


Eigengewächs Alberto Aquilani wurde für gut 20 Millionen € an den FC Liverpool verkauft – die spektakulärste Personalie bei der Roma. Unter normalen Bedingungen sicher ein herber Verlust für den Verein, doch Aquilani hatte mit anhaltenden körperlichen Blessuren zu kämpfen und absolvierte in der letzten Saison lediglich 14 Spiele. Auch aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des Klubs, sucht man namhafte Neuzugänge vergeblich. Dafür wechselten einige vielversprechende Talente zum Meister von 2001: Zu nennen ist hier sicherlich Außenbahnspieler Stefano Guberti, der ablösefrei aus Bari kam und dem die Fachleute zutrauen, zur Neuentdeckung der Saison zu werden. Auch der Abwehrchef der italienischen U21, MarcoAndreolli (US Sassuolo), und die Angreifer Stefano Okaka Chuka (Brescia Calcio) und Alessio Cerci (Atalanta Bergamo) verfügen über großes Potenzial.

„Sie können zu einer Bedrohung für die Konkurrenz werden“

Absolute Leistungsträger und Häuptlinge sind natürlich weiterhin die beiden waschechten Römer Daniele de Rossi und Kapitän Francesco Totti. Auch Mirko Vucinic und Innenverteidiger Juan sollen ihre Mitspieler führen. Totti und Mittelfeldspieler Rodrigo Taddei haben im Vorfeld dieser Spielzeit bereits angekündigt, um den „Scudetto“ mitspielen zu wollen. Unterstützung erhalten sie vom brasilianischen Nationaltrainer Carlos Dunga, der den AS sehr stark einschätzt: „Ich habe eine Schwäche für die Roma. Sie spielt einen sehr modernen Fußball. Wenn ihre Schlüsselspieler von Verletzungen verschont bleiben, kann sie zu einer echten Bedrohung für den Rest der Liga werden.“ Gleich die beiden Auftaktspiele werden zu einer echten Standortbestimmung: Am ersten Spieltag geht es zu Genoa, danach kommt Juventus Turin ins Stadio Olimpico.

Neuer Trainer für Lazio


Stadtrivale Lazio legte in der Vorsaison einen Saisonstart par Excellence hin und grüßte nach sechs Spieltagen von der Tabellenspitze. Doch die Mannschaft von Trainer Delio Rossi konnte die hohe Schlagzahl nicht halten, verlor in der Rückrunde zwölf von 19 Partien und landete am Ende auf einem enttäuschenden zehnten Rang. Zwar gewann Lazio die Coppa Italia, doch das war dem ambitionierten Präsidenten Claudio Lotito nicht genug: Er wolle nicht mit den „Biancocelesti“ im Niemandsland der Tabelle liegen, so der Klubboss. Lotito trennte sich von Rossi und verpflichtete Davide Ballardini von US Palermo als neuen Trainer.

Pandev sorgt für Schlagzeilen


Von einer ruhigen Vorbereitung kann bei Lazio nicht die Rede sein. Die Kontroverse zwischen dem Klub und Angreifer Goran Pandev dominiert seit Wochen die Schlagzeilen. Der Mazedonier will den Verein verlassen, im Gegenzug wurde er nicht für die Europa League gemeldet. Nachdem er dem Klub nun mit rechtlichen Schritten gedroht hat, sprach Lotito sogar von „Erpressung“. Es bleibt abzuwarten, ob Pandev tatsächlich in bei Lazio bleibt. Auch die Mittelfeldspieler Lorenzo De Silvestri und Cristian Ledesma liebäugeln mit ihrem Abschied aus der ewigen Stadt.

Hoffnungsträger Zarate und Muslera


Große Veränderungen gab es nicht im Kader: Rund 27 Millionen € investierte der Verein in diesem Sommer, ein Großteil ging für die Weiterverpflichtungen der Leihspieler Matuzalem (sechs Millionen) und Mauro Zarate (20 Millionen) drauf. Vor allem an Zarate haben die Tifosi große Erwartungen. Sein erstes Jahr in der Serie A war mit 13 Treffern und sieben Vorlagen beeindruckend. Der junge Argentinier hat bereits angekündigt, noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen zu sein. Auch Fernando Muslera, der die Nummer eins zwischen den Pfosten ist, gilt als hochveranlagt. Als Ergänzung für den Sturm kam Routinier Julio Cruz von Inter Mailand. Trotz dieses Trios wird es Lazio schwer haben, sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren.

Eure Meinung: Was traut Ihr der Roma und Lazio in diesem Jahr zu?



 
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