Yesterday: Als Lazio und die Roma noch um den Scudetto kämpften

Vor dem „Derby della Capitale“ steigt die Spannung in der italienischen Hauptstadt. Zur Einstimmung blickt Goal.com auf die starken Jahre der Roma und von Lazio um die Jahrtausendwende zurück.

Juan Sebastian Veron - Lazio (Grazia Neri)
Von Falko Blöding

Rom.
Seit Jahren heißt der Abo-Meister in der Serie A Inter Mailand. Neben den „Nerazzurri“ kämpfen vor allem Juventus Turin und der AC Mailand um den Meistertitel im Land des Weltmeisters. Die Hauptstadtklubs AS Rom und Lazio müssen sich dagegen seit geraumer Zeit mit der Zuschauerrolle begnügen. Doch dies war nicht immer so:

Cragnotti investiert kräftig


Lazio gewann den (vorläufig) letzten Meistertitel der Vereinsgeschichte im Jahr 2000. Der Grundstein zur Meisterschaft wurde allerdings bereits im Jahr 1992 gelegt, als Sergio Cragnotti  den Verein kaufte. Der schwerreiche Geschäftsmann leitete das Nahrungskonglomerat Cirio. Cragnotti beglich die Schulden, die den Klub damals plagten, und machte sich daran, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Am nötigen Kleingeld mangelte es Lazio nicht und namhafte Spieler wie Pavel Nedved, Juan Sebastian Veron, Christian Vieri, Marcelo Salas und Hernan Crespo schnürten Ende des letzten Jahrtausends ihre Stiefel für die „Biancocelesti“. Für Torjäger Crespo bezahlte Cragnotti die damalige Rekordablöse von 55 Millionen € an den AC Parma.



Meistermacher Eriksson


Die Erfolge kamen: Lazio gewann in der Saison 1998/99 den Europapokal der Pokalsieger und feierte damit den größten Triumph der Vereinsgeschichte. Architekt des Erfolgs war Sven-Göran Eriksson. Der schwedische Trainer formte aus vielen Individualisten eine Einheit und 2000 holte Lazio nicht nur den zweiten Meistertitel nach 1974, sondern auch noch die Coppa Italia. Eriksson, der später auch die englische Nationalmannschaft trainiert, war von 1997 bis 2001 im Amt. Während Kapitän Alessandro Nesta und seine Mannschaftskameraden sich noch über das erste Double der Historie für die „Laziali“ freuten, begann gleichzeitig der langsame Absturz.

Sogar Nesta muss gehen


Besitzer Cragnotti führte Lazio als ersten italienischen Klub an die Börse. Dieser Schachzug brachte nicht den gewünschten Effekt und auch sportlich lief es nicht mehr rund. Dem Verein ging es finanziell zusehends schlechter und ein wirtschaftlicher Skandal in Cragnottis Cirio-Gruppe zog den Verein endgültig in den Abwärtsstrudel. Wichtige Leistungsträger, darunter Kapitän, Eigengewächs und Fanliebling Alessandro Nesta, mussten verkauft werden. Noch heute drücken den Verein Verbindlichkeiten in Höhe von rund 150 Millionen Euro. Der Pokalsieg im Vorjahr sollte der Aufbruch in eine rosige Zukunft sein, doch der Start in diese Saison wurde gehörig verpatzt.



Capellos Auftrag


Nachdem der Erzrivale Lazio 2000 also italienischer Meister geworden war, ließ sich auch die Roma nicht lange bitten. Der Klub hatte seit den „goldenen Achtzigern“, in denen er seine größten Erfolge gefeiert hatte, eine Durststrecke gehabt. Präsident Franco Sensi verpflichtete 1999 Startrainer Fabio Capello, der bereits mit dem AC Mailand äußerst erfolgreich gearbeitet hatte. Capello sollte aus einer Mannschaft mit tollen Individualisten wieder ein Gewinnerteam formen.

Totti und Co verweisen Juve auf Rang zwei


Der heutige Coach der englischen Nationalmannschaft brauchte zwei Jahre, um seine Mission zu erfüllen. 2001 löste die Roma Lazio als Meister ab. Am letzten Spieltag gewannen die „Giallorossi“ 3:1 gegen Parma und ließen damit Juventus Turin zwei Zähler hinter sich. Francesco Totti, noch heute in Diensten seines Heimatvereins, war der Wegbereiter auf dem Weg zum Erfolg. Außerdem zählten die Brasilianer Aldair und Cafu, sowie die Angreifer Gabriel Batistuta und Vincenzo Montello zu den Säulen der Elf.



Vier Trainer in einer Saison


Capello blieb noch drei Jahre in der ewigen Stadt, konnte den Erfolg aber nicht wiederholen. Nach dem Chaos-Jahr 2004/05, als der Verein vier (!) Trainer in einer Saison verschliss, brachte Luciano Spalletti wieder Kontinuität und Stabilität. Die Roma spielte vier Jahre in Folge in der Champions League, doch zum ganz großen Wurf reichte es trotz erfrischendem Angriffsfußball nicht mehr. Nach verpatztem Saisonbeginn in diesem Jahr musste Spalletti seinen Hut nehmen und nun soll Claudio Ranieri die Roma erneut in die Königsklasse führen.

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