Spielbericht Serie A: FC Parma - Inter Mailand

Es war ein munteres Spiel, das die Fans im Ennio Tardini sahen. Besonders in der zweiten Halbzeit boten die Teams begeisternden Offensivfußball. Das leistungsgerechte 1:1 erstritten sich die Parma-Recken redlich. José Mourinho hingegen war angefressen.

Mario Balotelli - Inter (Getty Images)
(erb) Parma. In einem Nachholspiel des 22. Spieltags war Spitzenreiter Inter zu Gast beim Tabellendreizehnten Parma. Diesmal konnte gespielt werden; das einzig Weiße auf dem Platz waren die Linien, auch wenn heftiger Regen für schwere Spielbedingungen sorgte. Erwartungsgemäß stand bei Inter Lucio wieder in der Startaufstellung. Bei Parma fehlten Zenoni, Crespo, Dzemaili, Panucci und Paci wegen Verletzungen und Sperren.

Spielverlauf 1. Hälfte

Die Nerazzurri begannen schwungvoll: Goran Pandev prüfte Parma-Torhüter Antonio Mirante gleich zwei Mal (2. und 6. Minute), brachte den Ball aber nicht unter. Überhaupt war Inter torgefährlicher, ohne jedoch wirklich zwingend zu werden. Parma beschränkte sich auf die berühmten Nadelstiche - Jonathan Biabiany zog einige Male über Links davon, konnte jedoch weder von Abwehrfehlern der Nerazzurri profitieren noch die letzten Pässe präzise genug spielen. Mirante stand in der 33. Minute noch einmal im Mittelpunkt des Geschehens, als er gegen Milito, der plötzlich frei vor dem Tor stand, souverän klären konnte. Ansonsten war von Milito nicht viel zu sehen - kein Wunder, hatte er es doch mit bis zu vier Gegenspielern gleichzeitig zu tun. Gegen Ende der Halbzeit verflachte das torlose Spiel zusehends, sodass alle froh waren, dass Schiedsrichter Mauro Bergonzi pünktlich zum Pausentee bat.

Spielverlauf 2. Hälfte

Gleich nach Anpfiff war es Parma, das die erste Chance hatte. Doch Valianis Schuss aus 16 Metern hielt Inter-Keeper Julio Cesar sicher. Parma machte viel Betrieb, richtige Gefahr für das Inter-Tor kam aber kaum auf - bis zur 53. Minute, als Lucio per Kopf eine Klasseflanke vor dem Einschussbereiten Bojinov klären konnte. Die anschließende Ecke brachte Bojinovs Revanche: Aus dem allgemeinen Gewühl im Fünfer stocherte er den Ball ins Inter-Netz. Das reichte "The Special One": Er brachte postwendend Santon und Balotelli für Motta und Cordoba. Eine gute Entscheidung, denn keine Minute später schob Balotelli zum Ausgleich ein - praktisch eine Kopie des 1:0. Jetzt wogte das Spiel hin und her, mit Torszenen hüben wie drüben. Höhepunkt: In der 65. Minute ließ Biabiany Lucio einfach stehen und prüfte Inters Julio Cesar, der den Flachschuss allerdings meisterhaft parierte. Kurz darauf war für den unsichtbaren Eto'o Schluss. Für ihn kam Neuzugang Mariga. In der 72. Minute sah Parmas Valiani nach einem dummen Foul die gelb-rote Karte. Inter machte allerdings zu wenig aus der numerischen Überlegenheit, weil Parma gar nicht daran dachte, sich einzuigeln und munter weiter mitspielte. Beide Teams hatten noch Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden, taten es aber nicht.

Schlüsselspieler & -szenen

Antonio Mirantes Parade gegen den Pandev-Schuss in der zweiten Minute war wichtig. Wäre Inter so früh in Führung gegangen, hätten die Dinge wohl den Lauf genommen, den alle erwartet hatten. Auf Inter-Seite zeigte Balotelli, dass er sich mit dem Reservistendasein nicht zufrieden gibt, indem er kam, sah und traf.

Mann des Spiels

Parma-Keeper Antonio Mirante hielt sein Team mit wichtigen Paraden im Spiel. Die schwierigen Bälle hielt er ebenso wie die so genannt einfachen, und als er in der 70. Minuten einen Mariga-Schuss großartig abwehrte, hielt er gar das Unentschieden fest.

Spielnote: 8,5

Im Dauerregen von Parma boten beide Teams eine phasenweise heiße Partie. Parmas Führung tat dem Spiel sichtlich gut, denn danach musste Inter aufdrehen, was in ein Spiel mit offenem Visier mündete.

Statistik

Vom viel gerühmten Inter-Sturm war heute zu wenig zu sehen. Samuel Eto'o, im Castrol-Index-Ranking immerhin der Top-Stürmer der Serie A, fiel zum ersten Mal auf, als er ausgewechselt wurde, Diego Milito (5. Platz im Castrol-Index) wurde von der Parma-Defensive weitgehend neutralisiert, und Goran Pandev (Platz 46) verschwand nach der guten ersten Halbzeit weitgehend von der Bildfläche.

Fazit

Parma hat den Punkt mit Sicherheit nicht gestohlen. In der ersten Halbzeit hielten sie mit dem großen Inter gut mit, nutzten in der zweiten ihre Chance und machten nach dem Platzverweis nicht den Fehler, in Catenaggio zu verfallen. Von einer riesigen Überlegenheit Inters war nicht viel zu sehen.


 
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